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Rettungsleitstelle weiterhin in Gefahr

Ausgerechnet vor Weihnachten gab es in der Kreistagssitzung noch eine Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter der Saalfelder Rettungsleitstelle. Auf Nachfrage des Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck (CDU)zum aktuellen Stand der Rettungsleitstelle berichtete Landrat Marko Wolfram (SPD), dass zurzeit ein Gutachten erstellt wird. Die Kreistagsmitglieder würden in den nächsten Wochen über dessen Inhalt informiert. Brisant dabei ist, dass nach den Überlegungen der Landkreisverwaltung eine Verlegung der Saalfelder Rettungsleitstelle nach Jena oder sogar eine Ostthüringer Lösung geplant sei.

Die Leitstelle in Saalfeld ist zuständig für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und den Saale-Orla-Kreis. Sie ist Tag und Nacht erreichbar über den Notruf 112. Unter der Servicenummer 03671/9900 können Havarien, ärztliche Notfälle oder Unfälle gemeldet werden.

Für Kreistagsmitglied Dr. Steffen Kania (CDU) steht fest, dass in Thüringen zwar eine Behördenreform erforderlich sei, aber nicht auf Kosten des ländlichen Raumes heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Leitstelle Saalfeld, die schon jetzt für den Saale-Orla-Kreis zuständig ist, kann mit Sicherheit auch für andere Regionen Aufgaben übernehmen. Wir haben vor Ort kompetente und engagierte Mitarbeiter. Warum sollen gerade Einrichtungen im ländlichen Raum geschlossen und verlegt werden?“, fragt der Saalfelder Bürgermeister. Besonders wichtig ist aus Sicht von Dr. Kania auch die regionale Koordinierung des Rettungsdienstes: „Die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle in Saalfeld kennen die örtlichen Besonderheiten. Da es bei medizinischen Notfällen um Minuten geht, kann das mitunter Leben retten.“

Kleine Leitstellen sollten demnach erhalten bleiben. Das Beispiel Sachsen zeige, dass hier schon weiter gedacht wird. Um die Rettungskräfte im Notfall besser koordinieren zu können, setzt Sachsen in Zukunft auf Unterleitstellen. Gerade bei Katastrophenfällen wie Stürmen und Hochwasser kommt es häufig zu einer Überlastung von großen Leitstellen. Deshalb werden in Sachsen bei sogenannten Großschadenslagen Notrufe an die Unterleitstellen vor Ort weitergeleitet, die dann die Koordination übernehmen.