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Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 der LPI Saalfeld vorgestellt

Die Aufklärungsquote der erfassten Straftaten 2018 lag mit 68,0 Prozent über dem bereits sehr guten Wert des Vorjahres (67,3%). Das geht aus der jüngsten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) der Landespolizeiinspektion Saalfeld hervor. Die Zahl der insgesamt erfassten Straftaten verringerte sich von 13.399 Straftaten im Jahr 2017 auf 12.838 in 2018. Damit setzt sich der im letzten Jahr bereits festgestellte, rückläufige Trend fort. So wurden 561 weniger Delikte registriert und bearbeitet als im Vorjahr. So verringerten sich die Fallzahlen der Deliktsbereiche Rohheitsdelikte (-98 Fälle), Diebstähle (-69 Fälle), Fälschungsdelikte (-70 Fälle) und vor allem der sonstigen Straftatbestände (-295 Fälle), zu denen vorwiegend Beleidigungen und Sachbeschädigungen zählen.

Die Straßenverkehrsunfallanalyse zeigte ebenfalls einen Rückgang der Zahl aller Unfälle auf 6546. Dies sind 184 weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen blieb mit 833 weitgehend konstant. Im Vorjahr waren es nur zwei mehr. Insgesamt wurden 1048 Personen bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt. 2018 kamen im Zuständigkeitsbereich der LPI Saalfeld acht Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Somit sind zwei Tote weniger als im Vorjahr zu beklagen.

Der Unterschied zwischen der Polizeilichen Kriminalstatistik und der tatsächlichen Kriminalitätslage besteht zwischen dem erfassten Hellfeld und dem je nach Deliktsart und -schwere unterschiedlich großen Dunkelfeld, also jenen Straftaten, die der Polizei nicht bekannt werden. Jährliche Änderungen der registrierten Kriminalität entsprechen nicht immer der realen Entwicklung, sondern können aus einer ungleichen Ausschöpfung des Dunkelfeldes, Änderungen in der Bevölkerungsstruktur, im Anzeigeverhalten der Bevölkerung sowie aus Schwankungen im Erfassungsprozess u. a. resultieren.

Der Anteil der Landespolizeiinspektion Saalfeld am Gesamtstraftatenaufkommen im Freistaat Thüringen beträgt 9,0 Prozent. Mit einer Häufigkeitszahl von 5.235 zählt der Landesinspektionsbereich seit mehreren Jahren zu den sichersten Regionen Thüringens und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt. Durch die Kriminalpolizeiinspektion Saalfeld wurden 2.515 Straftaten bei einer Aufklärungsquote von 65,5 % bearbeitet. Das entspricht einem Anteil von 19,6 % am Gesamtstraftatenaufkommen der Landespolizeiinspektion Saalfeld. Bei den bearbeiteten Straftaten handelt es sich vorwiegend um Delikte der Schwer- und Gewaltkriminalität. Den höchsten Bearbeitungsanteil am Gesamtstraftatenaufkommen der Landespolizeiinspektion Saalfeld weist der Inspektionsdienst Saalfeld mit 33,1 % auf.

Eine steigende Fallentwicklung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um +34 = 20,9 % (2017 = 129 Straftaten) ist bei Sexualdelikten zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote stieg von 89,9 auf 92,6 % (+2,7 %). Nach einem Anstieg der Straßenkriminalität 2016 ging diese im Jahr 2017 auf 1.514 Delikte zurück. Im Jahr 2018 stieg die Straßenkriminalität erneut auf 1.618 Fälle (+104) an. Das entspricht einem Anstieg um 6,4 %. Die Aufklärungsquote stieg um 1,4 % auf 33,9 % an.

Mit einer Gesamtzahl von 540 Straftaten bei den Graffitidelikten ist erneut ein Anstieg (+159) zu verzeichnen. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Sachbeschädigungen ist dies ein Anteil von 29,3 %. Der Straftatenbereich ist stark Dunkelfeld belastet, gelangt in einer Vielzahl von Fällen nicht zur Anzeige und kann folglich nicht straf- oder ordnungsrechtlich sanktioniert werden.

Die Delikte im Bereich der PMK (Politisch motivierte Kriminalität) sind im Schutzbereich der Landespolizeiinspektion Saalfeld weiter rückläufig. Mit 168 registrierten Straftaten (-69) hat die Landespolizeiinspektion Saalfeld einen Anteil von 9,3 % (Vorjahr 11,3%) am Straftatenanfall im Freistaat Thüringen und liegt damit deutlich unter der Fallerfassung des Jahres 2017. Die Aufklärungsquote beträgt 56,6 %.

Bereits seit 2017 wurde in der KPI Saalfeld wegen des bandenmäßigen Handels von Betäubungsmitteln sowie weiteren schweren Straftaten gegen eine Tätergruppe aus Rudolstadt ermittelt. Im Rahmen des Zugriffs im Sommer 2018 konnten mehrere Kilogramm Marihuana sowie geringe Mengen an Crystal sichergestellt werden. Insgesamt wurden im Zeitraum des Verfahrens 13 Haftbefehle vollstreckt und eine Vielzahl von Objekten durchsucht. Im Rahmen vermögensabschöpfender Maßnahmen wurden Immobilien, diverse Baumaschinen und Fahrzeuge sowie Wertgegenstände im Gesamtwert von ca. 211.000 Euro beschlagnahmt. Das Verfahren besteht aus 15 Ermittlungskomplexen mit derzeit 315 Ermittlungsverfahren. In Kürze beginnen die Prozesse gegen die Haupttäter.