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Wenn Sitzenbleiber die Couragierten sind

Am vergangenen Sonntag fand im Eichsfeld der Parteitag der Thüringer CDU statt. Auch die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin war anwesend. Als sie in den Saal einzog, erhoben sich die Muttivierten und klatschten sich die Pfötchen wund. Alle? Nein, nicht alle:

Die sechs Delegierten aus dem Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt blieben regungslos auf ihren Stühlen sitzen, einige wenige andere Delegierte auch. Es fand sich sogar ein Rudolstädter, der Merkel vom Rednerpult die Leviten las. Stichworte: Übernahme von Verantwortung für die Ereignisse vom Spätsommer 2015; kein Maulkorb für Kritiker Merkelscher Politik.

Allgemein gelten Sitzenbleiber als Loser. In diesem Falle war das Saalfeld-Rudolstädter Sextett ein Häuflein Aufrechter und Couragierter. Denn für höhere Weihen in der CDU empfiehlt man sich auf diese Weise nicht. Ein Funken Hoffnung in einer auf Funktionärsebene ansonsten komplett „enteierten“ Thüringer Union. Ein gutes Zeichen. Nicht weniger, nicht mehr.
Andreas Kühn