Allgemein dies & das Lokales & Regionales

Überschaubare Zahl von „Ballermännern und -frauen“

Nein, waffenstarrend ist der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt nun wahrlich nicht – und vom „Wilden Westen“ somit Lichtjahre entfernt: Zum 31.12.2018 gab es nur zwei Männer, die einen Waffenschein besaßen. Einen Kleinen Waffenschein hatten 501 Bürger (darunter 75 Frauen). Im Landkreis gab es zudem 1.376 Waffenbesitzkarten (134 davon in Frauenhand, 24 entfielen auf Vereine). 707 Männer und 55 Frauen waren im Besitz eines Jagdscheins.

Im zurückliegenden Jahr wurden keine Waffenscheine erteilt. 77 Männer und elf Frauen bekamen 2018 erstmals einen Jagdschein. Im Jahr zuvor waren es 76 Männer und sechs Frauen.

Einen Kleinen Waffenschein bekamen im vergangenen Jahr erstmals 75 Männer und 15 Frauen – 2017: 7 Männer und 14 Frauen.

Eine Waffenbesitzkarte erhielten 2018 101 Männer und 13 Frauen. Ein Jahr zuvor waren es 153 Männer und 23 Frauen.

Im Jahr 2018 wurden von der Ordnungsbehörde vier Waffenbesitzkarten, fünf Kleine Waffenscheine sowie ein Jagdschein eingezogen.

Die feinen, gar nicht so kleinen Unterschiede:
Wer einen Waffenschein besitzt, darf seine Waffe(n) schuss- und einsatzbereit mit sich führen. Diese Erlaubnis zum Führen wird allerdings nur in Ausnahmefällen erteilt. Voraussetzung ist, dass zum einen der Antragsteller mehr als die Allgemeinheit gefährdet ist und zum anderen eine Schusswaffe geeignet ist, die Gefährdung tatsächlich zu reduzieren. Die Erteilung von Waffenscheinen an Privatpersonen ist sehr selten. Bewachungsunternehmen erhalten bei entsprechendem Bedürfnis einen Waffenschein. Dazu müssen sie nachweisen, dass sie Aufgaben wahrnehmen, die eine bewaffnete Tätigkeit „zwingend“ erfordert. In der Regel bei Geld-/Werttransporten und Personenschutz. Die Angestellten des Unternehmens, welche die eingetragenen Waffen führen dürfen, werden namentlich auf Seite 3 des Waffenscheins als Verfügungsberechtigte eingetragen. Das Waffengesetz schreibt zudem Einschränkungen bei Veranstaltungen, Festen oder Aufzügen vor.
Der Kleine Waffenschein ist in Deutschland ein Waffenschein gemäß § 10 Abs. 4 Satz 4 WaffG, der den Inhaber zum Führen (Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine erlaubnisfreie Waffe außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder umfriedeten Besitztums) von Signal-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen berechtigt.
Eine Waffenbesitzkarte
Eine rote Waffenbesitzkarte haben Waffensammler nach § 17 Waffengesetz und Waffensachverständige nach § 18 Waffengesetz. Diese Waffenbesitzkarte wird für Schusswaffen bestimmter Art oder eines bestimmten Sammelgebietes, in besonderen Fällen auch für „Schusswaffen aller Art“ erteilt. Zum Erwerb einer Waffe benötigen die Inhaber keinen Voreintrag, sie müssen die erworbenen Schusswaffen lediglich innerhalb von zwei Wochen nach § 17 und von 3 Monaten nach § 18 anmelden und in die WBK eintragen lassen.
Die grüne Waffenbesitzkarte“ wird nach § 10 Waffengesetz erteilt. Für Jäger in Verbindung mit § 13 Waffengesetz und für Sportschützen eines nach § 15 Waffengesetz anerkannten Verbandes in Verbindung mit § 14 Waffengesetz. Auf die grüne WBK können mehrschüssige Pistolen und Revolver (auch Kleinkaliber), Langwaffen wie Selbstladebüchsen, Selbstladeflinten, Repetierbüchsen, Repetierflinten und Einzellader erworben werden. Jede Waffe muss vorher einzeln bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Die Erwerbserlaubnis für die beantragte Waffe wird dann als „Voreintrag“ in die WBK eingetragen. Innerhalb eines Jahres muss die beantragte Waffe dann erworben werden, sonst verfällt der Voreintrag. Eine Ausnahme gilt für Jäger, als Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheines. Diese dürfen Langwaffen nach § 13 Abs. 3 Waffengesetz ohne vorherige Genehmigung erwerben, sie müssen diese Waffen allerdings innerhalb von 14 Tagen anmelden und in ihre WBK eintragen lassen.
Für Sportschützen gilt: Das Regelbedürfnis für Waffen der grünen WBK umfasst zwei mehrschüssige Kurzwaffen und drei Selbstladegewehre. Für dieses „Grundkontingent“ genügt die regelmäßige Teilnahme am Schießtraining.
Eine Beschränkung in Bezug auf die Anzahl der zu erwerbenden Waffen gibt es bei einer gelben Waffenbesitzkarte nicht. Allerdings ist der Erwerb in der Regel auf zwei Waffen in sechs Monaten begrenzt.
Die gelbe Waffenbesitzkarte wird für Sportschützen eines nach § 15 Waffengesetz anerkannten Verbandes nach § 14 Abs. 4 Waffengesetz erteilt. Inhaber einer solchen Waffenbesitzkarte dürfen Einzellader mit glatten und gezogenen Läufen, Repetierlangwaffen (mehrschüssig) mit gezogenen Läufen, einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition und mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen) erwerben. Die Anzahl der zu erwerbenden Waffen ist nicht beschränkt, es dürfen aber in der Regel nur zwei Waffen innerhalb von sechs Monaten erworben werden. Des Weiteren muss die erworbene Waffe in der Disziplin der Sportordnung eines anerkannten Schießsportverbandes zugelassen sein. Der Erwerb muss innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Waffenbehörde angemeldet werden.
Für jede Art von Berechtigung für Schusswaffen gelten einige Grundvoraussetzungen nach dem Waffenrecht. Denn der Antragsteller muss geistig und körperlich in der Lage sein, mit Waffen verantwortungsvoll umzugehen. Es darf z. B. keine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit vorliegen.