Ermittlungen zu Neonazi-Übergriffen fast abgeschlossen

Die Ermittlungen zu den Neonazi-Übergriffen am 1. Mai vergangenen Jahres in der Saalstraße in Saalfeld nähern sich ihrem Abschluss. Von den insgesamt 177 Ermittlungsverfahren seien inzwischen 147 abgeschlossen, sagte uns heute LKA-Sprecherin Tina Büchner. Das Landeskriminalamt hatte 21 Tatverdächtige ermitteln können, darunter vier Frauen. Alle stammten nicht aus Thüringen, sondern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt. Bei den brutalen Übergriffen waren drei jugendliche Punks zum Teil schwer verletzt worden.
Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen die rechten Gewalttäter wegen Landfriedensbruch. Seit fast einem Jahr ist in dieser Sache die Sonderermittlungsgruppe „Zesar“ (Zentrale Ermittlungen und Strukturaufklärung Rechts) beim LKA tätig.

Fahndung nach Serien-Einbrecher & Räubern

Zu einer Einbruchs-Serie ermittelt die Saalfelder Polizei und fahndet nun mit dem Bild aus einer Überwachungskamera nach dem bisher unbekannten Täter. Der Mann wird auf ein Alter zwischen 25 und 35 Jahre geschätzt wird und ist Brillenträger.
Seit Beginn diesen Jahres kam es im Bereich Königsee, Bad Blankenburg, Rudolstadt und Uhlstädt-Kirchhasel zu gehäuften Einbrüchen in Gartenhäuser. In vielen Fällen gelang es dem Täter nicht, in die Objekte vorzudringen oder es wurde nichts entwendet. Betroffen sind derzeit rund 60 Objekte. Bisher sind Sachschäden von rund 8.000 Euro entstanden. Der Wert der gestohlenen Gegenstände summiert sich auf bis zu 550 Euro.
Wer den Abgebildeten erkennt und Hinweise auf die Identität des Mannes geben kann, wird gebeten, sich mit der Saalfelder Polizei unter 03671/56-0 in Verbindung zu setzen.

Raub in Rudolstadt-Schwarza: Eine 25-jährige alkoholisierte Frau war laut Polizeiangaben am Sonntagmorgen mit dem Zug von Erfurt nach Rudolstadt-Schwarza gefahren und dort ausgestiegen. Vom Bahnhof Schwarza bis zur Grünfläche an der Zufahrt des Kauflandes in der Straße Am Spielborn wurde die Frau von einem ihr unbekannten Mann, der ein Fahrrad schob, begleitet.
Als beide im Bereich Kaufland angekommen waren, gesellte sich eine andere Frau hinzu. Plötzlich attackierte das Paar die 25-Jährige gewaltsam und raubte unter anderem ihr Mobiltelefon. Die Hilferufe der Frau wurden von Zeugen gehört, die ihr auch zu Hilfe kamen. Dabei bemerkten sie einen Mann, der auf einem Fahrrad vom Kaufland in Richtung Volkstedt-West davonfuhr und eine Frau, die dem Fahrradfahrer hinterher rannte und von diesem angesprochen wurde, sich zu beeilen.
Der männliche Räuber konnte laut Polizei wie folgt beschrieben werden:
1, 75 Meter groß, kräftige Gestalt
etwa 25 Jahre alt
kurzes Haar mit Halbglatze
graue Jogginghose
helles Shirt mit Brustprint
Fahrrad mit Gepäckträger und darin eine Kapuzenjacke
Die weibliche Tatverdächtige wurde wie folgt beschrieben:
1,65 Meter groß, schlank
etwa 18 Jahre alt
schwarze Kapuzenjacke, blaue Jeans, schwarze Handschuhe
Hinweise auf die beiden Unbekannten nimmt die Kripo unter 03672/417-1464 entgegen.

Stipendiatenprogramm für MINT-Begabte

Die neunte Ausschreibung des von der Stiftung Bildung für Thüringen initiierten „Stipendiatenprogramm – Schülerstipendien für begabte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich“ ist eröffnet. Ziel der Stiftung: Schüler dahingehend zu unterstützen, ihre Entwicklungschancen zu verbessern und den Übergang in ein naturwissenschaftlich-technisches Studium zu erleichtern. Derzeit fördert die Stiftung Bildung für Thüringen über 100 Schüler der 11. und 12. Klassen.
Voraussetzung für eine Teilnahme am Stipendiatenprogramm ist ein Numerus Clausus von 1,8 in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Interessierte Thüringer der jetzigen 10. Klasse an Gymnasien, Schülerkollegs oder Beruflichen Gymnasien sind ab sofort aufgerufen, ihre Bewerbungsunterlagen per Post einzureichen. Die Bewerbungsfrist endet zum 29. Juli 2016. Folgende Unterlagen sind einzureichen:
Formloses Anschreiben mit der Begründung, weshalb man sich bewirbt und wie man von der Ausschreibung erfahren hat
Ausgefülltes Formblatt mit persönlichen Angaben (siehe Download)
Lichtbild
Letztes Schulzeugnis
Referenzschreiben mindestens einer verantwortlichen Lehrkraft in den MINT-Fächern
Nachweis von MINT-Kompetenz (Mitarbeit in einer AG im Bereich MINT, Teilnahme an Wettbewerben oder Olympiaden etc.)
Die Bewerbungen sind zu richten an:
Stiftung Bildung für Thüringen, „Stipendiatenprogramm“, Peterstraße 1, 99084 Erfurt.

Symbolfoto Bildung

Wochenrückblick entlang der Saale

Seit mehr als 30 Jahren hat sich der Flößerverein Uhlstädt, Oberkrossen und Rückersdorf e. V. der Bewahrung und Pflege des uralten Flößer-Handwerks verschrieben. Die Langholzflößerei prägte über Jahrhunderte das Leben entlang des gesamten Saalelaufs. Obwohl die modernen Nachfahren der alten Saaleflößer ihre Stämme heute mit Seilen verbinden, pflegt man auch diese alte Tradition des Wiedendrehens, mit denen früher die Flöße gebunden wurden. Zu diesem Zweck errichtete der Verein in den Jahren 2014/15 auf dem Freigelände des Flößereimuseums einen Wiedofen.
Uhlstädt
Gestern traf man sich mit dem Partnerverein aus dem oberfränkischen Unterrodach, um gemeinsam Wieden zu drehen und so ein Stück Geschichte lebendig werden zu lassen. Im Wiedofen wurden dazu junge Haselnuss- und Fichtenstämmchen, die Tage zuvor im Wald geschlagen und im Wasser der Mühllache frisch gehalten wurden, erhitzt. Durch diesen Prozess tritt das Wasser aus dem Holz aus, und es wird weich, so dass im Anschluss das junge Holz im neben dem Backofen stehenden Wiedstock erst verkeilt und dann mit eigens dafür angefertigten Hölzern eingedreht werden konnte.
Uhlstädt 3Diese Art der Bearbeitung erfolgte über Jahrhunderte, um die später getrockneten und zu Bündeln geschnürten Wieden besser an die Floßeinbindestellen an der oberen Saale transportieren zu können. Dort wurden diese vor dem Floßbau gewässert, um sie „gewierig“ zu machen.
Natürlich musste bei einer solch harten Arbeit auch die Versorgung der Flößer gesichert werden. Deshalb bewirteten die Uhlstädter ihre Gäste auf Thüringer Art mit Rostbratwürsten, Rostbräteln und Bier. Die Partnerschaft zwischen den beiden Flößervereinen besteht schon seit dem Ende der 1980er Jahre.
(Text: Ralf Paul Schröter, Fotos: Peter Schröter)

Linkenmühlenbrücke

Am Dienstag wurde in Altenroth des 71. Jahrestages der Sprengung der Linkenmühlenbrücke gedacht. Die Mühlenfähre (einzige Autofähre Thüringens und zugleich die einzige Fähre Deutschlands, die auf einem Stausee verkehrt) lag zu diesem Zeitpunkt am gegenüberliegenden Ufer schon generalüberholt bereit, um am Mittwoch zu Wasser gelassen zu werden und am Freitag den Betrieb wiederaufzunehmen.

Mühlenfähre

Ausstellungsbesucher

„Erinnerungen sind wie ein Fenster. Die positiven Erinnerungen an einen verstorbenen Menschen können uns stärken. Denn Fotos von Orten, die dem Sohn oder der Tochter wichtig waren und an denen sie gerne ihre Zeit verbracht haben, wecken positive Gefühle an kostbare Momente“, erläuterte am Donnerstag in Saalfeld die MDR-Fernsehjournalistin Katrin Hartig, Initiatorin der 55. Ausstellung in der Galerie im Schloss. „Orte der Erinnerung“ beschäftigt sich mit den Themen Tod und Trauer. Foto: LRA / P. Lahann

Trollhaus Feengrotten
Am Freitag startete das Feenwäldchen an den Feengrotten in Saalfeld. Neueste Attraktion: Das Trollhaus als Kletterburg. In diesem Jahr wird der 19millionste Feengrotten-Besucher erwartet. Am Samstagnachmittag herrschte bei Sonnenschein reger Betrieb. Was Besuchern derb auf den Magen schlagen und den Appetit vergehen lassen könnte: Die Rostbratwurst im Brötchen kostet ortsunübliche 2,50 Euro!

Heidecksburg

Auf der Heidecksburg herrschte am Samstagnachmittag herrliches Frühlingswetter. Doch die Stühle blieben vorerst noch leer. Dafür ist vom heutigen Sonntag bis zum 9. Oktober 2016 die Sonderausstellung „Die Gegend um Rudolstadt ist außerordentlich schön …“ zu sehen.

leere Stühle Heidecksburg

Ramelow mit Wirtschaftsvertretern auf Russland-Reise

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee reisen heute mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern nach Moskau, später gen Kasan. Zur Delegation gehören aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die Firmen EPC (Rudolstadt), SAMAG (Saalfeld), MAZET (Unterwellenborn) sowie TL-Werkzeuge & Werkö (beide Königsee).
Während der bis Donnerstag dauernden Reise soll unter anderem die Zusammenarbeit von thüringischen und russischen Hochschulen vertieft werden.

Jakob und sein Mütchen

Jakob Augstein ist der lebende Beweis, dass der Apfel erstaunlich weit vom Stamm fallen kann. War die Devise seines Ziehvaters und „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein noch: „Sagen, was ist“, so kümmert sich der mutmaßlich wohlstandsverwahrloste Jakob lieber um das, was seiner Meinung nach sein soll. In seiner Kolumne rüffelt er zum wiederholten Male das Volk, den großen Lümmel. „Wer Demokratie will, darf die Menschen nicht direkt befragen.“ Aber der Jakob macht es unter Wählerbeschimpfung nicht – und führt weiter aus:

„Aus gutem Grund gibt es Parlamente. Sie schützen die Demokratie vor dem Volk und das Volk vor sich selbst. Denn beim Volk, das ist eine paradoxe Wahrheit, ist die Demokratie nicht gut aufgehoben.“

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Jakob Augstein den Küchenchefs dieser Welt erklären wird, dass ein gutes Steak nur ohne Fleisch zuzubereiten geht.
Danke, weiser Jakob, der sich mit den lu(m)penreinen Demokraten Jean Asselborn (Außenminister Luxemburgs) und Rebecca Harms (Europa-Abgeordnete der Grünen) in allerfeinster Gesellschaft befindet! Das Stimmvieh sollte aus dieser Lektion lernen: Direkte Demokratie ist immer dann Mist, wenn sie nicht zu den gewünschten Ergebnissen im Sinne von Jakob, Rebecca & Co. führt. Hatte Rudolf Augstein noch wirklich Mut, so hat sein Ziehsohn lediglich noch ein Mütchen. Eines, das er gern und oft medial kühlt.

Sich helfen zu lassen, kann sauteuer werden: Eine mittellose Familie die dank der RTL-Sendung „Einsatz in vier Wänden“ eine kostenlose Renovierung ihres Hofs bekam, soll nun ans Finanzamt 160.000 Euro Steuern nachzahlen, allein 40.000 Euro Zinsen! Hintergrund: Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Preisgelder für die Teilnahme als Kandidat an einer Fernsehshow als „sonstige Einkünfte“ zu versteuern sind. „Escher hilft“ ist nun letzte Hoffnung der Familie.

„Wer anderen eine Gräbe grubt, meist selber in die Hosen pupt“, könnte man verballhornt den Grünen ein weiteres Mal ins Stammbuch schreiben. Die Radfahrer ließen eigens das Münchner Rathaus recherchieren, wer in der Stadtregierung am meisten fliegt und damit größter Umweltsünder ist. Das Erstaunliche: Die Grünen flogen fast doppelt so häufig wie die SPD-Abgeordneten. 23 Flüge gingen im Jahr 2014 aufs Konto der selbsternannten Nachhaltigen, zwölf waren es bei der SPD, sechs bei der CSU und bei den restlichen Gruppierungen zusammengenommen acht. Da sind die Münchner Grünen nicht nur viel, sondern auch sehr tief geflogen …

An der altehrwürdigen Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz – ausgerechnet im Gebäude der Rechtswissenschaft (!!!) – sah es zur „Hoch­schul­grup­pen­mes­se“ für Erstsemestler am Donnerstag weniger nach Studenten als nach linksextremistischen Krawallos aus RAF-Tagen aus. Statt Gesicht wurden Sturmhauben gezeigt. „Wer eine Sturm­hau­be auf­zieht, ist kein De­mo­krat“, kommentierte zutreffend ein Mainzer Lokalpolitiker. Die Leitung der Universität behält sich hoffentlich rechtliche Schritte nicht nur vor, sondern leitet diese auch konsequent ein!
Andreas Kühn

Kinder hausten wie die Vandalen

Räuber und Gendarm hatten fünf Kinder im Alter zwischen elf und 14 Jahren in der Erfurter Grundschule am Steigerwald wohl nicht gespielt. Eher wandelten sie am gestrigen Abend auf den Spuren der Vandalen, teilte die Polizei mit. Sie schlugen neun Fensterscheiben ein, verwüsteten die komplette Kücheneinrichtung und entleerten im gesamten Schulgebäude mehrere Pulverfeuerlöscher. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 20.000 Euro geschätzt.
Darüber hinaus wurden Lebensmittel und Werkzeuge im Wert von ca. 500 Euro entwendet. Die Kriminalpolizei übernahm die Spurensicherung. Die Ermittlungen dauern an. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurden die Kinder ihren Eltern übergeben.

Fahrbare Stromer

Wie die Zukunft von Elektroautos wirklich aussieht, wird letztendlich der Verbraucher entscheiden. Argumente dafür und dagegen gibt es zuhauf. Die Zahl der kleinen „Stromer“, die derzeit zur Probefahrt bereitstehen, ist derzeit noch sehr überschaubar.

Die Ausgangslage bundesweit: Um mehr als eine Million erhöhte sich der Fahrzeug-Bestand im vergangenen Jahr. Er wies am 1. Januar 2016 61,5 Millionen in Deutschland zugelassene Fahrzeuge auf (+1,8 %). Diese gliederten sich in 54,6 Millionen Kraftfahrzeuge (Kfz) und 6,9 Millionen Kfz-Anhänger. Hinzu kamen rund 2 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen, deren Hauptanteil (96,1 %) Zweiräder ausmachten.
Die verbreitetste Kraftstoffart bei den Pkw blieb Benzin (66,2 %), gefolgt von Diesel (32,2 %). Nennenswerte Steigerungen bei den alternativen Antriebsarten hatten lediglich Elektro- und Hybridfahrzeuge vorzuweisen (+34,6 % beziehungsweise +21,0 %). Demnach stieg der Bestand an Elektro-Pkw auf 25.502 (wobei die Statistik einige Ungereimtheiten aufweist), der an Hybrid-Pkw auf 130.365 Einheiten. Der Anteil mono- und bivalenter Erdgasfahrzeuge betrug 0,2 Prozent (80.300 Pkw), die Flüssiggas-Pkw machten 1,1 Prozent des Bestands aus (475.711 Pkw).
Das durchschnittliche Alter der am 1. Januar 2016 zugelassenen Pkw erreichte 9,2 Jahre (Vorjahr: 9,0 Jahre). Jeder hundertste Pkw (1,2 %) war bereits älter als 30 Jahre.
Die aktuellen Fakten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: Der Fahrzeugbestand ist im vergangenen Jahr um 608 Fahrzeuge im Vergleich zu 2014 weiter gestiegen und liegt nun bei 89.926. Einen Zuwachs registrierte die Zulassungsstelle des Landratsamtes auch bei den Neuzulassungen, welche von 4.202 auf 4.260 angestiegen sind. Der Anteil von Oldtimerfahrzeugen ist erheblich gestiegen. Der Bestand umfasst nun 414 Fahrzeuge und ist um 57 Eintragungen gestiegen.
Zugenommen hat auch die Zahl der Zulassungen für Elektrofahrzeuge. Sie stieg von 29 auf 37 und bleibt damit bei mehr als 61.000 zugelassenen PKW eine Randerscheinung. Benziner halten mit 43.301 Fahrzeugen klar die Spitzenstellung vor Diesel-Autos: 16.937. Gesunken ist die Zahl der Gasfahrzeuge. Waren 2014 noch 155 im Landkreis gemeldet, waren es 2015 nur noch 146.
Wie sieht es auf dem Markt für Elektroautos aus?
Deutsche Hersteller sind erst spät auf den automobilen Elektrozug aufgesprungen. BMW, Ford, Mercedes und Volkswagen haben inzwischen abgasfreie Modelle im Angebot, Opel und Audi noch nicht. Erwartet wird, dass Opel ein E-Auto im nächsten Jahr auf den Markt bringt, das dem Chevrolet Bolt entspricht. Der Ingolstädter Autobauer wird frühestens Anfang 2018 ein batteriegetriebenes Sport-SUV der Oberklasse in die Autohäuser bringen.
Der Zweitürer i3 von BMW glänzt mit Leistung satt – 170 PS beschleunigen den Flitzer auf bis zu 150 km/h (dann wird elektronisch abgeregelt). BMW verspricht für den i3 unter Alltagsbedingungen eine Reichweite von bis zu 190 Kilometern. Wer es im Winter bei Minusgraden im Innenraum schön warm haben möchte, wird es allerdings (wie in allen anderen Elektroautos auch!) kaum mehr als halb so weit schaffen! Anschließend muss die Batterie acht Stunden geladen werden. Für den i3 ruft der bayerische Hersteller einen Grundpreis von 34.950 Euro auf. Der mit einer größeren Reichweite angegebene i3 mit Range Extender (zusätzlich 2-Zylinder-Benzinmotor) reißt ein Loch von 39.450 Euro (Grundpreis) in den Geldbeutel eines Käufers.

Mit 2,01 m Breite und 4,36 m Länge  die elektromobile B-Klasse durchaus ein familientaugliches Platzangebot. Foto: Daimler AG
Mit 2,01 m Breite und 4,36 m Länge bitete die elektromobile B-Klasse ein familientaugliches Platzangebot.
Foto: Daimler AG
Mercedes offeriert einen Stern am Elektroauto ab 39.151 Euro. Wo Sports Tourer B 250 e draufsteht, steckt derzeit der Antrieb von Teslas Sport-Limousine Modell S drin. Glaubt man Probefahrern, so sollten im Alltagsbetrieb rund 160 km Reichweite drin sein. Volle Batterien gibt es nach bis zu neun Stunden Ladezeit. In 7,3 Sekunden geht es von 0 auf 100, bei 160 km/h ist Schluss (elektronisch abgeregelt).
Langer Name für ein sehr kleines Auto: Smart fortwo electric drive. Zwei Personen können mit der Kraft von 75 PS im besten Falle 145 km fahren. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 145 km/h an.
Aus dem Hause Ford kommt der Focus Electric. 34.900 Euro beträgt der Grundpreis. Die Schräghecklimousine ist mit 145 PS ausreichend ausgestattet und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 137 km/h und eine Reichweite von rund 160 km (wenn alle anderen Stromfresser ausgeschaltet sind!).

Der VW e-Up kostet als "Stromer" fast 300 Euro pro Monat mehr als der Benziner. Die rund sechs Cent niedrigeren Energiekosten pro km wiegen das nicht auf. Foto: Volkswagen AG
Der VW e-Up kostet als „Stromer“ fast 300 Euro pro Monat mehr als der Benziner. Die rund sechs Cent niedrigeren Energiekosten pro km wiegen das nicht auf. Foto: Volkswagen AG

Der e-up! ist das erste emissionsfreie Serienfahrzeug von Volkswagen. Der viertürige kleine Flitzer soll laut Hersteller eine Reichweite von 160 km haben. Satte 26.900 Euro werden für diesen Elektrozwerg fällig!
Ihrem e-Golf spendieren die Wolfsburger 115 PS, die die Fahrzeuginsassen je nach Fahrweise bis zu rund 190 km weit bringen sollen. 34.900 Euro beträgt der Grundpreis für den e-Golf. Als Batterie-Ladezeit werden für beide VW-Modelle bis zu neun Stunden angegeben.
Eine breites Angebot halten die Autohersteller beim Nachbarn Frankreich parat. Renault, Peugeot und Citroën haben seit einigen Jahren bereits Elektroautos im Portfolio.
Renault hat gleich drei Baureihen im Angebot. Den ZOE (ab 16.500 Euro), den Kangoo Z. E. (ab 24.157 Euro) und den Twizy (ab 6.950 Euro). Das Wichtigste – die Batterie – ist im Preis (wie bei allen Elektrofahrzeugen von Renault) noch nicht enthalten. Im Falle des Zoe bedeutet das fürs Leasing eine Zusatzsumme von knapp unter 1.000 Euro pro Jahr. Mindestens acht Stunden an der 230-Volt-Steckdose bringen die Batterie wieder auf Vordermann. Rund 120 km kann man dann abgasfrei zurücklegen.
Die Grundpreise der vier Modellvarianten des Kangoo Z. E. reichen von 24.157 Euro bis 27.013 Euro. Hinzu kommt die monatliche Miete für die Batterie (je nach Laufleistung ab 86,87 Euro). Acht Stunden dauert es, um eine erschöpfte Batterie wieder zum vollen Leben zu erwecken.
Das Leichtbauauto im Renault-Portfolio heißt Twizy. Die beiden Sitze des Wägelchens sind hintereinander angeordnet. Kofferraum? Fehlanzeige. Für einen vollständigen Ladevorgang braucht es dreieinhalb Stunden. Üblicherweise wird eine Reichweite von 70–80 km (im Winter nur von 50–60 km) erzielt. Der Twizy wird mit zwei Leistungsversionen gebaut. Mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h (Listenpreis ab 6.950 Euro) beginnt die Palette. Die Preise für die leistungsstärkeren Modelle sind höher (ab 7.90 Euro). Auch bei diesen Stadtflitzern muss die Batterie geleast werden. Die Kosten richten sich nach Laufzeit und Laufleistung.
Peugeot nennt sein viertüriges Elektroauto iOn. Einsteigen und abfahren kann man ab 17.850 Euro. Der nur 3,48 m lange Kleinwagen beeindruckt mit einem Wendekreis von 9 Metern. Sechs bis acht Stunden möchten die Batterien an der Steckdose nuckeln, bevor es wieder vollen “Saft” gibt. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 150 km an.
Der abgasfreie, bis zu 130 km/h schnelle Stadtflitzer von Citroën ist zu einem Grundpreis von 17.850 Euro zu haben. 150 km Reichweite verspricht der Hersteller für den C-Zero. Citroën nennt bis zu elf Stunden Ladezeit für die Batterien.

Der MiEV ist ein sehr handlicher, wendiger und praktischer Stadtflitzer. Foto: Mitsubishi Motors
Der MiEV ist ein sehr handlicher, wendiger und praktischer Stadtflitzer.
Foto: Mitsubishi Motors

Das mit IoN und C-Cero baugleiche Elektroauto von Mitsubishi heißt MiEV und produziert keinen Mief. 23.790 Euro möchte der japanische Hersteller dafür mindestens kassieren. Dafür gibt es eine gute Grundausstattung und fünf Jahre Garantie. Volle Leistung liegt frühestens wieder nach sechs Stunden Ladezeit an.
Gleich zwei weitere Elektroautos (insgesamt sieben Modelle) kommen gleichfalls aus dem Land der aufgehenden Sonne. Nissan bietet drei Modelle des e NV200 sowie drei Modelle des LEAF. Bei allen Nissan-Fahrzeugen wird eine monatliche Batteriemiete fällig, die im günstigsten Fall bei 79 Euro beginnt. Wer die Batterie doch lieber kaufen möchte, muss recht tief in die Tasche greifen.
Die Grundpreise der drei LEAF-Modelle bewegen sich zwischen 23.060 Euro und 28.060 Euro. e NV200: Für den Kastenwagen h sind 23.919 Euro zu berappen. Der Siebensitzer Evalia ist ab 30.870 Euro zu haben. Die e NV200-Modelle haben Batterien, die ihre volle Power nach sieben Stunden Ladezeit entfalten.
Der koreanische Hersteller KIA ist mit dem Soul EV auf dem Markt der Elektroautos vertreten. Die Eckdaten: 110 PS, sieben Jahre Herstellergarantie, bis zu 145 km/h schnell. In nur fünf Stunden soll die Standardladung der Batterien vonstatten gehen. Dann sei laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 212 km möglich. Zündschlüssel und Fahrzeugpapiere werden ab einem Grundpreis von 30.790 Euro vom Kia-Händler herausgerückt.

Der US-amerikanische Hersteller Tesla zeigt, was derzeit technisch möglich ist: Eine siebensitzige Limousine im Coupé-Look mit dem cw-Wert eines Supersportwagens. Foto: Tesla Motors
Der US-amerikanische Hersteller Tesla zeigt, was derzeit technisch möglich ist: Eine siebensitzige Limousine im Coupé-Look mit dem cw-Wert eines Supersportwagens. Foto: Tesla Motors

Das Maß aller Dinge bei Elektroautos dürfte derzeit Tesla heißen. Die US-amerikanische Firma fährt als einziger Anbieter im Premiumsegment ausschließlich elektrisch! Der Einstiegspreis (70 D) liegt aktuell bei rund 84.000 Euro – bei entsprechender Ausstattung wird es schnell sechsstellig. Der Hersteller gibt als mögliche Reichweite mehr als 500 km an. Um die Akkus wieder auf Trab zu bringen, bedarf es allerdings Ladezeiten von rund acht Stunden. Der Supercharger (hälftige Ladezeit) kostet 1.400 Euro extra. Bisher gibt es nur wenige Vertriebsbpartner in Deutschland.
Vor wenigen Tagen ließ eine Meldung aufhorchen: Der Prototyp des Model 3 wurde vorgestellt. Die Reichweite soll rund 346 Kilometer betragen. In weniger als sechs Sekunden beschleunigt der E-Bolide von 0 auf 100 km/h. Preis ab 2017 für das Model 3 in den USA: 35.000 US-Dollar. Ein Preis für den deutschen Markt wurde bisher noch nicht genannt. Unumstritten ist der Tesla nicht, in Singapur ist man gar der Auffassung, es sei eien Dreckschleuder.

Eine kritische Betrachtung zu den Herstellerangaben in Sachen Reichweite zeigt, wo noch viele Probleme liegen.

Was meinen Sie zu den „Stromern“, liebe Leser? Lassen Sie es uns wissen, vor allem dann, wenn Sie bereits ein Elektroauto fahren. Und wenn Sie nie eines fahren würden, dann schreiben Sie uns bitte auch, warum das so ist.

Reise-Tipps für den Wonnemonat

Bereits seit dem späten 18. Jahrhundert ist Korfu ein beliebtes Reiseziel.  Die Hauptsaison geht von Mai bis Oktober.
Bereits seit dem späten 18. Jahrhundert ist Korfu ein beliebtes Reiseziel. Die Hauptsaison geht von Mai bis Oktober.
Ein Blick aus dem Fenster genügt: Der Frühling (von Sommer nicht zu reden!) will nicht so richtig aus dem Winterschlaf erwachen. Statt zu jammern hilft eines: Planen Sie doch einfach Ihren Urlaub im Mai! Es gibt genügend Ziele, die bestens geeignet sind, den Wonnemonat in die engere Auswahl zu nehmen, wenn es nach der besten Reisezeit geht.

Für zahlreiche Städtereisen in Europa bietet sich der Mai geradezu auf dem Präsentierteller an. Es ist noch nicht zu heißt in Lissabon oder Rom – und nicht mehr zu kalt in London oder Prag. Wer das lange Pfingst-Wochenende meidet, kann auch mit halbwegs günstigen Preisen rechnen.
In England ist im Mai das Wetter trockener als sonst, die durchschnittliche Temperatur beträgt angenehme 19°C z. B. in Südengland. Für einen Badeurlaub ist noch zu kalt, für einen Aktivurlaub genau richtig, egal ob mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen. Bed & Breakfast sind erschwinglich. Wer sich um nichts selbst kümmern will: Achttägige Busreisen gen Südengland & Cornwall (mit Halbpension) kosten ca. 900 Euro pro Person.

Auch für ein langes Wochenende in London ist der Mai die richtige Jahreszeit. London ist ein schönes, aber leider auch teures Pflaster.  Für ein halbwegs kommodes Doppelzimmer in zentraler Lage sollten pro Nach wenigstens 150 Euro eingeplant werden. Unser Tipp: Logieren und dinieren in Greenwich. Das Zentrum ist dann nicht "um die Ecke", aber die Löcher im Geldbeutel werden dort bedeutend kleiner.
Auch für ein langes Wochenende in London ist der Mai die richtige Jahreszeit. London ist ein schönes, aber leider auch teures Pflaster. Für ein halbwegs kommodes Doppelzimmer in zentraler Lage sollten pro Nach wenigstens 150 Euro eingeplant werden. Unser Tipp: Logieren und dinieren in Greenwich. Das Zentrum ist dann nicht „um die Ecke“, aber die Löcher im Geldbeutel werden dort bedeutend kleiner.

Vom Flughafen Erfurt (Flugplan Sommer 2016) kann man seit diesem Jahr auch Màlaga im Süden Spaniens und die griechische Insel Korfu erreichen. Zwei für den Mai nahezu ideale Ziele, um ein wenig Sonne zu tanken. Zum Baden noch zu früh, für einen traumhaften Sonnenuntergang genau richtig: Die spanische Mittelmeerküste südlich von Màlaga (Foto oben).
750 Euro reichen Ende Mai aus, für zwei Personen all inklusive in einem Luxus-Hotel an der türkischen Riviera eine Woche zu logieren (inkl. Flug). In dieser Preislage geht es auch ab Berlin-Schönefeld gen Korfu (allerdings nur Flug & Übernachtung!). Südspanien schlägt in etwa mit dem gleichen Preis zu Buche.

Wer doch lieber mit dem eigenen Auto unterwegs ist, dem empfehlen wir Prag. Zivile Preise für Speis & Trank, ein vielfältiges Nachtleben und Kultur satt warten an der Moldau. Die Zimmerpreise für zentral gelegene Drei-Sterne-Häuser beginnen bei rund 80 Euro (Doppelzimmer).

Wem auch Prag schon zu weit ist, der findet im böhmischen Bädedreieck Entspannung fürs Wochenende. Moderate Zimemr- und Restaurantpreise locken, Franzensbad hat eine schon mediterran anmutende Promenade (Foto).
Wem auch Prag schon zu weit ist, der findet im böhmischen Bädedreieck Entspannung fürs Wochenende. Moderate Zimemr- und Restaurantpreise locken, Franzensbad hat eine schon mediterran anmutende Promenade (Foto).

Für ein Wochenende ist das Elsass eine Empfehlung wert und da insbesondere der Süden dieses herrlichen Landstrichs mit der wunderschönen Stadt Colmar. Im 10 km-Dunstkreis von Colmar finden sich genügend Doppelzimmer für weniger als 50 Euro pro Nacht, im Zentrum von Colmar muss man eher das Doppelte einplanen. Ein Abstecher gen Basel ist übrigens auch locker zu schaffen.

„Klein-Venedig“ (La Petit Venise) sollte man in Colmar unbedingt besuchen. Der Name stammt von der ursprünglichen Ausrichtung der Häuser zu beiden Seiten des Flusses Lauch im Stadtteil Krutenau. Ursprünglich belebt von einer ländlichen Gemeinschaft aus Winzern, Gärtnern und Schiffern.  Bootsfahrten sind möglich.
„Klein-Venedig“ (La Petit Venise) sollte man in Colmar unbedingt besuchen. Der Name stammt von der ursprünglichen Ausrichtung der Häuser zu beiden Seiten des Flusses Lauch im Stadtteil Krutenau. Ursprünglich belebt von einer ländlichen Gemeinschaft aus Winzern, Gärtnern und Schiffern. Bootsfahrten sind möglich.

Gesicht(er) zeigen

Es sind ungewöhnliche Fotos. Und doch gewöhnt man sich schnell und gern daran. Die Fotos sprechen die Sinne vollumfänglich an. Lassen Raum für Fantasien. Doch das für uns Entscheidende: Als Fotograf und Visagistin (Matthias Greußel und Ute Gebert aus Rudolstadt) waren Amateure am Werke. Und auch die Models sind keine Vollzeit-Profis. Wir zeigen gern, was andere für andere in ihrer Freizeit tun.
Wir starten den vollen Redaktionsbetrieb ganz bewusst mit Bildern von Menschen aus unser aller Mitte. Es ist unser ganz spezieller Beitrag, einmal auf sehr spezielle Art Gesicht zu zeigen.

Greussel 1

Greussel 2

Greussel 3

Greussel 4

Greussel 5

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Greussel 7

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Bankdarlehen: Widerrufsjoker nur bis zum 21.6.2016

Stell einer noch die Macht der Banken in Frage: im Eiltempo hat der Bundestag beschlossen, dass das Widerrufsrecht für Millionen zwischen September 2002 und Juni 2010 geschlossener Immobilienkreditverträge mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung bis zum Dienstag, 21. Juni 2016, 24.00 Uhr, ausgeübt werden muss. Am Mittwoch, 22. Juni 2016, um 0.00 Uhr ist es erloschen.
Der Hintergrund
Damit korrigiert der Gesetzgeber ein Dilemma, in das die betroffenen Banken sich größtenteils selber gebracht haben: zwingendes Europarecht verpflichtete sie, zum 1. November 2002 ihre Kunden über ein bestehendes Widerrufsrecht zu belehren. Dieses sollte, grob vereinfacht, den Kreditnehmer zwei Wochen (bzw. später: 14 Tage) nach Abschluss des Kreditvertrages zum Widerruf berechtigen. Damit nichts schiefgehen konnte, stellte der Gesetzgeber gar eine „Muster-Widerrufsbelehrung“ zur Verfügung. Wer diese eins zu eins übernahm, konnte gar nichts falsch machen. So die Theorie. „Die Frist beginnt frühestens mit dem Erhalt dieser Belehrung“, stand drin. Was heißt das jetzt? Das Landgericht Halle (Urt. v. 13.05.2005 – 1 S 28/05) und später der BGH belehrte den Gesetzgeber (!), dies sei gerade nicht die geforderte transparente Lösung und erklärte gleich die gesamte Verordnung für nichtig. Es folgten weitere drei teils erheblich veränderte Muster-Widerrufsbelehrungen, die ersichtlich von der Intention getragen waren, jeden Fall abzudecken, aber in sich auch nicht transparent waren und die Probleme eher vergrößerten. Der BGH sprang bei und entschied, dass der Verwender der jeweils gültigen gesetzlichen Muster-Widerrufsbelehrung Vertrauensschutz genieße, wenn er diese genauso wie vorgesehen verwende. Das bedeutete aber auch: änderte er nur ein einziges Wort, war er nicht mehr geschützt.
Und so kam, wie es kommen musste: Das ARD-Wirtschaftsmagazin PlusMinus berichtete am 16. Januar 2013, dass bei vielen Verbraucherdarlehen die Widerrufsbelehrungen fehlerhaft seien und hohe Entschädigungsforderungen der Kunden bei vorzeitig beendeten Immobilienkrediten drohten. Die Banken blockten die Anfragen ihrer Kunden ab und erste Urteile von Landgerichten im Jahr 2014 befanden, dass einzelne Klauseln verschiedener Banken rechtswidrig waren.
Der „Widerrufsjoker“ war geboren. Weil in der Zwischenzeit die Zinsen stark gesunken sind, können Kreditnehmer auf diese Weise viele tausend Euro sparen. Rund 80 Prozent der von Oktober 2002 an geschlossenen Immobilienkreditverträge haben Schätzungen der Verbraucherschützer zufolge fehlerhafte Widerrufsbelehrungen.
Wann greift der „Widerrufsjoker“?
Gemäß § 355 Absatz 2 BGB beginnt die Widerrufsfrist mit dem Erhalt einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung in Textform. Eine Widerrufsbelehrung muss danach eine deutliche Belehrung über die wesentlichen Rechte und Pflichten enthalten. Sie muss insbesondere darüber informieren, dass die entsprechende Willenserklärung zum Abschluss des Vertrages innerhalb einer Widerrufsfrist von 14 Tagen (§ 355 BGB n.F.) bzw. 2 Wochen (§ 355 BGB a.F.) widerrufen werden kann. Ferner muss der Verbraucher ausdrücklich darüber belehrt werden, dass schon die rechtzeitige Absendung des Widerrufs die vorgegebene Frist wahrt. Entscheidend ist daher, dass die Bank den Kunden deutlich über den Beginn der Frist belehrt:
1) Welches Ereignis genau setzt die Frist in Gang?
2) Kann der Verbraucher eigenständig die Frist ermitteln?
3) Ist die Bestimmung enthalten, dass der Verbraucher vor Lauf der Widerrufsfrist im Besitz einer Urkunde ist, die seine eigene Vertragserklärung enthält?
Erläutert die Belehrung diese Voraussetzungen nicht transparent, ist sie unwirksam mit der Folge, dass die Widerrufsfrist nicht läuft. Der Kunde kann den Vertrag noch widerrufen, selbst wenn er bereits abgewickelt ist, sei es dass die Darlehenssumme schon vollständig gezahlt hat, sei es dass die Bank infolge Zahlungsverzugs selber gekündigt hat.
Die Folgen eines Widerrufs
Widerruft der Verbraucher seine Vertragserklärung, ist der Vertrag rückabzuwickeln.
Besonders interessant für durch die Bank bereits gekündigte und zur Vollstreckung notierte Verträge: dieser entfällt mir Erklärung des Widerrufs. Eine Vollstreckung aus der notariellen Urkunde ist nicht mehr zulässig.
Der Verbraucher ist dann verpflichtet, sofort das gesamte Darlehen zurückzuzahlen, plus die für die Kapitalüberlassung marktüblichen Zinsen.
Die Bank ist im Gegenzug verpflichtet, die bereits gezahlten Leistungen zu erstatten sowie die gezogenen Nutzungen herauszugeben. In der Praxis wird die Differenz beider Anspruchssummen ausgeglichen.
Beispiel:
Hat der Kunde im Januar 2008 einen Immobilienkredit von 190.000,00 Euro zu einem Zinssatz von 5,2 % für 10 Jahre aufgenommen und monatlich 1.200,00 Euro getilgt, betrüge die Restschuld am Ende der Zinsbindung im Jahr 2018 etwa 131.000,00 Euro. Bei einem Widerruf im Januar 2015 nebst Neufinanzierung zu 1,9 % betrüge die Restschuld im Jahr 2018 nur ca. 105.000,00 Euro. Der Kunde spart hier bereits rund 26.0000,00 Euro. Hinzutritt die von der Bank zu zahlende Entschädigung für das gezahlte Kapital, mit dem sie in den 7 Jahren ja gearbeitet hat und für das, rechnet die Bank keinen geringeren Gewinn vor, mit 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz zu beziffern ist. Nicht zu vergessen, dass sich der Zinsvorteil ja fortsetzt.

Taktik
Es versteht sich zunächst von selber, dass bereits ein verbindliches Angebot einer Anschlussfinanzierung vorliegen muss, ehe der Widerrufsjoker gezogen wird.
Generell empfiehlt sich, zunächst den Widerruf nicht zu erklären, sondern sein Kreditinstitut auf die Widerruflichkeit hinzuweisen. Ggf. läßt sich mit dieser vereinbaren, dass zumindest für die Zukunft ein derzeit marktüblicher Zinssatz gilt und der Vertrag bestehen bleibt. Gerade bei eindeutig rechtswidrigen Belehrungen haben Banken zuletzt öfter Vergleichsbereitschaft gezeigt.
Vergessen Sie aber nicht, dass dieses Thema nach dem 21. Juni 2016 erledigt sein wird, wenn Sie nicht rechtzeitig reagieren. Also im Zweifel: ab zum Anwalt. Die Kosten einer Überprüfung Ihres Vertrages sind geringer als Sie denken.

Unser Autor Christian Sitter ist seit 13 Jahren als Rechtsanwalt tätig. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und stammt aus Dortmund. An den Universitäten in Bonn, Köln, Fribourg (Schweiz) und Stellenbosch (Südafrika) hat er Rechtswissenschaften studiert.
Bevor er 2004 als Sozius in ein Gothaer Anwaltsbüro eintrat, arbeitete er für eine bundesweit tätige Insolvenzkanzlei. Seit Februar 2010 leitet Sitter eine eigene Kanzlei in Gotha.

Fragebogen: Hendrik Püschel

Hendrik Püschel 2Was denken und fühlen Politiker, Unternehmer, Freunde, Bekannte oder Kollegen unserer Leser? Welche Maxime haben sie? Fragen, die immer wieder gern gestellt werden. Wir werden in unregelmäßigen Abständen unseren modifizierten Fragebogen mit der freundlichen Bitte um Beantwortung ausreichen.
Vorbild ist der wohl berühmteste Fragebogen der Welt, der den Namen des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922) trägt. Dieser hat ihn jedoch nicht entworfen, sondern lediglich ausgefüllt. Streng genommen sogar zwei Mal: Erstmals bei einem “Questionnaire” anlässlich einer Geburtstagsparty der Tochter des späteren französischen Präsidenten Félix Faure im zarten Alter von 13 Jahren. Als Proust 20 Lenze zählte, füllte er einen ähnlichen Fragebogen aus, dem er selber den Titel “Marcel Proust par lui-même” (Marcel Proust über sich selbst) gab.

Heute: Hendrik Püschel (43), verheiratet, drei Kinder. Der Rudolstädter Entertainer tanzt (oder besser unterhält) nicht nur auf Hochzeiten: Als Moderator, Sänger und Comedian ist er seit über 25 Jahren in ganz Deutschland unterwegs.

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit:
Der Wurm muß dem Fisch schmecken – nicht dem Angler!

Als Kind wollte ich werden:
Grafiker.

Worauf ich stolz bin:
Meine Familie und meine Selbstständigkeit.

Das sagt man mir nach:
Mein Mundwerk würde mich aus jeder Situation retten.

Was ich am meisten verabscheue:
Ungerechtigkeit, Gewalt.

Meine Lieblingsperson in der Geschichte:
Thomas Alpha Edison.

Mit diesem Prominenten würde ich gern einen Tag tauschen:
Mit niemandem – jeder kann nur sein Leben leben.

Wo ich meinen Ruhestand verbringen würde:
Wenn alles so bleibt: In Thüringen.

Was ich am liebsten esse und trinke:
Fleisch, Wasser, Wein.

Das will ich auf meiner Beerdigung gar nicht hören:
„My way“.