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Was sich 2019 ändert

Pünktlich zu Jahresbeginn ändert sich auch 2019 für alle Verbraucher in Deutschland wieder etliches. Ein kurzer Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung

Zu Jahresbeginn wird der Pflegebeitrag um 0,5 Punkte erhöht und der Beitrag zur Arbeitslsoenversicherung um 0,5 Punkte gesenkt. Der Arbeitslosenbeitrag sinkt von 3 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2019 um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Beitragszahler ohne Kinder müssen künftig 3,3 Prozent zahlen.
Besserverdiener müssen höhere Sozialabgaben zahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, bis zu der Beiträge fällig sind, steigt zum neuen Jahr von 4425 auf 4537,50 Euro im Monat.
Die gesetzlichen Krankenkassen werden entlastet, da die Arbeitgeber wieder die Hälfte des gesamten Beitrags zahlen müssen. Ab 1. Januar 2019 finanzieren sie auch die von den Mitgliedern bisher allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zu gleichen Teilen mit.

EU-Telefonate

Telefonate aus dem heimischen Netz ins EU-Ausland sollen 2019 noch einmal günstiger werden. Laut Beschluss des EU-Parlamentsdürfen künftig Gespräche aus dem eigenen Land in einen anderen EU-Staat nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten. Dabei ist es egal, ob sie vom Mobil- oder einem Festnetz-Telefon aus geführt werden. Die Kosten pro SMS werden bei maximal 6 Cent gedeckelt. Die neuen Obergrenzen könnten bereits im Mai 2019 in Kraft treten.

Mieterschutz

Mieter sollen künftig vor Kostensprüngen besser geschützt werden. Nach Modernisierungen darf die Miete künftig binnen sechs Jahren nur noch um maximal drei Euro pro Quadratmeter steigen, in bestimmten Fällen nur um zwei Euro. Vermieter können von den Kosten statt elf Prozent nur noch acht Prozent auf die Mieter umlegen. Ferner müssen Vermieter neuen Mietern offenlegen, was der vorherige Mieter gezahlt hat.

Steuern & Finanzen

Das Finanzamt sitzt Ihnen künftig nicht mehr ganz so nah im Nacken: Steuerpflichtige haben künftig zwei Monate mehr Zeit für ihre Steuererklärung. Wer eine Erklärung abgeben muss und diese für das vergangene Jahr selbst macht, kann sich bis zum 31. Juli 2019 Zeit lassen (bisher war Ende Mai der Stichtag). Wer sich einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein anvertraut, muss sogar erst bis zum 29. Februar 2020 einreichen. Aufpassen: Steuerpflichtige, die die Frist versäumen und keine Fristverlängerung beantragt haben, sollen ab 2019 automatisch mit einem Verspätungszuschlag belegt werden. Bislang lag es im Ermessen des jeweiligen Finanzamts, diesen auszusprechen.
Der Grundfreibetrag, bis zu dem Alleinstehende keine Steuern zahlen müssen, steigt 2019 von 9000 Euro auf 9168 Euro Jahresverdienst. Für Paare gilt der doppelte Betrag. Das Kindergeld erhöht sich um zehn Euro je Kind und Monat. Der Kinderfreibetrag steigt für Paare, die steuerlich zusammen veranlagt sind, von 4788 Euro auf 4980 Euro. Allerdings gibt es – wie bisher auch – nur eines von beidem.

Verpackungsgesetz

Verbraucher werden im Supermarkt oder am Kiosk künftig für noch mehr Getränke Pfand bezahlen müssen. Waren bislang noch zahlreiche Getränkeflaschen vom Pfand ausgenommen (z. B. Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure), so wird auch dafür künftig ein Pfand von 25 Cent fällig. Das gilt auch für Mischgetränke mit einem Molkeanteil von mindestens 50 Prozent und einige Energydrinks.
Säfte und Wein in Einwegverpackungen bleiben weiterhin pfandfrei. Ab 2019 sind Supermärkte verpflichtet, gut sichtbar am Regal zu kennzeichnen, wo Einweg- und wo Mehrwegflaschen stehen.

Hartz IV & Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar von derzeit 8,84 Euro brutto auf 9,19 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde und ab dem 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro.
Alleinstehende Hartz IV-Bezieher bekommen im neuen Jahr acht Euro mehr pro Monat. Der Regelsatz steigt dann auf 424 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz um 8 auf 382 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um 6 auf 322 Euro. Bis zur Vollendendung des sechsten Lebensjahres werden künftig 245 Euro gezahlt. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung um 6 auf 302 Euro monatlich.

Diesel-Fahrverbote

Unschöne Neuigkeiten für Besitzer von Diesel-Fahrzeugen: Bislang gibt es nur wenige innerstädtische Fahrverbote. Doch 2019 drohen in zahlreichen weiteren Städten Fahrverbote. Betroffen sein dürften wohl schon bald Berlin, Bonn, Essen, Köln und Stuttgart.

Online-Banking

Für die sogenannten I-Tan-Listen kommt das Aus. Die bisher per Post verschickten Papierlisten mit durchnummerierten TANs dürfen ab dem 14. September 2019 nicht mehr zur Autorisierung von Überweisungsaufträgen oder anderen Bankgeschäften verwendet werden. Der Grund: Sie erfüllen die Sicherheitsanforderungen der Zweiten Europäischen Zahlungsdienste-Richtlinie nicht.

Neue Euro-Scheine

Ab dem 28. Mai 2019 werden sich die Verbraucher in Europa auch wieder an neue Geldscheine gewöhnen müssen: Es gibt dann nagelneue 100- und 200-Euro-Scheine, die mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sind, um Fälschern das Handwerk noch schwerer zu machen. Praktischer Vorteil: Die neuen Scheine sind kleiner als ihre Vorgänger und passen somit wieder besser ins Portemonnaie. Die alten 100er und 200er Scheine bleiben weiterhin gültige Zahlungsmittel.