Allgemein Kommentar Lokales & Regionales

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt!

Glück im Unglück: Erst ausgesetzt, dann traf den Straßenkater ein Diabolo aus einem Luftgewehr. Ein Zuhause fand er trotzdem.
Erst wurde er ausgesetzt, dann traf den Straßenkater ein Diabolo aus einem Luftgewehr. Ein Zuhause fand er trotzdem.
„Bei den der Landespolizeiinspektion Saalfeld angezeigten Fällen von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz handelt es sich im vergangenen Jahr hauptsächlich um Tierquälerei von Hunden und Katzen“, sagt Pressesprecherin Heidi Sonnenschmidt.
„In Schmiedefeld wurde Ende April vergangenen Jahres ein Habichtkorb gefunden, in dem zwei Tauben gefangen waren. Das Behältnis wurde zum Fangen von Greifvögeln genutzt. Durch Zeugen wurde auch ein gefangener Greifvogel aus dem Korb befreit. Als die Tauben befreit wurden, waren sie unterkühlt und zunächst flugunfähig. Bisher gibt es keine konkreten Hinweise auf den Täter. Es wurden Spuren gesichert und zur Auswertung ins TLKA übersandt. Die Kripo Saalfeld ermittelt in dem Sachverhalt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und der Jagdwilderei.“
Des Weiteren wurden in der Kripo Saalfeld drei Sachverhalte bearbeitet, da Hunde durch ausgelegte Fleischstücke, die mit Gift oder Reißzwecken versehen waren und von den Tieren aufgenommen wurden, vergiftet und verletzt wurden.
In dem Zusammenhang war es dem Sachbearbeiter auch noch mal wichtig, einige präventive Hinweise und Verhaltenshinweise beim Auffinden von solchen „Präparaten“ zu geben:
Sollten solche Köder durch den Hund gefunden werden, diese bitte in eine Plastiktüte aufnehmen und zur nächsten Polizeidienststelle bringen. Dort die Anzeige aufgeben und den Köder zur Kühlung geben. In einigen Fällen hat die Aufnahme der Köder zum Tod der Tiere geführt. Die Leinenpflicht innerhalb von Orten ist zudem zu beachten. Der Hundehalter ist dadurch in der Lage, das Tier sicher zu führen und kann andererseits dazu beitragen, den Hund an der Aufnahme irgendwelcher Dinge am Wegesrand zu hindern. Außerdem sollte der Hund, da wo der Freilauf möglich ist, immer unter Beobachtung sein, dass bei Erforderlichkeit der Hundehalter schnell eingreifen kann.
Tierquälerei
Die Polizei kann zur Dunkelziffer keine verlässlichen Schätzungen abgeben. Aber es zeigt sich immer wieder, dass Tierhalter noch zu oft den Gang zur Polizei scheuen. Wer Tiere aussetzt, hat leider gute Chancen, straffrei davonzukommen.
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt. Das Tierschutzgesetz (Paragraph 17) sagt:
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
2. einem Wirbeltier
a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder
b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.