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SLF-RU: Weniger Bedarfsgemeinschaften

Im April 2016 wurden im Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt weniger Bedarfsgemeinschaften betreut. Die aktuelle Zahl liegt bei 4.619 und somit 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Einerseits stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Stichtag 30. September um 1,6 Prozent, gleichzeitig signalisieren Unternehmen immer mehr Ersatzbedarf, da in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche Mitarbeiter das Rentenalter erreichen.

„Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt verschiebt sich quantitativ und qualitativ. Das Arbeitskräftepotential verringert sich. Daher müssen wir in Zukunft Potenziale noch stärker nutzen. Besteht bei Arbeitgebern grundsätzlich Bereitschaft für die Einstellung von z.B. Langzeitarbeitslosen, kann der gemeinsame Arbeitgeberservice von Jobcenter und der Agentur für Arbeit Jena finanziell unterstützen oder durch Qualifizierung Defizite ausgleichen“, so Birgit Becker, Leiterin der Agentur für Arbeit Jena. Steigende Einkommen wirken sich direkt auf die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften aus. So ging die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem erwerbstätigen Leistungsbezieher und ergänzendem Arbeitslosengeld II-Bezug spürbar zurück. Im Dezember 2015 bezogen 1.845 Personen ergänzend Arbeitslosengeld II, 198 oder rund zehn Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern sank im Landkreis. Gab es 2015 noch 1.345 Bedarfsgemeinschaften mit Kind Arbeitslosengeld II, so sind es jetzt 1.229. Ein Rückgang von knapp 9 Prozent. Alleinerziehende mit Kind profitieren weniger stark von der positiven Entwicklung. Sie erzielen mit ihrer Erwerbstätigkeit oftmals kein ausreichendes Einkommen, um den Transferbezug zu vermeiden. Im Dezember 2015 bezogen 825 Alleinerziehende mit min-destens einem Kind Arbeitslosengeld II. Vor einem Jahr waren es noch 862, der Rück-gang fiel also mit 4,3 Prozent deutlich geringer aus. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt investierte im vergangenen Jahr rund 15.784.000 Euro in Kosten für Unterkunft und Heizung. 2014 waren es noch 16.779.000 Euro. Der Rückgang der Bedarfsgemeinschaften sorgte somit für Einsparungen von knapp einer Million Euro.