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Scheinkandidaten: Abräumer und Abgeräumte

Die Abräumerin des Landkreises war die Bürgermeisterin von Unterwellenborn, Andrea Wende. Als Scheinkandidatin an der Spitze der Liste der Freien Wählergemeinschaft bekam sie 3.302 Stimmen der rund 4.600 Wahlberechtigten. Unterm Strich: Die Freie Wählergemeinschaft errang eine absolute Mehrheit.

Bürgermeister Dr. Steffen Kania (CDU) deklassierte in Saalfeld seine Mitbewerber bei der Stimmenzahl (4.689) förmlich und verhinderte so einen Absturz seiner Partei. Dumm nur, dass er als Scheinkandidat angetreten war und sein Mandat an einen Hinterbänkler fallen wird.

Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) erreichte in Rudolstadt die mit Abstand höchste Stimmenzahl (4.275). Auch er konnte der Versuchung nicht widerstehen, als Scheinkandidat anzutreten.

In Probstzella unterlag mit 395 Stimmen der Scheinkandidat und Bürgermeister Sven Mechtold (SPD) sowohl seinem auf Listenplatz 9 angetretenen Parteifreund Steffen Handke (407 Stimmen) als auch Andreas Gloth-Pfaff (Feuerwehren und Vereine) – mit 482 Stimmen auch „Stimmenkönig“ in Probstzella – und gehört daher eher zu den Abgeräumten.

Dass man auch ohne Scheinkandidaten erfolgreich sein kann, bewiesen die Freien Wähler als Wahlsieger in Bad Blankenburg, obwohl sie ihren Bürgermeister Mike George nicht vornweg schickten. Ein stolzes Ergebnis erzielte auch in Kaulsdorf der Gewerbe- & Fremdenverkehrsverein ohne Bürgermeisterin Kerstin Barczus als Scheinkandidatin. In Uhlstädt-Kirchhasel nützte der CDU der Verzicht von Bürgermeister Tony Hübler nichts, sie sackte in der Wählergunst deutlich ab. Der frisch gewählte Bürgermeister von Königsee, Marco Waschkowski, hatte gleichfalls auf diese umstrittene Form der Kandidatur verzichtet.