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Polizei Jena fasst professionellen Betrüger

Fahndern der Kriminalpolizeiinspektion Jena gelang am vergangenen Montag die Festnahme eines mit zahlreichen Haftbefehlen (darunter auch einem Europäischen Haftbefehl) gesuchten 28-jährigen Betrügers. Der Mann veräußerte über mehrere Jahre auf verschiedenen Internetplattformen insbesondere Eintrittskarten zu diversen Veranstaltungen, aber auch weitere Waren. Aus den daraus erhaltenen Einnahmen bestritt er seinen Lebensunterhalt, denn einer regulären Arbeit ging er nicht nach. Da er die angebotenen Waren in der Regel nicht besaß, gingen die vertrauensvollen Käufer meist leer aus. Auf diese Weise erbeutete der junge Mann im Verlauf seiner betrügerischen Karriere mehrere 10.000 Euro.

Bereits im Jahr 2015 nahmen Ermittler aus Sachsen-Anhalt die Spur des Täters auf, welcher über einen unbestimmten Zeitraum im Grenzbereich zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen gelebt und von dort gehandelt haben soll. Aufgrund des konspirativen Auftretens des 28-Jährigen, der mehrere Identitäten nutzte, führte selbst eine eingeleitete Öffentlichkeitsfahndung zu diesem Zeitpunkt nicht zu seiner Ergreifung. Mehr als 200 Handlungen werden ihm derzeit zur Last gelegt, wobei die Kriminalpolizei von einer hohen Dunkelziffer ausgeht, und der Beschuldigte möglicherweise mehr als 1. 000 Mal Tickets und Waren veräußerte, die nicht existierten.

Nach Wiederaufnahme der Ermittlungen durch Thüringer Fahnder der KPI Jena im Zusammenwirken mit Kollegen der Fahndung Sachsen-Anhalt Süd konnte durch akribische Aufarbeitung der mittlerweile gegen den 28-Jährigen geführten bundesweiten Verfahren wegen Betruges neue Ermittlungsansätze herausgearbeitet werden. Der Gesuchte konnte
schließlich in Dortmund lokalisiert werden, wo er unter einer seiner Alias-Personalien lebte. Hier gelang am Montagabend – für ihn völlig überraschend – seine Festnahme. Dabei stellte sich heraus, dass er selbst seine Lebenspartnerin, mit der er mehrere Jahre zusammenlebt, nicht über seine wahre Identität aufgeklärt hatte. Den Beschuldigten erwartet nun bis zu einem Jahrzehnt Haft.