Thüringer Opposition spricht sich für Schutzjagd auf Wölfe aus

Die CDU-Fraktion erneuert ihre Forderung, eine Wolfsverordnung zu erarbeiten, die auch eine sogenannte Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild ermöglicht. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Egon Primas.

Er reagierte damit auf die Ankündigung des Thüringer Umweltministeriums, ganz Thüringen als Wolfsgebiet auszuweisen. „Das ist zunächst eine gute Nachricht für die Schäfer, doch wir müssen vor allem Voraussetzungen schaffen, zukünftig Wolfsbestände zu regulieren, bevor unbeherrschbare Situationen entstehen“, sagte Primas. „Die Vergrämung und gegebenenfalls auch der Abschuss von Wölfen muss klar geregelt werden“, so die Forderung des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden.

Der Naturschutzbund (NABU) geht davon aus, dass Wölfe in absehbarer Zeit auch in anderen Regionen Thüringens sesshaft werden. So wurden Wölfe in diesem Jahr bereits bei Breitenhain im Saale-Orla-Kreis und bei Schmalkalden gesichtet. Als Wolfsgebiet ist bisher jedoch nur die Region um Ohrdruf ausgewiesen. Dies ist Voraussetzung, damit Weidetierhalter bei der Abwehr von Wölfen oder für Schäden finanziell unterstützt werden können. Primas fordert, die Antragsverfahren weniger bürokratisch zu gestalten und unterstützt einen Vorschlag des sächsischen Landwirtschaftsministers Schmidt (CDU), Entschädigungen für Wolfsrisse mithilfe einer Pauschale binnen Tagen auszuzahlen. Er verweist zudem auf einen Entschließungsantrag seiner Fraktion zum Haushalt 2018/2019. Dort hatte die CDU-Fraktion gefordert, „die erforderlichen Regelungen und Maßnahmen zu treffen, um Weidetierhalter unverzüglich und unbürokratisch von den bisher entstandenen und künftig entstehenden Kosten im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung von Wölfen in Thüringen freizustellen.“ Rot-Rot-Grün hatte dies abgelehnt.

Olaf Kießling, umweltpolitscher AfD-Fraktionssprecher, erklärte: „Die Landesregierung konzentriert sich beim Wolfsmanagement wiederrum und fälschlicherweise nur auf den passiven Herdenschutz. Das Bürokratiemonster ‚Wolfsgebiet‘ will sie auf den ganzen Freistaat ausdehnen. Dies ist nicht gut überlegt, greift entschieden zu kurz und ist auf Dauer auch nicht finanzierbar. Zumal die derzeitigen Entschädigungszahlungen viel zu niedrig sind und aufgrund der De-Minimis-Regelung ein Entschädigungsanspruch begrenzt ist. Man fragt sich, ob die Umweltministerin die Wölfe künftig indirekt mit Schafen füttern will.“

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Thomas Rudy ergänzt: „Viel zielführender wären eine unbürokratische Entschädigung der betroffenen Tierhalter, ein Wegfall der De-Minimis-Regelung und eine Überführung des Wolfes in das Bundesjagdrecht. Außerdem sollte die Möglichkeit des gezielten Abschusses von Wölfen mittels Schutzjagden in ganz Deutschland ermöglicht werden, wie dies auch schon erfolgreich in Schweden durchgeführt wird.“