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Thüringens ältestes Forstamtsgebäude bald in neuer Pracht

Thüringens ältestes Forstamtsgebäude, ein 1474 erbautes Fachwerkhaus direkt an der Klosterruine Paulinzella gelegen, erstrahlt nach mehrjähriger Generalsanierung demnächst in neuer Pracht. Ab Frühjahr 2018 soll der reguläre Dienstbetrieb des Thüringer Forstamts Saalfeld-Rudolstadt aufgenommen werden. Die Landesforstanstalt hat hierfür zwischen 2014 und 2017 rund drei Millionen Euro in die Sanierung investiert.

Interessierte können  das wohl bedeutendste romanische Bauwerk Mitteldeutschlands  am kommenden Sonntag zum „Tag des offenen Denkmals“ in besuchen und 14 Tage später, am Sonntag, dem 24.09.2017 ab 10 Uhr, in unmittelbarer Nähe der Klosterruine, einen Walderntedank-Gottesdienst erleben. Ab 12:30 Uhr wird dann der Bauhistoriker Lutz Scherf in einem einstündigen Vortrag das Sanierungsprojekt „Amtshaus“ detailliert vorstellen.

1474 aus rund 150 Festmetern Weißtannenholz erbaut, diente das repräsentative, 18 Meter hohe und 34 Meter lange Fachwerkhaus wenige Jahrzehnte dem benediktinischen Klosterabt als Verwaltungsgebäude. In Folge der Lutherschen Reformationsbewegung wurde das Kloster, dass 1124 kirchlich geweiht wurde, 1540 aufgegeben und die Folgenutzung als Amtsgebäude der Forst- und Jagdbehörde begonnen – bis heute. Die rund 500-jährige Nutzung als Forstamtsgebäude hat viele verborgene Details in die Jetztzeit gerettet: Verzierte Deckenbalken aus 1474, Schablonenmalerei aus 1500 oder auch die historischen Abbundzeichen der Zimmerleute, die im Mittelalter die anspruchsvolle Holzkonstruktion errichteten.

Pfarrer Karl-Helmut Hassenstein beginnt das Walderntedankfest am 24.09.2017 um 10 Uhr mit dem Gottesdienst, der evangelische Kindergarten Rottenbach und vier Jagdhornbläsergruppen sorgen für das Rahmenprogramm. Neben dem Vortrag des Bauhistorikers Lutz Scherf besteht auch die Möglichkeit, die forstliche Ausstellung „Vom Steinbeil bis zur Motorsäge“ im nahegelegenen Museum zu

„Macht und Pracht“ heißt das bundesweite Motto des „Tags des offenen Denkmals “ am 10. September in diesem Jahr. Dieses soll Interessierte dazu anregen, sich mit den vielfältigen Ausdruckformen von „Macht und Pracht“ in allen relevanten Bereichen von Architektur- und Kunstgeschichte bewusster auseinanderzusetzen. Gerade das romanische Bauwerkensemble Paulinzella erzählt vieles über die sozialen und kulturellen Verhältnisse der Zeit seiner Entstehung und Nutzung. Wer mehr erfahren will, erhält Infos durch das Thüringer Forstamt Saalfeld-Rudolstadt unter Telefon 036734-2320.

Foto: Dr. Horst Sproßmann