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Thüringen: Deutlich weniger kinderlose Frauen als im Bundesgebiet

Im Mikrozensus – der einprozentigen Haushaltsstichprobe – wurden im Jahr 2016 die Frauen im Alter von 15 bis 75 Jahren gefragt, ob sie Kinder geboren haben und wenn ja, wie viele. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik berichtet, liegen in Thüringen hochgerechnet für rund 741.000 Frauen die Angaben zur Geburt leiblicher Kinder vor. 558.000 Mütter machten Angaben zur Zahl ihrer Kinder. Davon hatten 210.000 Frauen (38 Prozent) ein Kind, 259.000 (46 Prozent) zwei Kinder und 89.000 (16 Prozent) drei und mehr Kinder geboren. 173.000 Tausend Frauen (23 Prozent) gaben an, (noch) keine Kinder geboren zu haben. In Thüringen gibt es damit deutlich weniger kinderlose Frauen als im Bundesgebiet insgesamt. Deutschlandweit hat etwa jede dritte Frau (35 Prozent) die Frage, ob sie Kinder geboren hat, mit nein beantwortet. Auf einzelne Altersgruppen bezogen zeichnet sich ein ähnliches Bild. Während von den 45- bis 75jährigen Frauen in Thüringen acht Prozent keine Kinder haben, sind es in Deutschland 17 Prozent. Auch bei den jüngeren Frauen bestehen deutliche Unterschiede. Von den 25- bis 34-Jährigen hat in Thüringen bisher knapp die Hälfte der Frauen (47 Prozent) keine Kinder, bundesweit sind von ihnen 58 Prozent kinderlos. Allerdings werden diese Frauen nicht alle kinderlos bleiben.

Aus den Ergebnissen des Mikrozensus 2016 lassen sich für Thüringen keine Wechselbeziehungen zwischen Bildungsstand und Kinderlosigkeit ableiten. Betrachtet man Frauen ab 45 Jahre, die ihre Familienplanung größtenteils abgeschlossen haben, haben neun Prozent der Frauen mit hoher Bildung keine Kinder. Dieser Anteil entspricht dem aller Frauen dieser Altersgruppe unabhängig vom Bildungsstand. Für Thüringen gilt jedoch: Je höher der Bildungsstand, desto seltener haben Mütter drei und mehr Kinder. Bleibt der Bildungsstand außer Acht haben 17 Prozent der Thüringer Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren drei und mehr Kinder geboren. Der Anteil kinderreicher Mütter mit hohem Bildungsniveau beträgt dagegen 13 Prozent.

13 Prozent aller Mütter im Alter von 35 bis 54 Jahren, die nach eigenen Angaben drei und mehr Kinder geboren haben, sind zum Zeitpunkt der Befragung einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Bei Nichterwerbstätigen Müttern ist dieser Anteil mehr als doppelt so hoch (33 Prozent).

Die Angaben zur Geburt leiblicher Kinder im Mikrozensus sind freiwillig und werden seit 2008 alle vier Jahre erfragt. Die daraus gewonnenen Ergebnisse liefern repräsentative Aussagen, allerdings können sich die einzelnen Werte in einem Toleranzbereich bewegen.