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Sprengstofflager ausgehoben

Polizeibeamte haben am Dienstag wegen des Verdachts einer schweren Sprengstoff-Straftat vier Häuser in Rudolstadt und Uhlstädt-Kirchhasel durchsucht. Sowohl Sprengstoff als auch Chemikalien wurden dabei von der Saalfelder Kriminalpolizei sichergestellt. Mehr als 100 Kilogramm verschiedener Substanzen, die zur Sprengstoffherstellung tauglich sind, wurden gefunden: Unter anderem Buttersäure, Magnesium- und Schwefelpulver sowie Calciumcarbid. Zudem seien diverse Utensilien sichergestellt worden, mit denen aus den verschiedenen Stoffen Sprengstoff hergestellt werden könnte. Neben einer Schreckschusswaffe sowie Cannabis stießen die Ermittler bei der Durchsuchung auch auf eine Aufzuchtanlage für Cannabis.

Zwei 31 und 25 Jahre alten Tatverdächtigen wird vorgeworfen, ein Explosions- oder Strahlungsverbrechen vorbereitet zu haben. Einer der beiden Tatverdächtigen ist führendes Mitglied im sogenannten „Bündnis Zivilcourage und Menschenrechte“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Zumsaru). Am 13. Dezember 2016 wurde er stellvertretend für Zumsaru in Erfurt von der damaligen Bildungsministerin mit einem Anerkennungspreis beim Thüringer Demokratiepreis geehrt.

Aufgeflogen sind die Tatverdächtigen, weil ein Zeuge die Polizei informiert hatte, dass größere Mengen an Düngemitteln beziehungsweise Chemikalien geliefert worden seien.

Die Saalfelder Kripo und Spezialisten des Landeskriminalamts arbeiten an dem Fall. Wie ein Sprecher der LPI Saalfeld soeben erklärte, befinden sich beide Tatverdächtige auf freiem Fuß. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.