Tatort Schulhof

Ganz normale Schultage sehen so aus: Das Pausenklingeln ertönt und Schüler stürmen lärmend auf den Flur oder den Schulhof. Sie wollen jetzt spielen, rumtoben, abschalten. Mitunter kommt es dabei zu kleineren Rangeleien. Gelegentlich auch zu Raufereien. Doch spätestens dann, wenn ebenso kindliche wie brutale Schläger aus dem Schulhof einen Tatort machen, sollte Schluss mit lustig sein.

Immer öfter tyrannisieren Kinder von Asylbewerbern an Saalfelder Grundschulen ihre Mitschüler. Keine Einzelfälle! Das Sündenregister eines elfjährigen (!) Syrers ist bereits lang – und bei der Polizei hinlänglich aktenkundig. Der Viertklässler ist auf dem Weg, ein klassischer Intensivtäter zu werden, wenn ihm nicht endlich Einhalt geboten wird. Wer in der Caspar-Aquila-Schule im vergangenen Schuljahr von seinen Gewaltattacken getroffen wurde, hatte im besten Falle Hämatome, im weniger guten Fall einen Nasenbeinbruch oder länger andauernde Schmerzen von seinen Tritten. Die Mutter des Schlägers ließ sich bei Elternversammlungen regelmäßig entschuldigen, verlautete aus Elternkreisen.

Schüler der Grundschule in Saalfeld-Gorndorf beglückten zunehmend ihre Eltern mit einem Sprachschatz, der diesen aufs Gemüt schlug: “Isch fick dich” ist da nur die Spitze des Eisbergs derzeit populärer Beschimpfungen, die Kinder von Asylbewerbern (schul)hoffähig gemacht haben. 148 Schüler lernen dort derzeit, 25 kommen aus elf verschiedenen Nationen. Besonders unrühmlich – verbal als auch durch körperliche Gewalt – fielen bisher sowohl Mädchen als auch Jungen einer syrischen Großfamilie auf (auch im Kindergarten und an der Albert-Schweitzer-Schule). Nach diversen Interventionen von verschiedenen Seiten hatte sich die Lage bis zum Schuljahresende deutlich gebessert.

Die Polizei ist in Fällen kindlicher Gewalt machtlos, da die Täter strafunmündig sind. Staatsanwaltschaft und Jugendamt werden jedoch in jedem Fall informiert. Das Landratsamt teilte auf Anfrage mit: „Da dem Jugendamt keine Schweigepflichtentbindung der Personensorgeberechtigten im o. g. Sachverhalt (syrisches Kind an Aquila-Schule – Anm.) vorliegt, kann keine Auskunft in dieser konkreten Angelegenheit gegeben werden. Allgemein werden insgesamt steigende Tendenzen von Gewaltbereitschaft auch unter Schülern mit und ohne Migrationshintergrund verzeichnet. Zur Vorbeugung werden durch die Jugendhilfe an Schulen Programme des Sozialen Lernens angeboten. So läuft auch an der benannten Schule das Programm ‚Faustlos‘, welches sich genau der Thematik widmet, wie Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden können.“

Durch die Zunahme der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Landkreis sei das Thema der interkulturellen Bildung auch für alle Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter der freien und öffentlichen Jugendhilfe ein neues Lernfeld. Würden solche Bedarfe an Schulen sichtbar, könnten diese an das Jugendamt gemeldet werden, damit deren Abdeckung im Rahmen laufender Förderprogramme, z. B. Partnerschaft für Demokratie, mit eingeordnet werden können, wurde weiter mitgeteilt.

„Bei Bekanntwerden eines konkreten Sachverhalts im Jugendamt wird dieser im persönlichen Kontakt mit den Familien erörtert und Hilfen nach dem SGB VIII angeboten. Werden Hilfen, die aus Sicht des Jugendamtes geeignet und notwendig wären, von den Personensorgeberechtigten nicht angenommen und führt diese Ablehnung zu einer Gefährdung des Kindeswohls muss das Familien-gericht hinzugezogen werden. Dieses kann den Personensorgeberechtigten ggf. Auflagen erteilen, Hilfen anzunehmen“, heißt es abschließend.

Liebe Leser, wir haben sehr lange überlegt, ob wir obigem Thema näher treten. Denn es ist ebenso unschön wie hinlänglich in einschlägigen Behördenkreisen bekannt. Das mit Teddybären bestickte Mäntelchen des Schweigens hilft jedoch nicht. Weder den Geschlagenen noch dem weiteren Lebensweg der Tätern. Nicht zu reagieren ist nicht kultursensibel, sondern sträflich und dumm! Unschönes darf nicht schöngeredet oder -geschrieben werden.
Wir verzichten dennoch darauf, Fotos von verletzten Kindern zu zeigen und wir nennen Ross und Reiter nicht mit Namen und Hausnummern (bekannt sind diese). Wir haben auch davon abgesehen, weitere Fälle öffentlich zu machen. Nur so viel: Die Liste wäre verdammt lang.
An Jugendamt und Pädagogen richtet sich der eindringliche Appell von Eltern, die mit uns sprachen: Wehret den Anfängen! An Gewalt gegen Kinder gibt es weder etwas zu beschönigen noch zu entschuldigen!
Strafunmündigkeit ändert nichts an dem Umstand, dass es sich um Straftäter handelt. “Faustlos” mag ein Anfang sein, reicht aber noch nicht. Wirkliche Konsequenzen ihre schändlichen Tuns haben die kindlichen Schläger bisher nicht erfahren.
Sprachlos machende Bilder verletzter Kinder (einige Verletzungen sehen danach aus als ob ein Schwergewichtler im Boxring über ein Fliegengewicht hergefallen wäre) haben in den vergangenen Wochen “die Runde” gemacht. Sie sind nach unseren Recherchen auch in höchsten politischen Kreisen des Freistaats nicht unbekannt.
Bis jetzt klatscht es “nur”, wenn Strafunmündige zuschlagen. Wollen die Verantwortlichen warten bis es irgendwann am Ende einer Intensivtäter-“Karriere” kracht oder knallt?

2 Gedanken zu „Tatort Schulhof“

  1. Meine größte Hochachtung dem Saale-Journal, dieses brisante Thema anzufassen.
    Die abwiegelnde Antwort aus dem Landratsamt lässt vermuten, daß deren Kinder -an Privatschulen- nicht in dem Maße betroffen sind.
    Nur reden hilft bei Menschen (in erster Linie sind die Eltern gemeint), die offensichtlich unsere Art zu leben, unsere Sitten, Regeln und Gesetze nicht anerkennen, vermutlich wenig.
    Warum sollte man nicht versuchen, den Bezug von Asylbewerberleistungen zu sanktionieren? Ach so daß geht nicht, weil im Asylbewerberleistungsgesetz nicht vorgesehen ist.
    Nun, bei den Arbeitsagenturen findet man auch Mittel, um nicht kooperationsunwilligen Hartz4-Beziehern eine rechtliche Grundlage für Sanktionen und Repressalien seitens der Argen zu geben. Die sogenannte Eingliederungsvereinbarung muss für weiteren Leistungsbezug unterschrieben und penibel eingehalten werden. Sogar Verstöße gegen Grundrechte, wie freie Bestimmung des Aufenthaltes, Freiheit des Berufes und andere werden auf diese Art salonfähig gemacht und nach erfolgter Unterschrift unter diesen „Vertrag“ gnadenlos durchgedrückt.
    Wieso sollten ähnliche Konstrukte nicht auch bei sogenannten Asylbewerbern funktionieren. Im Sinne des Schutzes der nicht gewalttätigen Kinder?

  2. Das darf doch wohl nicht wahr sein?!? Es gab und wird immer Rangeleien zwischen Kindern geben, aber Gewalt, Schlägereien und verbale Ausfälle? Das wurde mehr oder weniger konsequent sofort ausdiskutiert und auch bestraft. Ds es jetzt gehäuft durch Asylbewerber vorkommt, kann ich mir vorstellen, viele kennen ja die Werte nicht, wie unsere Kinder, haben keine Skrupel, zuzuschlagen. Die Eltern der betroffenen Kinder kann ich voll verstehen, jeder versucht sein Kind zu schützen. Dran bleiben, nicht locker lassen, öffentlich machen und immer die Eltern und die Kinder (Asylbewerber) heranziehen und ihnen klarmachen, wenn sie hier leben wollen, dann bitte auch nach den menschlichen Werten. Gewalt an Kindern wurde verboten, ein Privileg /geschenk, was lange erkämpft wurde, da brauchen wir uns keine neuen Gewalttäter heran erziehen. Es könnte auch Kinder von behördenmitarbeitern treffen, also, es geht Alle an!

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