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Thüringen 2015: 119 Prozent mehr Geld für Asylbewerber als 2014

Am 31.12.2015 erhielten in Thüringen 28.401 Personen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Form von Regelleistungen. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 19.849 Personen bzw. 232,1 Prozent mehr als am Ende des Jahres zuvor.

Fast drei Viertel der Regelleistungsempfänger stammte aus Asien (71,0 Prozent bzw. 20 163 Personen). Im Vorjahresvergleich ist das ein Plus von 17.114 Personen. Von den asiatischen Leistungsempfängern besaßen mehr als jeder Zweite die syrische Staatsangehörigkeit (52,2 Prozent bzw. 10.532 Personen). 5.545 Personen stammten aus Afghanistan (27,5 Prozent) und 3.612 Personen aus dem Irak (17,9 Prozent). Knapp jeder vierte Regelleistungsempfänger stammte aus Europa (22,4 Prozent bzw. 6 368 Personen). Gegenüber dem 31.12.2014 ist das ein Plus von 49,5 Prozent bzw. 2.109 Personen. Darunter besaßen 3 073 Personen die serbische, die kosovarische oder die montenegrinische Staatsangehörigkeit oder die eines der Vorgängerstaaten (Jugoslawien bzw. Serbien und Montenegro). Weitere 1 751 Personen waren im Besitz eines albanischen Passes.
Statistik TH
Nur jeder Zwanzigste kam aus Afrika. Im Vorjahresvergleich ist die Zahl um 58,1 Prozent (bzw. 551 Personen) auf 1.499 Regelleistungsempfänger gestiegen. Darunter stammten 1.000 Personen aus Eritrea (66,7 Prozent), weitere 420 aus Somalia (28,0 Prozent). Fast sieben von zehn Leistungsempfängern waren männlich. Das Durchschnittsalter der Leistungsempfänger am Jahresende 2015 sank im Vergleich zum 31.12.2014 von 24,2 Jahre auf 22,8 Jahre. Knapp 30 Prozent der Asylbewerber (28,4 Prozent) waren Kinder im Alter von unter 15 Jahren und etwa ein Sechstel Jugendliche im Alter von 15 und unter 21 Jahren (17,7 Prozent). Die Hälfte aller Regelleistungsempfänger (50,3 Prozent) befand sich im Alter von 21 bis unter 50 Jahren und nur 3,7 Prozent der Asylbewerber am 31.12.2015 hatten das 50. Lebensjahr bereits vollendet.

Ende 2015 besaßen 85,1 Prozent bzw. 24.172 Regelleistungsempfänger bezüglich des aufenthaltsrechtlichen Status eine Aufenthaltsgestattung. Mehr als jeder Vierte (26,8 Prozent) war in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht. Dezentral (z. B. in einer eigenen Wohnung) lebten 43,2 Prozent, 29,9 Prozent in Gemeinschaftsunterkünften.

Im Jahr 2015 wurden 97,8 Millionen Euro für Asylbewerberleistungen verausgabt. Das waren 53,2 Millionen Euro bzw. 119,1 Prozent mehr als im Jahr 2014.