Thüringen und Sachsen-Anhalt sind bei Existenzgründungen die deutschen Schlusslichter

Der Freistaat Thüringen ist im Gründungsmonitor 2018 der staatlichen Förderbank KfW auf den vorletzten Platz aller Bundesländer abgerutscht. In den Jahren 2015 bis 2017 kamen auf 10.000 Erwerbsfähige im Alter von 16 bis 64 Jahren durchschnittlich 93 Gründer von Betrieben. Das waren 25 weniger als im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016, als Thüringen noch auf Platz 14 der Bundesländer lag. Nur Sachsen-Anhalt verzeichnete noch weniger Neugründungen. Die Bundeshauptstadt war 2017 auch die Gründerhauptstadt.

Die Daten des KfW-Gründungsmonitors zeigen: Die Talfahrt der Gründungstätigkeit nahm auch im Jahr 2017 kein Ende. Mit 557.000 Existenzgründern haben 115.000 Personen weniger eine neue, beruflich selbstständige Tätigkeit begonnen als noch 2016 (-17 %). Dies entspricht einem unerwartet starken Rückgang der Gründerquote von 1,30 auf 1,08 %. Im Jahr 2017 waren also von 10.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren 108 Existenzgründer. Vor allem Nebenerwerbsgründungen gingen zurück: Die Zahl der Nebenerwerbsgründer sackte um 101.000 auf 323.000 ab (-24 %). Die Zahl der Vollerwerbsgründer verringerte sich dagegen moderat um 13.000 auf 234.000 Personen (-6 %).

„Unter der Linkskoalition ist in Thüringen ein Klima der Gründerfeindlichkeit entstanden. Die Gegenmaßnahmen der Landesregierung sind ideen-, plan- und offensichtlich auch wirkungslos. Sie schwächen die Zukunftsfähigkeit von Thüringen.“ Mit diesen Worten hat der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Prof. Dr. Mario Voigt, das Abrutschen Thüringens auf den vorletzten Platz im Ländervergleich des Gründungsmonitors der staatlichen Förderbank KfW kommentiert. Voigt bedauerte, dass Rot-Rot-Grün die Vorschläge seiner Fraktion, eine unternehmerfreundlichere Grundstimmung in Thüringen zu schaffen, ignoriere. Die Union hatte zuletzt ein Konzept vorgestellt, um das Unternehmertum früh in den Bildungsprozess zu integrieren. Der CDU-Antrag sah außerdem die Einführung eines Unternehmergymnasiums vor.

„Nachdem die Gründerzahlen bereits 2015 ein historisches Tief erreicht haben, setzt sich der Sinkflug also auch 2016 und 2017 fort“, erklärte der CDU-Wirtschaftspolitiker. Laut den Zahlen der KfW verzeichnete nur Sachsen-Anhalt noch weniger Neugründungen. Sehr viel stärker als bisher müsse sich Thüringen um die Digitalisierung auch der Behördenstrukturen kümmern. „Hier hat die Linkskoalition viel zu lange geschlafen. In Estland sieht man, dass entschlossenes Regierungshandeln wie eine Initialzündung für die digitale Gründerlandschaft wirken kann“, sagte Voigt, der sich derzeit mit dem Wirtschaftsausschuss des Thüringer Landtags in Estland zum Thema E-Government und Digitalisierung informiert. Im Freistaat belaste jedoch eine ganze Kette von rot-rot-grünen Entscheidungen durch Bürokratisierung mit neuen gesetzlichen Vorgaben insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen.