Allgemein Lokales & Regionales Wirtschaft

Saalfeld-Rudolstadt im Regionalranking weit hinten

strong>Wie leistungsfähig die 402 deutschen Städte und Kreise sind, untersuchte das Regionalranking das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität 152 Städte und Landkreise schneiden sowohl bei der Bewertung ihres aktuellen Leistungsniveaus als auch ihrer wirtschaftlichen Dynamik überdurchschnittlich ab – 158 Regionen liegen dagegen in beiden Teilrankings unter dem Schnitt. Die Analyse in den drei Themenbereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität vergleicht sowohl den Status quo als auch die regionale Entwicklung seit der Finanzkrise im Jahr 2009.
Das Regionalranking 2016 der IW Consult offenbart große Unterschiede zwischen Deutschlands Regionen: Ein Großteil der erfolgreichen Regionen liegt aktuell im Süden Deutschlands, wie auch die drei wirtschaftlich stärksten Regionen, die Landkreise München und Starnberg sowie der Main-Taunus-Kreis. 89 der Top 100 Regionen im Niveauvergleich liegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.
Schwach schneiden Regionen im Ruhrgebiet, Ostdeutschland und im Norden Deutschlands ab. Dies offenbart die aktuelle Strukturschwäche vieler Regionen. Viele der schwachen Regionen haben sich auch seit der Krise unterdurchschnittlich entwickelt. Es bestehe das hohe Risiko, dass die jetzt schon schwachen Regionen weiter abgehängt werden, wenn sie nicht konsequent und zügig in die Zukunft investieren. Das Regionalranking 2016 zeige, so die Autoren, dass insbesondere Wirtschaftsräume mit einem hohen Anteil wissensintensiver Dienstleistungen und Industrien im Verbund punkten können, die getragen werden von hochqualifizierten Beschäftigten.
Statistik ThürtingenThüringen steht bundesweit wenig glänzend da. Spitzenreiter ist Suhl auf Platz 117, gefolgt von Jena auf Rang 154 und dem Eichsfeld auf Platz 241. Schlusslichter: Gera (Rang 391), Kyffhäuserkreis (Platz 377), Weimar (Platz 363) und der Landkreis Sömmerda auf Treppchen 352. (Tabelle: Kreisfreie Städte kursiv. Anklicken zur Großansicht.)
Die gute Nachricht: Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt steht im Thüringer Vergleich relativ gut da und lässt z. B. Erfurt und Weimar hinter sich. Die schlechte Nachricht: Bundesweit ist Rang 261 kein Ruhmesblatt. (Spitzenplatz: Landkreis München). Im Dynamikvergleich wird ein katastrophaler Platz 338 erreicht. SLF-RU steht bei der Beschäftigungsrate der Frauen noch am besten da: Rang 58 bundesweit. Spitzenreiter ist hier unerwartet ein Thüringer Landkreis: Hildburghausen. Beim Indikator Arbeitsmarkt wird Platz 51 erreicht (Spitzenreiter: Landkreis München). Auch beim Indikator Anteil der naturnäheren Fläche an der Bodenfläche sieht es noch gut aus: Platz 28 (Spitzenreiter: Landkreis Siegen-Wittgenstein). Vergelichsweise gut steht Saalfeld-Rudolstadt auch noch bei den Ärzte je 100.000 Einwohner da: Platz 158 (Spitzenreiter: Osnabrück). Was dann folgt, ist ein Trauerspiel:
Beim Indikator Altersquotient liegt der Landkreis auf dem unterirdischen Platz 391 (Spitzenreiter: Heidelberg). Ähnlich schlecht sieht es beim Anteil der hochqualifizierten Beschäftigten aus: Platz 387 (Spitzenreiter: Wolfsburg). Auch bei den Baugenehmigungen je 1.000 Einwohner wird es düster: Rang 358 (Spitzenreiter: Potsdam).