Allgemein Lokales & Regionales Politik Politik Thüringen

Voller Saal bei AfD-Wahlkampfveranstaltung in Saalfeld

Bereits vor Beginn der AfD-Veranstaltung hatte sich ein Häuflein linker Gegendemonstranten eingefunden. Später wurden es dann rund 60 Personen, die aber vor Veranstaltungsende wieder von dannen zogen.
Gestern hatte die AfD nach Saalfeld in die „Hacienda Mexicana“ zum „Klartext-Forum“ geladen. Es kamen so viele, dass bereits vor Beginn der Veranstaltung der Saal wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Neben den rund 300 Zuhörern drinnen mussten einige als Zaungäste draußen bleiben.

Prof. Dr. Michael Kaufmann: „Heute fühlen sich viele Bürger durch die herrschende Politik regelrecht in Ihrer Lebensweise bedroht, Unternehmer fürchten um ihre Existenz. In den letzten zehn Jahren hat sich die Politik in eine Richtung bewegt, die viele nicht mehr mittragen (und bezahlen) wollen. Man hat das Gefühl, dass das Land sich in die falsche Richtung bewegt und Zukunftschancen verspielt werden.“
Da Hauptrednerin Dr. Alice Weidel noch unterwegs war, begann der Abend mit dem AfD-Direktkandidaten für den Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt II, Prof. Dr. Michael Kaufmann, der eingangs seiner Rede sagte: „Leider fühle ich mich heute immer stärker an die vergangene DDR‐Zeit erinnert. Vielen geht es so. Ich möchte einige Beispiele nennen: 30 Jahre nach der Wende werden Meinungen und regierungskritische Standpunkte wieder in der Presse und in den GEZ‐Medien ausgegrenzt. Kritiker kommen in den Massenmedien und im öffentlich‐rechtlichen Rundfunk nur in homöopathischen Dosen zu Wort.“

Prof. Kaufmann weiter: „Die Schaffenden in diesem Land verdienen alle Aufmerksamkeit der Politik. Die Alternative für Deutschland ist die Partei der Arbeiter, Handwerker, Unternehmer, Bauern und aller, die mit ihrem Fleiß unseren Wohlstand schaffen. Wir brauchen keine zusätzlichen Studenten der Gender Studies oder der Sozialwissenschaften. Wir brauchen Facharbeiter und Meister.“

Dann wandte sich der studierte Naturwissenschaftler dem Reizthema Klima zu: „Mit dem Klimawandel kann man prima neue Steuern und Belastungen für die Bürger begründen. Die Menschheit hat sich allen Klimaveränderungen in den letzten Jahrhunderten erfolgreich angepasst. CO2 ist ein lebenswichtiger Bestandteil der Atmosphäre. Wir brauchen keine ‚Fridays for Future‘, wir brauchen sieben Wochentage für den gesunden Menschenverstand. Wir setzen uns dafür ein, dass eine extremistische Klimapolitik unserer Heimat nicht schadet. Investitionen in eine naturnahe touristische Infrastruktur sind der beste Umweltschutz. Auch abgelegene Orte werden so wirtschaftlich gestärkt und attraktiv. Wichtige Maßnahmen sind der Neubau der Brücke Linkenmühle, die Erneuerung von Zufahrtsstraßen sowie der Bau eines Stauseeradwegs.“

Der Landtagskandidat kündigte die Eröffnung eines Wahlkreisbüros in Saalfeld an. Der Professor an der Ernst-Abbe-Hochschule endete mit den Worten: „Holen wir uns unser Land zurück! Denn Heimat ist nicht erneuerbar.“

Karlheinz Frosch: „Wir erleben die Wiederauferstehung der Nationalen Front der untergegangenen DDR. Sehen wir mal, wie es weitergeht mit den Annäherungen der Kartellparteien. Mir schwant für die Zukunft nichts Gutes.“
Als nächster Redner stelle sich der AfD-Direktkandidat Karlheinz Frosch (Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt I) vor: „Seit Beendigung meiner beruflichen Laufbahn als Geschäftsführer einer europaweit tätigen Unternehmensgruppe der Modulbaubranche wohne ich wieder in Rudolstadt. Ich lebe in finanziell geordneten Verhältnissen und kann deshalb versichern, dass ich nicht zu denen gehöre, die nur antreten, weil sie eine gute Rundumversorgung benötigen.“

Seine Motivation, in die Politik zu gehen, sei eine andere: „Mich treibt vielmehr der Patriotismus und die Liebe zu Deutschland in die Politik, bevor das Land von den linksextremen Parteien und der merkelschen linkspopulistischen CDU gänzlich abgeschafft wird. Das muss unbedingt verhindert werden. Die Gefahr für Deutschland steht links, deshalb brauchen wir in Zukunft ein breites Bündnis gegen linkes Gedankengut, Hass und Hetze gegen bürgerlich-konservative Menschen.“

Frosch mit einem kräftigen Seitenhieb gegen Bodo Ramelow (Linke): „Mit westdeutschen Gewerkschaftern kenne ich mich aus. Das sind die Schlimmsten!“ Er fügte hinzu: „Jede Stimme für die CDU ist eine für Ramelow.“

Zur Hysterie um Autos mit Verbrennungsmotoren sagte der Rudolstädter: „Wenn erst Diesel und Benziner weg sind, bleibt nur der Eselskarren. Immerhin: Die Fahrlehrer sind schon da.“ Beifall und tosendes Gelächter im Saal.

Wie bereits sein Vorredner Prof. Kaufmann warnte auch Frosch vor möglichen Wahlfälschungen: „Gehen Sie an die Urne und vermeiden Sie möglichst die Briefwahl! So wie wir heute wählen, werden wir morgen leben.“

Dr. Alice Weidel
Auf die Hauptrednerin Dr. Alice Weidel und den AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner mussten die Anwesenden dann geraume Zeit warten. Den Grund für die Verspätung hatte der ebenso scharfzüngige wie dem Sarkasmus zugeneigte Brandner (vielbeachtete jüngste Bundestagsrede) schnell parat: „Die verfehlte Infrastrukturpolitik der Altparteien.“

Dr. Alice Weidel (erst zum zweiten Mal in Thüringen) zog eine Bilanz der parlamentarischen Arbeit der AfD-Bundestagsfraktion. Ihr Fazit zur Großen Koalition fiel erwartungsgemäß harsch aus: „Die Bundesrepublik Deutschland ist unter dieser Bundesregierung zu einer Bananenrepublik geworden. Nur die AfD kann das aufhalten.“

Dr. Weidel führte dazu ins Feld, dass ein Gesetzesantrag der AfD, den Straftatbestand der Haushaltsuntreue einzuführen, „damit Politiker nicht einfach davonkommen“, keine Mehrheit fand. Auch ein von ihrer Fraktion geforderter Untersuchungsausschuss, „um den fortgesetzten Rechtsbruch seit 2015 – Dublin-Abkommen, Asylgesetz, Grundgesetz -aufzuklären“ wurde eine erforderliche Mehrheit versagt. Die Bundesregierung selbst sei es, die „zum größten Sicherheitsrisko für dieses Land“ geworden sei.

Mehrfacher Beifall unterbrach die AfD-Co-Fraktionsvorsitzende als sie sich mit der Klimadebatte auseinandersetzte. „Fahrverbote in den Innenstädten bringen gar nichts und der Diesel ist besser als sein derzeitiger Ruf.“ Wenn derzeit etwas geschützt werden müsse, dann sei es die deutsche Autoindustrie gegen die ein „ideologischer Feldzug“ geführt werde.
Andreas Kühn

2 Replies to “Voller Saal bei AfD-Wahlkampfveranstaltung in Saalfeld

  1. Man kann den Thüringern nur Verstand wünschen. Viele Länder/Städte/Menschen haben diesen schon abgegeben. Ein zweites 1989 ist überfällig!
    Gruß von einem Thüringer aus Kolumbien!

  2. Die Stimmung war sensationell, von lautem Lachen bis hin zu „Lügenpresse“ Chören. Weidel und Brandner haben regelrecht gerockt.

Comments are closed.