Jena: 15-jähriger Deutscher schießt auf jungen Syrer

Ein Streit unter deutschen, syrischen und russischen Jugendlichen eskalierte gestern am späten Nachmittag in Jena-Lobeda: Einer der Beteiligten zog eine Schreckschusspistole und drückte ab!

Bevor der Streit eskalierte, hielten sich alle friedlich auf der Skaterbahn auf. Der Polizeibericht: „Als ein junger Syrer sich das Fahrrad eines deutschen Jugendlichen ausleihen wollte, kam es zunächst zu einem Wortgefecht zwischen den beiden und weiteren hinzukommenden Personen.“ Diese verbale Auseinandersetzung uferte dann so weit aus, dass der Täter dem Opfer aus nächster Nähe mit seiner Schreckschusspistole ins Gesicht schoss. Der Syrer erlitt dadurch Atemnot und eine Reizung der Augen und wurde durch Rettungskräfte in die Notaufnahme gebracht. Durch eine Nahbereichsfahndung der Polizei konnte der 15-jährige Tatverdächtige kurze Zeit später mit seinen Begleitern gestellt und vorläufig festgenommen werden. Zum Zeitpunkt der Festnahme trug der Täter seine Schreckschusspistole noch immer bei sich.

Diffuse Bedrohungslage in Erfurt

Gestern kam es im Bereich des Erfurter Angers zu einem Großeinsatz der Polizei, nachdem es einen Hinweis auf einen bewaffneten Mann gegeben hatte. Durch die Beamten vor Ort wurde der Bereich um das Parkhaus des Einkaufszentrums Anger 1 abgesperrt. Im Zuge dessen meldeten sich zwei Jugendliche (16 Jahre) bei den Beamten und gaben an, sich im Vorfeld im Parkhaus befunden zu haben. Einer der Jugendlichen führte eine Softair-Pistole mit sich. Während erster Befragungen stellte sich heraus, dass diese selbst den Polizeieinsatz ausgelöst hatten, indem sie einen im Parkhaus
befindlichen Notrufknopf betätigten und in der Folge das Sicherheitsunternehmen des Parkhauses über eine Person mit einer Waffe informierten. Durch das Sicherheitsunternehmen wurde darauf
hin die Rettungsleitstelle Erfurt kontaktiert.

Im Nachgang meldete sich ein Zeuge bei der Polizei, welcher mitbekommen hatte, dass die Jugendlichen sich im Vorfeld der Tat über die Ausführung abgesprochen hatten. An dem Einsatz waren zahlreiche Einsatzkräfte beteiligt, darunter Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes, ein Polizeihubschrauber sowie Unterstützungskräfte der Bundespolizei. Es wurden Ermittlungen wegen des Verdachts des Missbrauch von Notrufen aufgenommen.

Syrer schlägt Afghanen brutal nieder

Wegen einer Körperverletzung wurde die Jenaer Polizei am gestrigen Sonntagnachmittag in die Johannisstraße gerufen. Ein 37-Jähriger syrischer Asylbewerber hatte gewaltsam versucht, an das Aufenthaltsdokument eines 23-Jährigen Afghanen zu gelangen. Dabei schlug er dem Afghanen mit der Faust zunächst ins Gesicht. Als dieser dann am Boden lag, wurde ihm ein Tritt gegen die Schläfe versetzt. Passanten konnten schließlich beide Männer bis zum Eintreffen einer Polizeistreife voneinander trennen. Der Tatverdächtige wohnt in Hamburg und verfügte über keine Geldmittel mehr, um zurückzufahren. Um den Zug benutzen zu können, wollte er offenbar den Ausweis seines Opfers rauben. Gegen den Beschuldigten erließ der Richter am Amtsgericht am späten Nachmittag einen Haftbefehl. Noch während der Haftvorführung beleidigte und bedrohte der Beschuldigte den Dolmetscher. In diesem Zusammenhang wird eine weitere Anzeige gegen den Mann aufgenommen.

Wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt die Saalfelder Polizei gegen einen Asylbewerber aus Eritrea. Der 20-Jährige steht in dringendem Verdacht, am Samstagmorgen in einer Asylbewerberunterkunft einen 22-jährigen Landsmann mit einem Besenstiel geschlagen und verletzt zu haben. Das Opfer erlitt eine Platzwunde am Arm. Sicherheitspersonal des Objekts verständigte schließlich die Polizei. Die Beamten erhoben vor Ort die Personalien der Beteiligten und fertigten eine Strafanzeige. Nach ersten Zeugenaussagen soll der Auseinandersetzung ein Streit um Geld vorausgegangen sein. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf dauern derzeit noch an.

Unglaublich, aber wahr!

Am vergangenen Freitag kam es zwischen zwei deutschen und drei ausländischen Tatverdächtigen zu mehreren Körperverletzungshandlungen mit jeweils einem Verletzten im Bereich des REWE-Marktes in Sondershausen. Anderthalb Stunden später gerieten dann ein Dutzend Asylbewerber und 15 bis 20 deutsche Suffköpfe aneinander. Es kam zu lautstarken, verbalen Auseinandersetzungen, vereinzelt kam es zu Flaschenwürfen aus der Gruppierung der Deutschen. Um die Streithähne auseinanderzuhalten, haben die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Kyffhäuser nicht ausgereicht. Es bedurfte der zusätzlichen Unterstützung durch Einsatzkräfte der Polizeiinspektionen Unstrut-Hainich und Nordhausen. Auch Beamte der Bereitschaftspolizei Thüringen mussten hinzugezogen werden. Das geht aus dem Bericht der Landespolizeidirektion Thüringen hervor.

Nur mit körperlicher Gewalt sowie dem Einsatz von Pfefferspray gelang es den eingesetzten Polizeibeamten, beide Gruppierungen auseinander zu halten. Diese suchten jedoch immer wieder die Konfrontation, vereinzelt kam es zu versuchten gefährlichen Körperverletzungshandlungen durch Treten, Schlagen oder Flaschenwürfen. Gepaart waren diese mit Beleidigungs- und Bedrohungshandlungen. Bei einem deutschen sowie einem ausländischen Tatverdächtigen wurde jeweils ein Messer wahrgenommen, welches aber nicht bei den Handlungen zum Einsatz kam. Ein Messer konnte sicher gestellt werden.

Bisher konnten neun Männer im Alter zwischen 15 und 26 Jahren aus der Gruppe der Asylbewerber sowie sechs Männer und zwei Frauen im Alter von 26 bis 46 Jahren aus der deutschen Gruppierung identifiziert werden. Die Ermittlungen laufen u. a. wegen Landfriedensbruch.

GdP-Chef Christ: Es gibt viel zu tun, den Polizistenberuf attraktiver zu machen

Frage: Wo sieht die GdP in Thüringen den “Königsweg”, die Polizei schnellstmöglich auf den Personalbestand zu bringen, der aktuellen und künftigen Erfordernissen genügt? 

Kai Christ: Das Hauptproblem derzeit besteht darin, zu mehr als den bisher geplanten Einstellungen zu kommen, um überhaupt den Personalbestand halten zu können! 200 neue Polizisten in 2017 und 2018 genügen da bei weitem nicht. Es werden im nächsten Jahrzehnt deutlich mehr Thüringer Polizisten in Pension gehen.

Frage: Nur in Meiningen werden Polizisten ausgebildet. Kann dort überhaupt geleistet werden, was für die Zukunft nötig wäre?

Kai Christ: Für ein Mehr an Ausbildung müsste sich dort einiges tun. Das betrifft Unterkünfte und Schulungsräume einerseits und den Bedarf an Ausbildern andererseits. Wenn dort geleistet werden soll, was zukunftsfähig ist, muss zuvor materiell und personell einiges passieren. Für die notwendige zahlenmäßige Ausbildung ist Meiningen derzeit nicht gerüstet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf

Frage: Ist die Polizei als Arbeitgeber überhaupt attraktiv genug für junge Menschen?

Kai Christ: Wir erleben seit Jahren ein Auf und Ab. Potenzielle Bewerber, die wir gern in den Reihen der Polizei sehen würden, können momentan aus einer Vielzahl ungleich attraktiverer Angebote der Wirtschaft wählen. Da ist es schwer, mit einem Beruf zu werben, der neben einer Vielzahl von Überstunden noch weitere Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Wer als Bewerber aufs Geld schaut, wird dann lieber in Hessen Polizist.
Es ist unterirdisch, dass “alte Hasen” im mittleren Dienst mit einer Gehaltsgruppe A7, bestenfalls A8, in Pension gehen! Bundesweit liegt Thüringen bei den Ländern, die noch Polizeibeamte im mittleren Dienst haben, weit vorn. Nicht unbedingt Werbung für unseren Beruf. Hinzu kommt, dass in immer stärkerem Maße der Respekt gegenüber der Polizei abhanden gekommen ist.

Frage: Gespräche landauf und landab genügen, um festzustellen, dass die Motivation vieler Polizisten (vor allem derer, die tagtäglich im Streifenwagen sitzen), im Sinkflug ist. Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, um da wieder zu einstigen “Höhenflügen” zu kommen?

Kai Christ: Wie bereits gesagt, sind die Aufstiegsmöglichkeiten sehr begrenzt. Für mich ist es seine Schande, dass Polizeibeamte, die weder goldenen Löffel klauen noch unrechtmäßig jemanden auf der Straße erschießen, nicht wenigstens zwei Mal in ihrem Leben befördert werden. Hier ist die Landesregierung mehr als gefordert.
Von unmotivierten Beamten möchte ich nicht sprechen. Von vielen, die ausgepowert sind, schon eher. Zum Glück machen die Thüringer Polizisten aber nicht Dienst nach Vorschrift. Ich kann nur immer wiederholen: Eine zeitgemäße personelle und materielle Ausstattung der Polizei ist das A und O.

Kai Christ ist am kommenden Mittwoch, 26. Juli, in Saalfeld zu Gast bei „Talk im Prinz“ („Hacienda Mexicana“, Wöhlsdorf 1). Ein ebenso aktuelles wie brisantes Thema: „Was kommt nach Hamburg?“ Es moderiert Hendrik Püschel, anschließend Diskussion. Einlass ab 18 Uhr, Beginn um 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Frage: Immer mehr Gewalttaten richten sich direkt gegen Polizisten in Deutschland. Worin sehen Sie die Ursachen für die wachsende Gewalt? Macht die Politik genug, um der Polizei den Rücken zu stärken?

Kai Christ: Gewalt, nicht nur gegen Polizisten, ist leider ein gesellschaftliches Problem geworden. Zu viele haben vergessen, in wessen Händen das Gewaltmonopol liegt. Der Schutz durch die Uniform, der durch den gesellschaftlichen Konsens über die Autorität der Polizei entstand, ist immer öfter dahin. Es kann und darf aber nicht sein, dass ausgerechnet das Uniformtragen zu einem erhöhten Risiko führt, Opfer einer Straftat zu werden. Die Prävention muss zu einem Anliegen aller werden und muss zeitig beginnen, sowohl in der Familie als auch in der Schule. Denn T-Shirts mit einer “ACAB”-Aufschrift sind weder zeitgemäß noch witzig.

Ihre Kollegen nehmen Straftäter fest, treffen diese aber kurze Zeit danach auf freiem Fuß? Ihre Forderungen an die Justiz?

Kai Christ: Es gibt eine Vielzahl von Straftaten, die ohne Vorliegen von Haftgründen dazu führen, dass Täter bis zum Prozess auf freiem Fuß bleiben. Das mag ärgerlich, zuweilen auch unverständlich sein – aber es ist geltendes Recht. Damit müssen die Kollegen leben, auch wenn sie gelegentlich heulen könnten vor Wut.
Schwieriger wird es für Polizisten, wenn z. B. für Fahren ohne Führerschein eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr möglich ist, Straftäter aber auch nach der x-ten Tat noch immer auf freiem Fuße sind. Hier ist die Justiz definitiv gefordert, Strafrahmen auch auszuschöpfen. Damit würde sich auch der Ruf nach härteren Gesetzen erledigen.

Kai Christ (46) ist seit 2014 Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Thüringen.

Innenminister lenkt ein: Erhöhung des Sonderurlaubs auf drei Tage

In ihrer gestrigen Pressemitteilung hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Thüringen e.V. (DPolG) die Erhöhung des Sonderurlaubes der in Hamburg eingesetzten Polizisten von einem auf drei Tage gefordert. Nun, nachdem klar wurde, dass in nahezu allen Bundesländern die eingesetzten Kolleginnen und Kollegen drei Tage Sonderurlaub erhalten, hat Innenminister Dr. Poppenhäger entschieden, auch den Thüringer Polizistinnen und Polizisten, welche in der Hansestadt ihren Dienst taten, drei Tage Sonderurlaub zu gewähren.

„Wir begrüßen die Entscheidung des Innenministers, den Kollegen die gleiche Wertschätzung für ihre Leistungen entgegen zu bringen, wie dies bundesweit der Fall ist.“ erklärt der DPolG Landesvorsitzende Hoffmann. „Es ist immer ein gutes Signal, wenn Entscheidungen nicht dogmatisch getroffen, sondern auch den Entwicklungen angepasst werden. Dies trägt auch wesentlich dazu bei, die Motivation unserer Kolleginnen und Kollegen im Dienstalltag zu erhöhen.“

Wenn der Gärtner löscht

Mehr muss man über die Fachkräfte im „Löschzentrums“ von facebook, wo auch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Heiko Maas durchgesetzt werden soll, nicht wissen:

Alle drei Mitarbeiter, mit denen die Journalisten sprechen können, sind seit mehr als einem Jahr dabei: eine Grafik-Designerin, eine Social-Media-Managerin, ein Landschaftsgärtner.

Bei so viel geballter Kompetenz muss einem um die Meinungsfreiheit nicht bange sein!

Toter auf Autobahnrastplatz

Gegen 10:00 Uhr am heutigen Vormittag stellte eine Streife der Autobahnpolizei auf dem Parkplatz „Erfurter Becken“ (westlich der BAB 71, Richtung Schweinfurt) einen VW Caddy fest, der sich selbstständig aus einer Parkbucht bewegt hatte, da weder Handbremse noch ein eingelegter Gang den verschlossenen Kastenwagen gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert hatten. Durch die Autobahnpolizei konnte über das Kennzeichen eine Thüringer Firma als Halter des Fahrzeuges ermittelt werden. Gegen 11:00 Uhr wurde durch einen Mitarbeiter der Firma das Auto mittels Zweitschlüssel geöffnet. Im Heck des Transporters ohne Seitenscheiben wurde dabei eine männliche Leiche aufgefunden. Der hinzugezogene Notarzt konnte die Todesursache nicht sicher feststellen, so dass in der Folge die Kriminalpolizei und die Gerichtsmedizin zum Einsatz kamen.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen konnten keine Hinweise für eine Fremdeinwirkung als todesursächlich festgestellt werden. Für den morgigen Vormittag wurde die Obduktion des Toten in der Gerichtsmedizin in Jena angeordnet, um die Umstände seines Ablebens sowie seine Identität sicher klären zu können. Bislang gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Toten um den 53-jährigen Nutzer des VW Caddy handelt.

Ermittlungen gegen betrügerische Rechtsanwälte

Die Staatsanwaltschaft Gera führt gegen mehrere Angehörige einer Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Jena und weitere Beteiligte ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges in Tateinheit mit strafbarer Werbung. Unter den Beschuldigten befinden sich mehrere Rechtsanwälte, teilte das Landeskriminalamt mit.

Gestern wurden in diesem Zusammenhang bundesweit Durchsuchungen in fünfzehn Objekten in den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg durchgeführt, um beweiserhebliche Unterlagen und Daten zu erlangen. An den Durchsuchungsmaßnahmen nahmen acht Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Gera und eine Vielzahl von Beamten des Thüringer Landeskriminalamtes, der Landespolizeidirektion Jena, und weiterer Polizeidienststellen teil.

Das Ermittlungsverfahren beruht auf mehreren Strafanzeigen gegen Verantwortliche der betroffenen Rechtsanwaltskanzlei und weitere Personen. Gegen diese besteht der Verdacht, mehrere tausend Kapitalanleger, deren Kapitalanlagen in Schieflage geraten waren, unter Einbindung vermeintlich unabhängiger Anlegerschutzvereine angeschrieben zu haben, um sie zur Erteilung eines Mandats zur Geltendmachung von Ansprüchen zu bewegen, für deren Durchsetzung entweder keine bis verschwindend geringe Erfolgsaussichten bestanden oder deren Durchsetzung für die Geschädigten wirtschaftlich sinnlos war.

Dabei sollen an die Kapitalanleger standardisierte Schreiben mit unrichtigen und irreführenden Angaben versandt worden sein. Mehrere tausend der bereits geschädigten Kapitalanleger sollen daraufhin verschiedenen in der betroffenen Rechtsanwaltskanzlei tätigen Rechtsanwälten Mandate erteilt und sich im Anschluss Gebührenforderungen durch die Kanzlei ausgesetzt gesehen haben.

Da die Ermittlungen noch am Anfang stehen, können zur Schadenshöhe derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.

Vier Räuber oder eine Räuberpistole?

Am Dienstagvormittag soll es in der Schaalaer Chaussee in Rudolstadt zwischen 11 Uhr und 12 Uhr zu einem Raubüberfall gekommen sein. Das berichtete ein 21-jähriger afghanischer Asylbewerber der Polizei. Nach Aussage des Afghanen wurde er in der Nähe einer Bushaltestelle von vier maskierten Männern angesprochen. In der Folge habe ihm einer der Unbekannten eine Bierflasche an den Kopf geschlagen. Ein weiterer Täter habe ihn gegen den Kopf getreten, woraufhin der 21-Jährige zu Boden ging und bewusstlos wurde. Als er wieder zu sich kam, fehlten sein Portemonnaie mit Ausweisdokumenten und Bargeld. Die Täter waren bereits vom Tatort geflohen.

Die Täter wurden durch den Asylbewerber wie folgt beschrieben:
– Das Alter der vier unbekannten Personen wurde auf zwischen 20 und 30 Jahre geschätzt.
– Zwei Personen wurden als schlank beschrieben.
– Zur Bekleidung beschrieb der Geschädigte, dass zwei Täter schwarz gekleidet waren und Stiefel trugen.
– Alle vier Täter sollen eine schwarze Maske vor dem Gesicht getragen haben.

Der junge Afghane wies leichte Verletzungen im Gesicht auf und war vorsorglich zur medizinischen Betreuung über Nacht im Krankenhaus untergebracht.

Die Kripo Saalfeld führt die weiteren Ermittlungen und bittet um Zeugenhinweise. Hinweise zu den unbekannten Tätern werden unter Tel. 03672/417-1464 entgegen genommen.

Ein Tathergang, der Widersprüche aufweist. Auf Nachfrage des SaaleJournal erklärte soeben ein Polizeisprecher, dass „in alle Richtungen ermittelt wird“. Es sei nicht auszuschließen, „dass sich die Geschichte nicht so wie geschildert zugetragen hat.“

Einsatzübung der Thüringer Polizei in Rudolstadt

In Verantwortung der Landespolizeidirektion fand heute in und um Rudolstadt eine Landeseinsatzübung der Thüringer Polizei statt. Mit der Vorbereitung und Ausrichtung der Übung war die Bereitschaftspolizei Thüringen beauftragt. Die beteiligten Polizeibeamten trainierten das Zusammenwirken der Einsatzzüge der Landespolizeiinspektionen mit den Einsatzeinheiten der Bereitschaftspolizei sowie den Spezialeinheiten der Thüringer Polizei bei möglichen lebensbedrohlichen Einsatzlagen im Rahmen von Großveranstaltungen. Dabei trainierte man unter anderem das gemeinsame Agieren bei möglichen Anschlägen und Geiselnahmen. Das Übungsszenario sah eine Explosion auf einem fiktiven Campingplatz und eine anschließende Flucht von Tatverdächtigen mit zwei Fahrzeugen in unterschiedliche Richtungen vor.

Die Übungsabläufe fanden in den Liegenschaften der Polizei im Rudolstädter Ortsteil Cumbach sowie im dortigen Bereich der „Großen Wiese“ statt. Es handelte sich dabei ausschließlich um Übungen zu fiktiven Gefahrenlagen. Es bestand zu keiner Zeit eine reale Gefahr für die Bevölkerung.

Die örtlich zuständigen Sicherheitsbehörden, Feuerwehren und Rettungsdienste waren im Voraus zur Übung informiert und hospitierten teilweise bei den polizeilichen Maßnahmen. Nach einer ersten Bilanz der Übungsleitung verliefen die gemeinsamen Übungen zum Alarmieren, Koordinieren, Absperren, Räumen, Fahnden und Festnehmen überwiegend erfolgreich.

Durch die Landeseinsatzübung der Thüringer Polizei, welche jährlich jeweils in unterschiedlichen Regionen Thüringens und zu variierenden Übungsszenarien stattfindet, konnten wichtige Handlungsabläufe bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen mit den beteiligten Polizeikräften trainiert und gefestigt werden. Diese Übungen werden durch die Polizei langfristig vorbereitet und anschließend intern ausführlich ausgewertet. Dabei werden permanent neue Erkenntnisse zu möglichen Bedrohungsszenarien aus der aktuellen Lage betrachtet, um Handlungssicherheit zu erzeugen. Nicht zuletzt dienen diese Übungen dazu, mit der neuen Schutzausrüstung unter so realen Bedingungen wie möglich zu üben.

Foto: Polizei

Jena: Angriffe auf Polizisten

Während einer Streife im Jenaer Paradies beobachteten Polizeibeamte gestern am späten Nachmittag wie ein 18-jähriger syrischer Asylbewerber ein Messer gegen einen 24 Jahre alten Deutschen erhob. Der Messermann wurde sofort festgenommen und mit Handfesseln fixiert. Die Nacht verbrachte er in einer Gewahrsamszelle. Ursache war eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Jugendgruppen.

Um 18.40 Uhr kam es dann gestern an gleicher Stelle zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Brüdern (24 und 25, deutsch). Aus einem Streit wurden Tätlichkeiten, die von Polizeibeamten unterbunden wurden. Als die Beamten versuchten, die beiden Streithähne zu trennen, richtete sich die Wut des 25-Jährigen plötzlich gegen diese. Er versuchte, die Beamten wegzustoßen, um wieder zu seinem Bruder zu gelangen. Die Beamten brachten ihn zu Boden, woraufhin er wüste Beleidigungen ausstieß. Selbst im Streifenwagen noch versuchte er sich mit Kopfstößen und Tritten in Richtung der Beamten zu widersetzen. Auch ein 21-jähriger Freund der Brüder mischte sich ein. Die Beamten hielten ihn auf, wobei er versuchte, sich zu befreien. Dabei schlug er einen Polizeibeamten gegen den Kopf. Er wurde danach mit Handfesseln fixiert und zur Dienststelle gebracht. Gleiches betraf einen 23-Jährigen Libyer, der einen Beamten von hinten mit der Faust auf den Kopf geschlagen hatte und ihn wegziehen wollte. Gegen ihn läuft eine Anzeige wegen Gefangenenbefreiung.

Insgesamt schätzten die Beamten ein, dass sich ca. 500 Personen im Paradies befanden. Das Aggressionspotential war hoch, was sich auch in den Angriffen auf die Polizisten widerspiegelte. Gemeinsam mit der Jenaer Polizei und der hiesigen Einsatzunterstützung waren Beamte der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Sechs Beschuldigte verbrachten im Anschluss den größten Teil der Nacht in polizeilichen Gewahrsamszellen. Ein Bereitschaftsrichter war durch die Beamten einbezogen worden. Er kam zur Dienststelle und verfügte die Freiheitsentziehungen. Die Ermittlungen werden weiter fortgesetzt. Mehrere Jugendliche filmten die Auseinandersetzungen und Maßnahmen der Polizei oder machten aus nächster Nähe Selfies mit den am Boden agierenden Beamten im Hintergrund.