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„Wünsch dir was“ war vorgestern

Die Effizienz der Verwaltung erhöhen und mehr Bürgernähe schaffen. Das sollten eigentlich die Eckpunkte einer Gebietsreform sein. Leider schaut die Realität anders aus.

Den braven Bürger, der Heimat nicht danach definiert und wertschätzt, wo die für ihn zuständige Verwaltung sitzt, interessiert das Thema derzeit deutlich weniger als Amtsinhaber mit und ohne Pensionsansprüche. Ein Schelm, wer dabei Arges denkt. Uralte lokale Amimositäten (Rudolstadt und Saalfeld grüßen) scheinen auf Gendefekte zurückzuführen zu sein und verhindern eine sachliche Debatte. Noch immer fühlen sich zu viele zurückversetzt in die Zeiten von „Wünsch dir was“. Demografie und Ökonomie indes fordern, endlich bei „So isses“ anzukommen – und zu entscheiden. Scheinbar wollen aber einige lieber entschieden werden.

Bisher kann das, was sowohl Rot-Rot-Grün als auch deren politische Gegner gern Kommunikation nennen, nur als Desaster bezeichnet werden. Vieles ist weder gut gemeint, geschweige denn gut gemacht. Der Vorschlag der CDU-Fraktion vom gestrigen Tage tanzt aus dieser Reihe. Das Volk solle das letzte Wort haben, wenn es massive Bedenken hat. Diese Richtung stimmt. Aus Stimmvieh würde wieder ein Souverän!

Aber leider scheinen sich Bürger und Regierende in einem Punkt einig zu sein: Beide interessiert weniger das Jahr 2050 als vielmehr das Jahr 2019. Zukunftsweisend ist das leider nicht. Klug schon gar nicht.

Andreas Kühn