Blitzmarathon in Thüringen

Am morgigen Donnerstag (21. April) kann es thüringenweit teure Passfotos geben: Mit intensiven Geschwindigkeitskontrollen will die Polizei Temposündern den roten Blitz zeigen. Im Tagesverlauf müssen Motorisierte mit rund 80 Kontrollstellen im Freistaat rechnen.
Im Einsatz sind sowohl mobile Radaranlagen als auch zivile Einsatzfahrzeuge mit Videoüberwachung sowie Laserpistolen. Wie Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) jüngst bekannt gab, wird es weitere spezielle Aktionen im Jahresverlauf 2016 geben. Im Juni hat die Polizei Drängler auf Straßen und Autobahnen im Visier und im September wird gezielt das Anschnallverhalten der Autofahrer kontrolliert.
Teuer kann es morgen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt vor allem in Rudolstadt an drei Kontrollstellen werden: Jenaische Straße, Bayreuther Platz, Schaalaer Chaussee. Den Fuß vom Gas zu nehmen empfiehlt sich ferner in Beulwitz sowie in Uhlstädt auf der Jenaischen Straße. Auch wer in Bad Blankenburg in der Wirbacher Straße unterwegs ist, sollte den Tacho im Blick haben. Alle Kontrollstellen: Blitzermarathon in Thüringen
Foto: fotolia / S. Engels

Saalfeld-Rudolstadt im Regionalranking weit hinten

strong>Wie leistungsfähig die 402 deutschen Städte und Kreise sind, untersuchte das Regionalranking das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in den Bereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität 152 Städte und Landkreise schneiden sowohl bei der Bewertung ihres aktuellen Leistungsniveaus als auch ihrer wirtschaftlichen Dynamik überdurchschnittlich ab – 158 Regionen liegen dagegen in beiden Teilrankings unter dem Schnitt. Die Analyse in den drei Themenbereichen Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität vergleicht sowohl den Status quo als auch die regionale Entwicklung seit der Finanzkrise im Jahr 2009.
Das Regionalranking 2016 der IW Consult offenbart große Unterschiede zwischen Deutschlands Regionen: Ein Großteil der erfolgreichen Regionen liegt aktuell im Süden Deutschlands, wie auch die drei wirtschaftlich stärksten Regionen, die Landkreise München und Starnberg sowie der Main-Taunus-Kreis. 89 der Top 100 Regionen im Niveauvergleich liegen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.
Schwach schneiden Regionen im Ruhrgebiet, Ostdeutschland und im Norden Deutschlands ab. Dies offenbart die aktuelle Strukturschwäche vieler Regionen. Viele der schwachen Regionen haben sich auch seit der Krise unterdurchschnittlich entwickelt. Es bestehe das hohe Risiko, dass die jetzt schon schwachen Regionen weiter abgehängt werden, wenn sie nicht konsequent und zügig in die Zukunft investieren. Das Regionalranking 2016 zeige, so die Autoren, dass insbesondere Wirtschaftsräume mit einem hohen Anteil wissensintensiver Dienstleistungen und Industrien im Verbund punkten können, die getragen werden von hochqualifizierten Beschäftigten.
Statistik ThürtingenThüringen steht bundesweit wenig glänzend da. Spitzenreiter ist Suhl auf Platz 117, gefolgt von Jena auf Rang 154 und dem Eichsfeld auf Platz 241. Schlusslichter: Gera (Rang 391), Kyffhäuserkreis (Platz 377), Weimar (Platz 363) und der Landkreis Sömmerda auf Treppchen 352. (Tabelle: Kreisfreie Städte kursiv. Anklicken zur Großansicht.)
Die gute Nachricht: Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt steht im Thüringer Vergleich relativ gut da und lässt z. B. Erfurt und Weimar hinter sich. Die schlechte Nachricht: Bundesweit ist Rang 261 kein Ruhmesblatt. (Spitzenplatz: Landkreis München). Im Dynamikvergleich wird ein katastrophaler Platz 338 erreicht. SLF-RU steht bei der Beschäftigungsrate der Frauen noch am besten da: Rang 58 bundesweit. Spitzenreiter ist hier unerwartet ein Thüringer Landkreis: Hildburghausen. Beim Indikator Arbeitsmarkt wird Platz 51 erreicht (Spitzenreiter: Landkreis München). Auch beim Indikator Anteil der naturnäheren Fläche an der Bodenfläche sieht es noch gut aus: Platz 28 (Spitzenreiter: Landkreis Siegen-Wittgenstein). Vergelichsweise gut steht Saalfeld-Rudolstadt auch noch bei den Ärzte je 100.000 Einwohner da: Platz 158 (Spitzenreiter: Osnabrück). Was dann folgt, ist ein Trauerspiel:
Beim Indikator Altersquotient liegt der Landkreis auf dem unterirdischen Platz 391 (Spitzenreiter: Heidelberg). Ähnlich schlecht sieht es beim Anteil der hochqualifizierten Beschäftigten aus: Platz 387 (Spitzenreiter: Wolfsburg). Auch bei den Baugenehmigungen je 1.000 Einwohner wird es düster: Rang 358 (Spitzenreiter: Potsdam).

„Verkauf der Wasserkraftsparte von Vattenfall ist vom Tisch“

Etwaige Hoffnungen, dass Vattenfall seine Wasserkraftsparte am Thüringer Meer womöglich an einen hiesigen Investor veräußern könnte, sind endgültig gestorben. „Der Verkauf der Wasserkraftsparte ist definitiv vom Tisch. Alles bleibt bei Vattenfall.“ So kurz und bündig lautet die Antwort auf unsere Nachfrage bei Stefan Müller, Pressesprecher von Vattenfall. Der schwedische Energieriese hatte gestern eine Vereinbarung zum Verkauf seiner Braunkohlesparte an den tschechischen Energiekonzern EPH und seinen Finanzpartner PPF Investments unterzeichnet. Zu Vattenfall gehören die Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg, Schwarze Pumpe sowie der 50-Prozent-Anteil am Kraftwerk Lippendorf sowie die Tagebaue Jänschwalde, Nochten, Welzow-Süd, Reichwalde und der kürzlich ausgekohlte Tagebau Cottbus Nord.
Vattenfall ist der größte Betreiber von Wasserkraftanlagen in Deutschland und betreibt Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von ca. 3.000 Megawatt. Dazu gehören Laufwasserkraftwerke und Pumpspeicherwerke in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
Foto: Markus Altmann

Paradise lost: Was erfolgreiche Migranten über das neue Deutschland denken

Foto: David Friedman
Alexander Wendt, geboren 1966 in Leipzig, lebt und arbeitet derzeit in München und schrieb seit 1989 als Journalist und Autor unter anderem für „Die Welt“, „stern“, „Der Tagesspiegel“, „WirtschaftsWoche“ und „Focus“. 2005 gründete er die Galerie Quartier in Leipzig, die er bis 2010 leitete. Sein jüngstes Buch ist „Du Miststück – Meine Depression und ich“ (S. Fischer). Mehr auf dem Blog des Autors. Foto: David Friedman
Vor nicht ganz einem halben Jahr, am 20. November 2015, sagte die Grünenpolitikerin Katrin Göring Eckardt zwei Sätze, die das Format besitzen, auch und gerade in fünfzig Jahren noch zitiert zu werden: „„Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Ich sage euch eins: ich freu mich drauf.“

Inzwischen registrieren Parteivertreter von Göring-Eckhardts Grünen, von SPD und CDU allerdings eine Anomalie, die in ihrer Strategie so nicht vorgesehen war: Ausgerechnet viele arrivierte Migranten in Deutschland wollen sich über die angedrohten drastischen Veränderungen nicht so richtig mitfreuen. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg bekam die AfD in vielen Gegenden überdurchschnittlich viele Stimmen von Einwanderern, die schon seit Jahren hier leben. Hätten professionelle Vielfaltsverfechter echte Bekannte und Freunde unter den etablierten Einwanderern, dann wüssten sie, warum.

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Freund, der vor ein paar Jahren aus Weißrußland nach Deutschland kam, über die Massenmigration nach dem September 2015. Der Freund, nennen wir ihn Nikita, ist etwas über Mitte zwanzig, und arbeitet mittlerweile als Ingenieur in Süddeutschland. „Deutschland“, sagte Nikita, „war für mich das Paradies, als ich hierher kam. Ich möchte nicht, dass dieses Paradies zerstört wird.“ Wie viele Einwanderer musste er eine Garantiesumme bei einer Deutschen Bank hinterlegen – in seinem Fall Fünftausend Euro – und unterschreiben, dass er bis zu seiner Arbeitsaufnahme keine Sozialleistungen in Anspruch nehmen würde. Er empfand das nicht als Schikane. Schon als er nach Deutschland kam, besaß er ein Ingenieursdiplom, das hier anerkannt wurde. Er wollte keinem auf der Tasche liegen. Nikita sagt von sich, er sei kein Flüchtling, sondern ein Einwanderer (obwohl er gute Gründe hatte, aus der Diktatur Lukaschenkos zu verschwinden).

Warum sind die Deutschen so gleichgültig?
Trotzdem möchte er, dass Kriegsflüchtlinge hier in Deutschland Hilfe bekommen, auch von seinen Steuern. Er versteht nur nicht, warum er auch die staatliche Rundumfürsorge für abertausende nordafrikanische Jungpaschas mitfinanzieren darf, die weder als politisch Verfolgte noch Kriegsflüchtlinge kommen, aber auch kein nützliches Diplom mit sich führen, dafür aber Ansichten über Juden, Frauen und Schwule hegen, die sich kaum von der Weltsicht des letzten NPD-Holzschädels aus dem Erzgebirge unterscheiden. „Warum“, fragt er, können die einfach so kommen?“ Ohne Asylgrund, ohne Sicherheitsleistung von tausenden Euro, ohne Papiere, ohne Unterschrift unter eine Verzichtserklärung für Sozialleistungen, dafür mit Taschengeld vom ersten Tag an? Und warum, möchte er wissen, ist es so vielen Deutschen gleichgültig, dass immer mehr Schwimmbäder Sicherheitskräfte einstellen müssen, um sexuelle Übergriffe zu unterbinden, in aller Regel von jungen arabischen Männern? Warum verkommen bestimmte Stadtviertel zu Mikroversionen eines Failed State, beispielsweise die Gegend um das Kottbusser Tor in Berlin? Seit kurzem besitzt Nikita einen deutschen Pass. Für ihn ist das ein wertvolles Papier, das ihn unter anderem auch zum Wählen berechtigt. „CDU, SPD, Grüne und Linke werde ich jedenfalls nicht wählen“, sagt er.

Ein anderer guter Bekannter von mir aus München würde gern lieber heute als morgen das Land verlassen, in das er erst vor ein paar Jahren kam, damals mit ähnlicher Begeisterung wie Nikita. Nennen wir ihn Gideon. Er ist Jude aus Russland, seine Freundin stammt aus einem mittelasiatischen Land und studiert hier. Dafür musste sie eine Sicherheitsleistung von 7000 Euro hinterlegen und unterschreiben, dass sie keine Hilfen aus deutschen Sozialkassen beansprucht. Bei einer Pro-Israel-Demonstration in München 2014 sah und hörte er, wie junge arabische Männer am Straßenrand standen und „Tod, Tod Israel“ skandierten. Seit September 2015 strömen hunderttausende neue junge Araber nach Deutschland, die Juden ganz selbstverständlich für Feinde der Menschheit halten.

Gideon liest die Nachrichten aus Europa anders als die meisten Deutschen. Die Meldungen von dem Massaker im Jüdischen Museum in Brüssel, von den antisemitischen Anschlägen in Frankreich. Hinter jeder dieser Meldungen auf seinem Smartphone erscheint die Frage: Wann passiert es hier? Auch Gideon denkt keinen Moment daran, wirklich Hilfsbedürftigen die Unterstützung zu verweigern. Er findet nur, dass Leute nicht zu den Schutzbedürftigen zählen, die einem Land und damit einem Volk öffentlich den Tod wünschen. Zusammen mit seiner Freundin will er gar nicht erst Göring-Eckardts drastische Änderung Deutschlands bis zur Vollendung abwarten. Sein Plan sieht so aus: „Weg, sobald wie möglich.“

Migranten leiden am meisten unter illegaler Migration
Als nach den Silvesterübergriffen in Köln die Polizei plötzlich Razzien im so genannten marokkanischen Viertel Düsseldorfs durchführten, interessierten sich auch Journalisten für das, was die Einwohner dort zu sagen hatten, vor Jahren, manchmal vor Jahrzehnten eingewanderte Nordafrikaner, die dort Läden und Restaurants betreiben. Die Neuankömmlinge, in der Polizeisprache Nafris, nordafrikanische Intensivtäter, belagern dort die Straßen, stehlen in Läden, verkaufen Drogen, belästigen Kunden und Gäste. Die Umsätze der Geschäftsleute gehen stark zurück. Er habe überhaupt nichts gegen Leute, die Hilfe bräuchten, sagte ein marokkanischer Gastwirt vor seinem Restaurant. Aber die Leute hier, die kürzlich seine Gäste beklaut hätten, seien überhaupt keine Flüchtlinge, sondern Straßenkriminelle aus Marokko. Was man mit denen machen sollte? „Abschieben, sofort“, sagte der Restaurantbetreiber in die Fernsehkamera. „In Marokko gibt es keinen Krieg.“

Natürlich werfen Politiker und Medien den Erkläromaten an, um sich eine neue schmucke Theorie für das aus ihrer Sicht unbegreifliche Phänomen zu stanzen. In groben Zügen lautet diese Theorie folgendermaßen: Etablierte Migranten konkurrieren mit den neuen um knappe Güter wie staatliche Unterstützung, billige Wohnungen und Arbeitsplätze. Außerdem fürchteten sie, ihr Image könnte unter Migranten leiden, die nicht als Verfolgte kommen, und, um es vorsichtig auszudrücken, die Möglichkeiten eines liberalen und reichen Landes wie Deutschland so ausbeuten, dass es ausschließlich ihnen nutzt.

Die Erklärung ist gleich doppelt falsch. Erstens konkurrieren die Etablierten nicht mit anderen um Stütze. In aller Regel leben sie beruflich erfolgreich, oft als Unternehmer oder Selbständige. Gerade von autochthonen deutschen Dies-und-das-Aktivisten unterscheiden sie sich fast immer dadurch, dass sie keine staatlichen Subsidien in Anspruch nehmen. Ihr Weg führte immer über die Arbeit in die Gesellschaft. Und ein Imageschaden? Die allermeisten eingewanderten weißrussischen Ingenieure, marokkanischen Gastwirte und iranischen Ärzte empfinden sich ohnehin nicht als Teil eines Kollektivs mit zerbrechlichem Ruf, das sich fürchten müsste, für die Taten anderer zu haften. Wieso auch?

Der Gegenentwurf zu autoritären Regimen wankt
Es ist ein anderer Punkt, der sie bei aller Eigenständigkeit verbindet: Fast alle stammen aus gewalttätigen, anarchischen, kollektivistischen Gesellschaften, entweder sie selbst oder ihre Eltern. Deutschland erscheint ihnen eben deshalb als Paradies, weil es den Gegenentwurf repräsentiert: zivilisiert, geordnet, und gleichzeitig mit sehr viel Raum für ein Leben nach eigener Facon. Sie wünschen deshalb gerade keine drastische Änderung Deutschlands. Sie möchten, dass es im Wesentlichen so bleibt.

Wer die Alternative dazu kennengelernt hat, reagiert wahrscheinlich empfindlicher als viele Biodeutsche, wenn die öffentliche Ordnung unter dem Druck der Masseneinwanderung nachgibt. Wenn arabischen Herrenmännchen in jungen Frauen vor allem verfügbares Material sehen. Wenn in öffentlichen Räumen das Gewaltmonopol der Polizei flöten geht. Wenn in manchen Teilen Berlins die in letzter Zeit angekommenen ganz anderen Migranten das Recht des Stärkeren durchsetzen, wie es kürzlich eine junge Frau im Berliner „Tagesspiegel“ beschrieb:

„Ich kam nachts gegen zwei Uhr aus dem Club „Matrix“ in der Warschauer Straße und wollte nach Hause. Ein Typ folgte mir und fragte, ob ich Drogen kaufen wollte. Ich habe ihn gebeten, mich in Ruhe zu lassen. Er ging mir hinterher und kam mir so nahe, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spürte. Ich schrie. Er nannte mich eine Rassistin, weil ich mit ihm, einem Schwarzen, keinen Sex wollte. Weil er immer aggressiver wurde, wechselte ich die Straßenseite und schrie ihn weiter an. Ein anderer Typ kam dazu und sagte, ich solle mich beruhigen. Schließlich floh ich in den Dönerladen an der Revaler Straße, Ecke Warschauer Straße – ich floh, dabei mache ich Kampfsport. Weil mein Handy-Akku leer war, bat ich die Verkäufer, für mich die Polizei zu rufen. Die haben sich glatt geweigert, sagten, sie wollten keinen Ärger. Aber ich dürfe mein Handy laden! Draußen sammelte der Typ seine Dealerfreunde. Einer kam rein und schrie mich an – ich sei eine dreckige Schlampe, sie würden mich mit dem Messer draußen aufschlitzen, sobald ich den Laden verlasse. Ich floh hinter den Tresen. Schließlich half mir ein Pärchen aus Israel, obwohl die beiden kaum Deutsch sprachen und daher nicht alles verstanden hatten, was passiert war. Der Polizist am Telefon lachte kurz. ,Ach, da sind Sie, Revaler Straße, na das ist ja kein Wunder‘, sagte er.“

Eine andere Perspektive lässt klarer blicken
Und noch ein anderer Punkt unterscheidet Nikita und den marokkanischen Restaurantbesitzer bei allen sonstigen Differenzen von den seit eh und je Deutschen: Der Vorwurf des Rassismus prallt an ihnen wirkungslos ab. Sie wollen einfach nicht das pflichtgemäße Zusammenzucken lernen, das sich nach Ansicht der Willkommensfraktion bei jedem Kritiker der ungeregelten Masseneinwanderung nach dem Triggerwort Rassist! einzustellen hat. Auch die sonstigen Motivationssprüche beeindrucken die erfolgreichen Migranten nicht sonderlich. Erstens der Topos, wir hätten durch den westlichen Kolonialismus und die westlichen Waffenlieferung Schuld auf uns geladen: Gerade die erfolgreichen und gebildeten Araber in Deutschland wissen im Zweifel besser als aktivistische deutsche Journalisten, dass arabischen Länder eher kurz unter der westlichen Fuchtel standen, dafür aber sehr lange zum osmanischen Kolonialreich gehörten. Und außerdem, dass im Syrienkrieg höchsten die paar an die Peschmerga gelieferten deutschen Sturmgewehre und Milan-Raketen eine Rolle spielen, ohne die Kobane wahrscheinlich an den IS gefallen wäre, und dass es sich bei 99 Prozent aller auf syrischem Boden eingesetzten Waffen um solide sowjetische beziehungsweise russische Fabrikate handelt. Und auch das Narrativ, wir müssten ausnahmslos jeden über die Grenze lassen, „weil Opa für Adolf gekämpft hat“ (Jakob Augstein), finden sie für ihre Biografie nicht recht passend. Zu allem Überfluss nehmen sie es sich auch noch heraus, Deutschland, siehe oben, für ein gelungenes Land zu halten, und zwar in der Gestalt, in der es kennengelernt hatten, und nicht in der drastisch verformten Variante, auf die sich Katrin Göring-Eckhardt so intensiv freut, dass es bei ihr zu vorzeitigen Salbaderergüssen kommt.

Nikita jedenfalls wird sich von ihr nicht so einfach aus seinem Paradies verscheuchen lassen. Dafür ist er mittlerweile Patriot genug.

Schadholzeinschlag in Thüringen aufs Doppelte gestiegen

Insgesamt wurde 2015 mit 415.000 Kubikmetern mehr als doppelt so viel Schadholz eingeschlagen wie im Vorjahr (ein Plus von 215.000 Kubikmeter), teilte das Statistische Landesamt heute mit. Der im Jahr 2015 durch Wind- und Sturmschäden verursachte Holzeinschlag betrug 290.000 Kubikmeter und fiel damit um das Sechsfache höher aus als ein Jahr zuvor (49.000 Kubikmeter). Ursache hierfür war insbesondere das Ende März 2015 über Deutschland hinweggezogene Orkantief „Niklas“.
Aufgrund von Insektenbefall mussten im vergangenen Jahr 82.000 Kubikmeter Holz entfernt werden. Dies waren 28 Prozent weniger als noch im Jahr 2014. Mit einem Anteil von 20 Prozent am gesamten Schadholzeinschlag war Insektenbefall die zweithäufigste Ursache und betraf fast ausschließlich Nadelgehölze. Durch Schneebruch mussten im vergangenen Jahr 12.000 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden, doppelt so viel wie 2014.

Ermittlungen zu Neonazi-Übergriffen fast abgeschlossen

Die Ermittlungen zu den Neonazi-Übergriffen am 1. Mai vergangenen Jahres in der Saalstraße in Saalfeld nähern sich ihrem Abschluss. Von den insgesamt 177 Ermittlungsverfahren seien inzwischen 147 abgeschlossen, sagte uns heute LKA-Sprecherin Tina Büchner. Das Landeskriminalamt hatte 21 Tatverdächtige ermitteln können, darunter vier Frauen. Alle stammten nicht aus Thüringen, sondern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. Bei den brutalen Übergriffen waren drei jugendliche Punks zum Teil schwer verletzt worden.
Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen die rechten Gewalttäter wegen Landfriedensbruch. Seit fast einem Jahr ist in dieser Sache die Sonderermittlungsgruppe „Zesar“ (Zentrale Ermittlungen und Strukturaufklärung Rechts) beim LKA tätig.

Fahndung nach Serien-Einbrecher & Räubern

Zu einer Einbruchs-Serie ermittelt die Saalfelder Polizei und fahndet nun mit dem Bild aus einer Überwachungskamera nach dem bisher unbekannten Täter. Der Mann wird auf ein Alter zwischen 25 und 35 Jahre geschätzt wird und ist Brillenträger.
Seit Beginn diesen Jahres kam es im Bereich Königsee, Bad Blankenburg, Rudolstadt und Uhlstädt-Kirchhasel zu gehäuften Einbrüchen in Gartenhäuser. In vielen Fällen gelang es dem Täter nicht, in die Objekte vorzudringen oder es wurde nichts entwendet. Betroffen sind derzeit rund 60 Objekte. Bisher sind Sachschäden von rund 8.000 Euro entstanden. Der Wert der gestohlenen Gegenstände summiert sich auf bis zu 550 Euro.
Wer den Abgebildeten erkennt und Hinweise auf die Identität des Mannes geben kann, wird gebeten, sich mit der Saalfelder Polizei unter 03671/56-0 in Verbindung zu setzen.

Raub in Rudolstadt-Schwarza: Eine 25-jährige alkoholisierte Frau war laut Polizeiangaben am Sonntagmorgen mit dem Zug von Erfurt nach Rudolstadt-Schwarza gefahren und dort ausgestiegen. Vom Bahnhof Schwarza bis zur Grünfläche an der Zufahrt des Kauflandes in der Straße Am Spielborn wurde die Frau von einem ihr unbekannten Mann, der ein Fahrrad schob, begleitet.
Als beide im Bereich Kaufland angekommen waren, gesellte sich eine andere Frau hinzu. Plötzlich attackierte das Paar die 25-Jährige gewaltsam und raubte unter anderem ihr Mobiltelefon. Die Hilferufe der Frau wurden von Zeugen gehört, die ihr auch zu Hilfe kamen. Dabei bemerkten sie einen Mann, der auf einem Fahrrad vom Kaufland in Richtung Volkstedt-West davonfuhr und eine Frau, die dem Fahrradfahrer hinterher rannte und von diesem angesprochen wurde, sich zu beeilen.
Der männliche Räuber konnte laut Polizei wie folgt beschrieben werden:
1, 75 Meter groß, kräftige Gestalt
etwa 25 Jahre alt
kurzes Haar mit Halbglatze
graue Jogginghose
helles Shirt mit Brustprint
Fahrrad mit Gepäckträger und darin eine Kapuzenjacke
Die weibliche Tatverdächtige wurde wie folgt beschrieben:
1,65 Meter groß, schlank
etwa 18 Jahre alt
schwarze Kapuzenjacke, blaue Jeans, schwarze Handschuhe
Hinweise auf die beiden Unbekannten nimmt die Kripo unter 03672/417-1464 entgegen.

Stipendiatenprogramm für MINT-Begabte

Die neunte Ausschreibung des von der Stiftung Bildung für Thüringen initiierten „Stipendiatenprogramm – Schülerstipendien für begabte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich“ ist eröffnet. Ziel der Stiftung: Schüler dahingehend zu unterstützen, ihre Entwicklungschancen zu verbessern und den Übergang in ein naturwissenschaftlich-technisches Studium zu erleichtern. Derzeit fördert die Stiftung Bildung für Thüringen über 100 Schüler der 11. und 12. Klassen.
Voraussetzung für eine Teilnahme am Stipendiatenprogramm ist ein Numerus Clausus von 1,8 in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Interessierte Thüringer der jetzigen 10. Klasse an Gymnasien, Schülerkollegs oder Beruflichen Gymnasien sind ab sofort aufgerufen, ihre Bewerbungsunterlagen per Post einzureichen. Die Bewerbungsfrist endet zum 29. Juli 2016. Folgende Unterlagen sind einzureichen:
Formloses Anschreiben mit der Begründung, weshalb man sich bewirbt und wie man von der Ausschreibung erfahren hat
Ausgefülltes Formblatt mit persönlichen Angaben (siehe Download)
Lichtbild
Letztes Schulzeugnis
Referenzschreiben mindestens einer verantwortlichen Lehrkraft in den MINT-Fächern
Nachweis von MINT-Kompetenz (Mitarbeit in einer AG im Bereich MINT, Teilnahme an Wettbewerben oder Olympiaden etc.)
Die Bewerbungen sind zu richten an:
Stiftung Bildung für Thüringen, „Stipendiatenprogramm“, Peterstraße 1, 99084 Erfurt.

Symbolfoto Bildung

Wochenrückblick entlang der Saale

Seit mehr als 30 Jahren hat sich der Flößerverein Uhlstädt, Oberkrossen und Rückersdorf e. V. der Bewahrung und Pflege des uralten Flößer-Handwerks verschrieben. Die Langholzflößerei prägte über Jahrhunderte das Leben entlang des gesamten Saalelaufs. Obwohl die modernen Nachfahren der alten Saaleflößer ihre Stämme heute mit Seilen verbinden, pflegt man auch diese alte Tradition des Wiedendrehens, mit denen früher die Flöße gebunden wurden. Zu diesem Zweck errichtete der Verein in den Jahren 2014/15 auf dem Freigelände des Flößereimuseums einen Wiedofen.
Uhlstädt
Gestern traf man sich mit dem Partnerverein aus dem oberfränkischen Unterrodach, um gemeinsam Wieden zu drehen und so ein Stück Geschichte lebendig werden zu lassen. Im Wiedofen wurden dazu junge Haselnuss- und Fichtenstämmchen, die Tage zuvor im Wald geschlagen und im Wasser der Mühllache frisch gehalten wurden, erhitzt. Durch diesen Prozess tritt das Wasser aus dem Holz aus, und es wird weich, so dass im Anschluss das junge Holz im neben dem Backofen stehenden Wiedstock erst verkeilt und dann mit eigens dafür angefertigten Hölzern eingedreht werden konnte.
Uhlstädt 3Diese Art der Bearbeitung erfolgte über Jahrhunderte, um die später getrockneten und zu Bündeln geschnürten Wieden besser an die Floßeinbindestellen an der oberen Saale transportieren zu können. Dort wurden diese vor dem Floßbau gewässert, um sie „gewierig“ zu machen.
Natürlich musste bei einer solch harten Arbeit auch die Versorgung der Flößer gesichert werden. Deshalb bewirteten die Uhlstädter ihre Gäste auf Thüringer Art mit Rostbratwürsten, Rostbräteln und Bier. Die Partnerschaft zwischen den beiden Flößervereinen besteht schon seit dem Ende der 1980er Jahre.
(Text: Ralf Paul Schröter, Fotos: Peter Schröter)

Linkenmühlenbrücke

Am Dienstag wurde in Altenroth des 71. Jahrestages der Sprengung der Linkenmühlenbrücke gedacht. Die Mühlenfähre (einzige Autofähre Thüringens und zugleich die einzige Fähre Deutschlands, die auf einem Stausee verkehrt) lag zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Ufer schon generalüberholt bereit, um am Mittwoch zu Wasser gelassen zu werden und am Freitag den Betrieb wiederaufzunehmen.

Mühlenfähre

Ausstellungsbesucher

„Erinnerungen sind wie ein Fenster. Die positiven Erinnerungen an einen verstorbenen Menschen können uns stärken. Denn Fotos von Orten, die dem Sohn oder der Tochter wichtig waren und an denen sie gerne ihre Zeit verbracht haben, wecken positive Gefühle an kostbare Momente“, erläuterte am Donnerstag in Saalfeld die MDR-Fernsehjournalistin Katrin Hartig, Initiatorin der 55. Ausstellung in der Galerie im Schloss. „Orte der Erinnerung“ beschäftigt sich mit den Themen Tod und Trauer. Foto: LRA / P. Lahann

Trollhaus Feengrotten
Am Freitag startete das Feenwäldchen an den Feengrotten in Saalfeld. Neueste Attraktion: Das Trollhaus als Kletterburg. In diesem Jahr wird der 19millionste Feengrotten-Besucher erwartet. Am Samstagnachmittag herrschte bei Sonnenschein reger Betrieb. Was Besuchern derb auf den Magen schlagen und den Appetit vergehen lassen könnte: Die Rostbratwurst im Brötchen kostet ortsunübliche 2,50 Euro!

Heidecksburg

Auf der Heidecksburg herrschte am Samstagnachmittag herrliches Frühlingswetter. Doch die Stühle blieben vorerst noch leer. Dafür ist vom heutigen Sonntag bis zum 9. Oktober 2016 die Sonderausstellung „Die Gegend um Rudolstadt ist außerordentlich schön …“ zu sehen.

leere Stühle Heidecksburg

Ramelow mit Wirtschaftsvertretern auf Russland-Reise

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee reisen heute mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern nach Moskau, später gen Kasan. Zur Delegation gehören aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die Firmen EPC (Rudolstadt), SAMAG (Saalfeld), MAZET (Unterwellenborn) sowie TL-Werkzeuge & Werkö (beide Königsee).
Während der bis Donnerstag dauernden Reise soll unter anderem die Zusammenarbeit von thüringischen und russischen Hochschulen vertieft werden.

Jakob und sein Mütchen

Jakob Augstein ist der lebende Beweis, dass der Apfel erstaunlich weit vom Stamm fallen kann. War die Devise seines Ziehvaters und „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein noch: „Sagen, was ist“, so kümmert sich der mutmaßlich wohlstandsverwahrloste Jakob lieber um das, was seiner Meinung nach sein soll. In seiner Kolumne rüffelt er zum wiederholten Male das Volk, den großen Lümmel. „Wer Demokratie will, darf die Menschen nicht direkt befragen.“ Aber der Jakob macht es unter Wählerbeschimpfung nicht – und führt weiter aus:

„Aus gutem Grund gibt es Parlamente. Sie schützen die Demokratie vor dem Volk und das Volk vor sich selbst. Denn beim Volk, das ist eine paradoxe Wahrheit, ist die Demokratie nicht gut aufgehoben.“

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Jakob Augstein den Küchenchefs dieser Welt erklären wird, dass ein gutes Steak nur ohne Fleisch zuzubereiten geht.
Danke, weiser Jakob, der sich mit den lu(m)penreinen Demokraten Jean Asselborn (Außenminister Luxemburgs) und Rebecca Harms (Europa-Abgeordnete der Grünen) in allerfeinster Gesellschaft befindet! Das Stimmvieh sollte aus dieser Lektion lernen: Direkte Demokratie ist immer dann Mist, wenn sie nicht zu den gewünschten Ergebnissen im Sinne von Jakob, Rebecca & Co. führt. Hatte Rudolf Augstein noch wirklich Mut, so hat sein Ziehsohn lediglich noch ein Mütchen. Eines, das er gern und oft medial kühlt.

Sich helfen zu lassen, kann sauteuer werden: Eine mittellose Familie die dank der RTL-Sendung „Einsatz in vier Wänden“ eine kostenlose Renovierung ihres Hofs bekam, soll nun ans Finanzamt 160.000 Euro Steuern nachzahlen, allein 40.000 Euro Zinsen! Hintergrund: Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Preisgelder für die Teilnahme als Kandidat an einer Fernsehshow als „sonstige Einkünfte“ zu versteuern sind. „Escher hilft“ ist nun letzte Hoffnung der Familie.

„Wer anderen eine Gräbe grubt, meist selber in die Hosen pupt“, könnte man verballhornt den Grünen ein weiteres Mal ins Stammbuch schreiben. Die Radfahrer ließen eigens das Münchner Rathaus recherchieren, wer in der Stadtregierung am meisten fliegt und damit größter Umweltsünder ist. Das Erstaunliche: Die Grünen flogen fast doppelt so häufig wie die SPD-Abgeordneten. 23 Flüge gingen im Jahr 2014 aufs Konto der selbsternannten Nachhaltigen, zwölf waren es bei der SPD, sechs bei der CSU und bei den restlichen Gruppierungen zusammengenommen acht. Da sind die Münchner Grünen nicht nur viel, sondern auch sehr tief geflogen …

An der altehrwürdigen Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz – ausgerechnet im Gebäude der Rechtswissenschaft (!!!) – sah es zur „Hoch­schul­grup­pen­mes­se“ für Erstsemestler am Donnerstag weniger nach Studenten als nach linksextremistischen Krawallos aus RAF-Tagen aus. Statt Gesicht wurden Sturmhauben gezeigt. „Wer eine Sturm­hau­be auf­zieht, ist kein De­mo­krat“, kommentierte zutreffend ein Mainzer Lokalpolitiker. Die Leitung der Universität behält sich hoffentlich rechtliche Schritte nicht nur vor, sondern leitet diese auch konsequent ein!
Andreas Kühn

Kinder hausten wie die Vandalen

Räuber und Gendarm hatten fünf Kinder im Alter zwischen elf und 14 Jahren in der Erfurter Grundschule am Steigerwald wohl nicht gespielt. Eher wandelten sie am gestrigen Abend auf den Spuren der Vandalen, teilte die Polizei mit. Sie schlugen neun Fensterscheiben ein, verwüsteten die komplette Kücheneinrichtung und entleerten im gesamten Schulgebäude mehrere Pulverfeuerlöscher. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 20.000 Euro geschätzt.
Darüber hinaus wurden Lebensmittel und Werkzeuge im Wert von ca. 500 Euro entwendet. Die Kriminalpolizei übernahm die Spurensicherung. Die Ermittlungen dauern an. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurden die Kinder ihren Eltern übergeben.