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Saalfelder Orangerie: Bürgermeister sieht in Schwarzbuch-Eintrag „verheerendes Signal“

Am Mittwoch trafen sich Vertreter der Stadt Saalfeld sowie der Architekt Bernd Schneider mit dem Thüringer Bund der Steuerzahler. In einem Gespräch sollte noch einmal über die Sanierung der Saalfelder Orangerie gesprochen werden, die der Bund der Steuerzahler (BdSt) in seinem Schwarzbuch aufgelistet hatte.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) habe mit seiner Kritik ein „verheerendes Signal gesendet“, erklärte Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) während eines Treffens mit dem Geschäftsführer des Thüringer Bundes der Steuerzahler, Steffen Peter, in der Orangerie: „Es ist ein schlechtes Zeichen für jede Kommune, die sich mit dem Gedanken trägt, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren.“

Grundsätzlich sei die Entscheidung, die Orangerie zu sanieren, nicht zu kritisieren und auch das Endergebnis könne sich sehen lassen, sagte Peter. Er räumte ein, dass die Sanierung auf Grundlage eines bereits erarbeiteten Konzeptes für die Nachnutzung erfolgt sei. Allerdings kritisierte er die aus Sicht des BdSt mangelnde Genauigkeit der Bauvorplanung. Wäre diese genauer erfolgt, wären die genauen Endkosten von 1,7 Millionen Euro bereits ersichtlich gewesen, ergänzte Peter: „Damit hätte der Stadtrat eine fundierte Entscheidung treffen können.“

Dem widersprach Kania entschieden. Über den gesamten Bauprozess sei intensiv mit dem Landesverwaltungsamt Thüringen und dem Landesdenkmalamt zusammengearbeitet worden. Auch der Stadtrat sei zu jedem Zeitpunkt über den Fortgang der Arbeiten und die Kostensteigerungen informiert worden: „Es kann niemand sagen, wir hätten nicht umfangreich über den Baufortschritt informiert.“

Auch Architekt Bernd Schneider äußerte sich gegenüber dem BdSt kritisch zur Aufnahme der Orangerie ins Schwarzbuch. So verwies er darauf, dass einem bereits vorliegendes Holzgutachten nicht zu entnehmen gewesen sei, wie hoch die Schäden etwa an der Dachkonstruktion gewesen seien. Auch die statischen Mängel an den Fundamenten der Orangerie konnten erst während der Bauarbeiten festgestellt werden. „Das Gebäude war in mehrfacher Hinsicht einsturzgefährdet. Wir mussten hier handeln“, ergänzte Schneider. Zudem verwies Schneider auf die besondere Art der Sanierungsbedürftigkeit. So seien viele der Holzbalken von Innen heraus weggefault. So etwas könne erst während der Arbeiten entdeckt werden. Ergänzend verwies Saalfelds Erste Beigeordnete Bettina Fiedler auf die Sanierung des Daches der Orangerie um die Jahrtausendwende. Selbst hierbei seien die Probleme der Konstruktion unentdeckt geblieben.
Architekt Bernd Schneider (links) erläuterte während des Treffens in der Orangerie Steffen Peter (rechts), Geschäftsführer des Thüringer Bundes der Steuerzahler, den Ablauf der Sanierung. Foto: Martin Hauswald