Allgemein Politik Thüringen

Thüringer AfD wählt Landeschef Höcke zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019

Auf einem Parteitag in Arnstadt entschieden heute die knapp 300 anwesenden Mitglieder, ihren Parteichef Björn Höcke (46) als Spitzenkandidaten der Landesliste zur Thüringer Landtagswahl 2019 ins Rennen zu schicken. Höcke wurde mit 238 von 297 Stimmen gewählt. Das entspricht 84,4 Prozent. Der Partei- und Fraktionschef hatte keinen Gegenkandidaten.

Bis zum Wahlergebnis mussten sich die Mitglieder arg in Geduld üben. Fast drei Stunden dauerte es von der Nominierung bis zur Kür als Spitzenkandidat. Beim ersten Abstimmungsversuch schien es, als ob einzelne Stimmberechtigte mehrere Wahlzettel erhalten hatten. Um die Wahl unanfechtbar zu machen, begann dann das Ganze von vorn: Alle mussten sich in einem zeitaufwändigen Verfahren erneut registrieren lassen – die Farbe der Stimmzettel wechselte vom jungfräulichen Weiß zu Schweinchen-Rosa. Zeitliche Rekorde bei der Auszählung wurden gleichfalls nicht aufgestellt.

Zu Beginn des Parteitags hatte Björn Höcke vor allem seine parteiinternen Gegner hart angegriffen. Der Alternativen Mitte rief er zu: „Ordnet euch ein oder haut endlich ab.“ Die frühere stellvertretende Landesvorsitzende Steffi Brönner, die ihn mehrfach öffentlich angegriffen hatte, forderte Höcke zum Parteiaustritt auf. Brönner habe ein „einzigartiges Zerstörungswerk“ verrichtet.

Darüber hinaus sagte Höcke, dass der AfD-Landesverband eine Strafanzeige gegen den Ex-AfD-Landeschef Matthias Wohlfahrt prüfe. Dieser habe den Bundesvorstand erpressen wollen, um die Verlegung des Landesparteitags zu erzwingen. „Wir haben die Nase gestrichen voll von solchen Destrukteuren“, erklärte Höcke.

Laut Höcke bleibe Pegida „ein natürlicher Verbündeter“. Mit Thügida habe die Thüringer AfD hingegen „nichts am Hut“.

Ferner sagte der Thüringer AfD-Chef: „Wir werden keine illegale Einwanderung integrieren, nicht heute, nicht morgen, niemals.“ Höcke griff auch den den Präsidenten des Thüringer Landesamts für Verfassungsschutz Stephan Kramer scharf an. Dieser sei „eine Schande für Thüringen und Deutschland“, rief er. „Eine Stasi war genug!“

Zuvor hatte er sowohl die Landes- als auch die Bundesregierung scharf attackiert. Höcke erklärte, diese Regierungen auf demokratischem Weg stürzen zu wollen. Er wolle „die alte Bundesrepublik“ zurück.