Thüringer Gastgewerbe vor großen Herausforderungen

Mit der Auswertung Winter 2017/18 – Ausblick Sommer 2018 stellte der DEHOGA Thüringen e.V. seine Konjunkturbeobachtung des gastgewerblichen Marktes im Freistaat Thüringen vor.

Die Umsatzentwicklung im Gastgewerbe war insgesamt positiv, jedoch lag die Entwicklung in Thüringen erneut unter Bundesniveau. Der Umsatzzuwachs im deutschen Gastgewerbe lag im Zeitraum von 2015 zu 2016 bei 5,04 Prozent, dies waren im Durchschnitt 17.920 € pro Betriebsstätte. Dies waren im Beherbergungsgewerbe 5,87 Prozent (Umsatzzuwachs: 37.179 €) und im Gaststättengewerbe 4,76 Prozent (Umsatzzuwachs: 13.641 €). Im Thüringer Gastgewerbe dagegen lag der Umsatzzuwachs pro Betriebsstätte mit 3,22 Prozent insgesamt erheblich hinter dem Zuwachs auf Bundesebene.

Grafik: DEHOGA
Der Zuwachs pro Betriebsstätte lag in Thüringen bei insgesamt 6.760 € (Beherbergungsgewerbe: 11.354 €; Gaststättengewerbe: 5.674 €). Damit sei leider zu konstatieren, dass der Umsatz insgesamt im Thüringer Gastgewerbe, als auch in beiden Segmenten des Gastgewerbes gegenüber dem Bundesumsatz weiter tendenziell sinkt. Im Vergleich der Umsätze pro Betriebstätte liege Thüringen mit einem Durchschnittsumsatz in Höhe von 216.412 € auf dem letzten Platz. Dies gilt leider auch für das Beherbergungsgewerbe (Durchschnittsumsatz pro Betriebsstätte: 290.379€) und das Gaststättengewerbe (Durchschnittsumsatz pro Betriebsstätte: 194.767 €). Mithin bleibe zu festzustellen, dass der Umsatz pro Betriebsstätte in Thüringen dagegen tendenziell weiter gesunken ist.

Die Wermutstropfen: Die Zahl der Betriebe im Thüringer Gastgewerbe ist weiter rückläufig. So sind im Jahr 2016 nach der Umsatzsteuerstatistik im Gastgewerbe des Freistaates, 34 Betriebe geschlossen worden, 19 bei den Gaststätten und 15 bei den Beherbergungsbetrieben. Rund 45 Prozent der Inhaber von Gaststätten im Freistaat sind derzeit über 55 Jahre alt.

Mit insgesamt „gut“ beurteilen in der Konjunkturumfrage zur abgelaufenen Wintersaison etwa die Hälfte der befragten Unternehmer (46,9 Prozent). Im Gegensatz dazu gaben 14,3 Prozent der gastronomischen Unternehmer im Freistaat an, eine schlechte Saison gehabt zu haben. 38,8 Prozent der Gastronomen berichten von einer befriedigenden Wintersaison. Der Saldo zwischen positiver und negativer Einschätzung bei den Thüringer Gastronomen liegt damit aktuell bei + 32,6 (Vorjahr: + 27) Prozentpunkten. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um 5,6 Prozentpunkte dar.

Die Entwicklung in der Thüringer Gastronomie ist im Vergleich zur Wintersaison vor einem Jahr weiter auf positivem Trend. Dies liegt insgesamt daran, dass das Weihnachtsgeschäft, nicht zuletzt geprägt und getragen von der konjunkturellen Entwicklung zu Umsatzsteigerungen geführt hat. Die Erwartungen der Thüringer Gastronomen für die bevorstehende Sommersaison sind als verhalten zu bezeichnen und der Optimismus der vergangenen Jahre leicht rückläufig. Vier von zehn der Thüringer Gastronomen gehen von eine guten und 6 Prozent von einer
schlechten Saison aus. Damit scheint sich die positive Einschätzung der vergangenen Saison, jedenfalls bezüglich der Erwartungen, nicht weiter fortzusetzen. 54 Prozent der Befragten blicken befriedigend in die Zukunft. Der Saldo zwischen positiver und negativer Einschätzung bei den Thüringer Gastronomen bezüglich der vor uns liegenden Sommersaison liegt bei 34,0 (Vorjahr: + 36,3) Prozentpunkten.