Allgemein Kommentar Lokales & Regionales

Wilder Müll als Dauerärgernis

Wilder Müll in der Landschaft ist ein ebenso ärgerliches wie aktuelles Thema. Besonders heimgesucht werde die Landschaft durch achtlos weggeworfene Säcke mit Restmüll aus Haushalten, Einzelgegenstände, Sperrmüll, Altreifen und Grünabfällen am Waldrand, auf Feldern, in Parks, am Straßenrand, an Parkplätzen oder auf unbebauten Grundstücken. Wilde Müllablagerungen stellen eine Gefährdung für Boden, Grundwasser, Luft, Pflanzen und Lebewesen dar, informiert das Umweltressort des Landratsamts Saalfeld-Rudolstadt. Als besonders krasses Beispiel finde man beinahe wöchentlich leere Glasflaschen, Pappbecher und Verpackungsmaterial als Überbleibsel von Gruppentreffen bei Saalfeld auf dem „Roten Berg“ (Foto: Landratsamt). Obwohl sich dieser Bereich teilweise im Natur- und Landschaftsschutzgebiet befinde, werde alles in die Natur weggeworfen, was nicht mehr benötigt wird.

Häufig würden auch Grünabfälle wie z.B. Strauch- und Baumschnitt in Waldgebieten oder an Ufern abgekippt. Weit verbreitet sei die Meinung, dass dies keine Schäden verursache. Dies trifft allerdings nicht zu: Die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen sind nicht mehr in der Lage, die zusätzliche Biomasse in Humus umzusetzen. Schimmel- und Gärungsprozesse entstehen durch Verdich-tung, z.B. bei größeren Mengen von Rasenschnitt. So sterben Organismen ab. Der natürliche Kreislauf wird unterbrochen. Die Bäume werden wurzelkrank und sterben später ab. Durch den zusätz-lichen Nährstoffeintrag wird die natürliche Artenvielfalt eingeschränkt. Zusätzlich eingebrachte Gartenunkräuter und andere für die Waldvegetation nicht arttypische Pflanzen, wie z.B. der Japanische Staudenknöterich, die Orientalische Zackenschote oder das Drüsige Springkraut, zerstören das ursprüngliche Biotop.

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es 16 kostenlose Annahmestellen für Grünabfälle. Sie alle liegen in zumutbarer Entfernung von Städten und größeren Gemeinden. Über Orte und Öff-nungszeiten der Grünannahmestellen können sich die Bürger beim Zweckverband Abfallwirtschaft Saale-Orla (ZASO) informieren. Leider komme es auch immer wieder zur illegalen Entsorgung von Sperrmüll und Schrott an Stra-ßenrändern oder im Wald, vermutlich um vermeintliche Entsorgungskosten zu sparen. Wenn erst einmal eine Matratze am Straßenrand liege, gesellten sich gern Fernseher, Kühlschränke und Reste von Möbeln dazu.

Die Kosten für die Sperrmüll-, Schrott- und Elektrogeräteentsorgung sind bereits in der vom ZASO jährlich von jedem Haushalt erhobenen Grundgebühr enthalten. Nach schriftlicher Anmeldung erfolgt eine individuelle Abholung vor der Haustür. Alternativ bieten auch die Wertstoffhöhe für fast jeden Sperrmüll, Schrott und Elektrogeräte kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten. Des Weiteren wurde wiederholt festgestellt, dass Gelbe Säcke zum falschen Zeitpunkt bereitgelegt werden. In einigen befindet sich darüber hinaus artfremdes Material, das keine Verpackung mit Grünem Punkt ist. Nach der Abfallwirtschaftssatzung des ZASO dürfen Gelbe Säcke erst am Abend vor dem Abfuhrtermin bzw. bis 06:00 Uhr am Abfuhrtag bereitgestellt werden.

Für die Beseitigung einer wilden Abfallablagerung ist immer der Verursacher zuständig. Dieser wird, wenn er ausfindig gemacht werden kann, zur vorschriftsmäßigen Beseitigung der Abfälle aufgefordert. Zudem ist jegliche Abfallentsorgung außerhalb einer dafür zugelassenen Abfallentsorgungsanlage illegal und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld bis zu 100.000 Euro geahndet werden kann. Unter Umständen ist die illegale Abfallentsorgung sogar eine Straftat. In den meisten Fällen bleibt die Suche nach dem Verursacher leider erfolglos, so dass das Umweltamt des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt die wilden Müllablagerungen beseitigen muss. So entsteht ein enormer ökologischer und ökonomischer Schaden, der am Ende von allen Bürgern über Steuern und Gebühren beglichen wird.