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Prof. Michael Kaufmann bewirbt sich um AfD-Direktkandidatur zur Landtagswahl

Der Gebietsverband Saalfeld-Rudolstadt der AfD hatte gestern in Saalfeld zum Bürgerdialog mit zwei „Zugpferden“ geladen: MdB Stephan Brandner und Prof. Dr. Michael Kaufmann. Rund 70 Zuhörer überfüllten förmlich den Raum der Gaststätte „Das Loch“. Auch ein Dutzend Gegendemonstranten, flankiert von zwei Polizeifahrzeugen, war zur „Begrüßung“ in der Bad Blankenburger Straße erschienen.

Prof. Dr. Michael Kaufmann
Ein Thema, das Prof. Michael Kaufmann als studierter Energietechniker zu Beginn besonders ansprach, war die sogenannte Energiewende. „Ich sehe da große Fehlentwicklungen“, so Kaufmann. Er habe keine grundsätzlichen Einwände gegen Windkraft – aber es sei sehr wichtig, lokale Gegebenheiten und Bürgerinteressen zu beachten.
„Was mich sehr stört, ist die Verzerrung der Marktwirtschaft. Die massive Förderung von Windenergie setzt Fehlanreize zum Bau von Anlagen.“ Diese staatliche Bevorzugung zu Lasten der Verbraucher müsse enden, damit die Bürger nicht weiterhin den teuersten Strom Europas bezahlen müssen“, so Kaufmann. 2017 lag der durchschnittliche Strompreis für Privatkunden in Europa bei 20,45 Cent je Kilowattstunde – in Deutschland mit 30,48 Cent europaweit am höchsten.
Prof. Kaufmann (Platz 7 auf AfD-Landesliste) bewirbt sich am 24.11. im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt II (östlicher und südlicher Teil des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt um Saalfeld) um das Direktkandidat der AfD zur Landtagswahl 2019. Die Stärkung des ländlichen Raums – bisher von der Landesregierung stiefmütterlich behandelt – liege ihm besonders am Herzen. Dazu gehörten vor allem Perspektiven für junge Leute. Es dürfe nicht sein, dass das neue Schulgesetz die Attraktivität des ländlichen Raums für junge Familien deutlich mindere. Die Zukunft der Schul- und Studienabgänger müsse in gut bezahlten Arbeitsplätzen, nicht in Abwanderung liegen. „Dafür will ich mich stark machen“, so Prof. Kaufmann.
Prof. Kaufmann ferner: Da sei nach wie vor auch noch die ungelöste Euro-Rettungspolitik – vor allem angesichts der Probleme Italiens. „Eine Rettung dort würde deutlich teurer als die Griechenlands“, warnte er.
Der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner sezierte anschließend förmlich den Migrationspakt. Wenn dutzende Male von „Verpflichtung“ und „wir verpflichten uns“ die Rede sei, könne von Unverbindlichkeit keine Rede mehr sein. Über „soft-law“ könne der Pakt sehr wohl völkerrechtliche Bindungswirkung entfalten. Brandner warnte vor dramatischen Folgen, wenn später deutsche Gerichte in Zweifelsfällen Gesetze unter Berufung auf den Migrationspakt zugunsten von Klägern auslegen könnten. Aus illegaler Migration werde mit dem Pakt reguläre.
Der Pakt in der jetzigen Form versuche, die Migration zugunsten der Migranten und zuungunsten der Aufnahmestaaten zu regeln. Das sei nicht hinnehmbar. Der Bundestagsabgeordnete kritisierte zudem, dass der Pakt dazu auffordere, in den Medien über die Vorteile der Zuwanderung im Sinne einer „Bereicherung der Gesellschaft“ zu berichten.