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Viel Wirbel um „Quatsch“

Wenn der Landrat des Saale-Orla-Kreises Thomas Fügmann (CDU) gestern in einer Tageszeitung eine Aussage der AfD (siehe Screenshot) als „absoluten Quatsch“ bezeichnet, müsste dies heißen: Er entlarvt Fake News. Doch erst einmal genügen zwei Mouse-Klicks und ein Telefonat, um festzustellen: Das Gegenteil ist richtig! Denn genau das, was Fügmann als „Quatsch“ tituliert, unterschrieb er höchstpersönlich im August 2016, eine „Regionale Integrationsstrategie Willkommen in Saale-Orla“ (siehe Screenshot).
Doch was klar und logisch erscheint, ist es nicht mehr, wenn man sich an die Quelle begibt. Wir haben heute bei Thomas Fügmann nachgefragt – und der Landrat stellte unmissverständlich und zweifelsfrei klar: „Es ist absoluter Quatsch, dass der Saale-Orla-Kreis in ganz Deutschland um Migranten wirbt, dies hat er nie getan und wird es auch nicht tun! In dem aus dem Jahr 2016 stammenden Integrationskonzept gab es hierzu lediglich einen Denkansatz (um leerstehenden Wohnraum effektiv zu nutzen), keine Umsetzungsstrategie. Eine Umsetzung dessen war und ist nicht erfolgt, vorgesehen und auch zukünftig nicht zu erwarten.“

Kommentar: Jetzt atmen alle mal wieder tief durch!

Der „Quatsch“ sollte für alle Beteiligten recht lehrreich sein.
Lehre 1: Wer losgelöst von Zusammenhängen nur eine Passage in dem vor mehr als zweieinhalb Jahren verfasste Papier auf der Homepage des Saale-Orla-Kreises liest, erschrickt wohl. Für sich genommen ist es ein gefundenes Fressen für alle, die neues Futter in Sachen „Umvolkung“ suchen. Da sich das Papier jedoch längst überlebt hat, wäre es jetzt angeraten, im Nirwana zu verschwinden.
Lehre 2: Nicht alles, was klar wie Kloßbrühe erscheint, ist es auch. Miteinander zu reden hilft, Kommunikation ist alles!
Lehre 3: Bevor sich die Grünen im Saale-Orla-Kreis auf Facebook an einer Tageszeitung, einem Landrat sowie an dessen Erstem Beigeordneten abarbeiten, sollten sie ihre Schnappatmung einstellen.
Lehre 4: Auch wenn der Wahlkampf längst begonnen hat, schlägt ein kühler Kopf in jedem Fall ein überhitztes Köpfchen.
Andreas Kühn