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Nur Gewinner im Forstamt Gehren

Thüringens Ministerin für Landwirtschaft und Infrastrukturentwicklung Birgit Keller (Linke) zeichnete heute anlässlich der 20. Waldjugendspiele im Thüringer Forstamt Gehren die Gewinnermannschaften der insgesamt 150 teilnehmenden Schüler aus. ThüringenForst wird allein dieses Jahr an seinen 24 Forstamtsstandorten insgesamt knapp 10.000 Kindern einen Tag im „grünen Klassenzimmer“ bieten. „Für das erfolgreiche waldpädagogische Konzept der Landesforstanstalt sind motivierte und qualifizierte Mitarbeiter notwendig“, so Keller. „Die Aktivitäten rund um die Waldjugendspiele sind dafür landesweit beispielgebend. Ziel ist es, auch künftig Projekte der Umweltbildung für einen möglichst breiten Kreis anzubieten.“
Mit der Einführung der Waldjugendspiele im Jahr 1992 wurden insgesamt rund 155.000 Schülerinnen und Schüler, vorwiegend der vierten Klassenstufe, auf spielerische Art und Weise an die Wissensfelder Natur, Wald, Forstwirtschaft und Jagd herangeführt. Schon früh wurde das wald- und umweltpädagogische Konzept durch das Thüringer Kultusministerium in die Lehrpläne integriert. Zunehmend wurden auch Kinder mit Handicap beteiligt, so dass Kinder ohne und mit Behinderung gemeinsam Naturerlebnisse riechen, hören und fühlen können.
„Seit Jahren lässt ThüringenForst geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu zertifizierten Waldpädagogen ausbilden und verfügt damit thüringenweit über das größte Netzwerk dieser Art“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Diese Forstbeschäftigten werden durch regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen auf einem aktuellen pädagogischen Niveau gehalten. Gleichzeitig hat ThüringenForst mit weiteren Partnern wie etwa der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen, und dem Netzwerk „Forstliche Umweltbildung“ solide fachliche Unterstützung zur Umsetzung auch größerer forstlicher Umweltbildungsprojekte. So sollen in den nächsten Jahren weitere Angebote entwickelt und bestehende in noch höherer Qualität ausgebaut werden.Keller 2
Vor zwei Jahren hat das Forstamt Gehren zusammen mit der Oberweißbacher Bergbahn und der Stadt Oberweißbach an der Bergstation Lichtenhain den „Fröbelwald“ initiiert, ein landesweit beachtetes Umweltbildungsangebot. Mit seinen drei Jugendwaldheimen in Nord-, Mittel- und Ostthüringen, vor wenigen Jahren mit finanzieller Unterstützung des Freistaats mit 3,5 Millionen Euro modernisiert, verfügt ThüringenForst darüber hinaus landesweit über hervorragende waldpädagogische Zentren. Bester Beweis für die pädagogische Qualität der dortigen Forstbeschäftigten: Alle drei Jugendwaldheime sind durch Schulklassen über Jahre hinweg ausgebucht. Und auch bei den 33 diesjährig durchgeführten landesweiten Waldjugendspielen mussten Schulklassen wegen Totalauslastung auf das Folgejahr vertröstet werden.

Im Anschluss übergab die Ministerin das neue Ausbildungsgebäude des Forstlichen Bildungszentrums (FBZ) in Gehren an die erst vor wenigen Tagen in das Amt eingeführte Leiterin Corinna Weiß. „Der Wald ist ein sensibles und komplexes Ökosystem“, sagte Keller. „Deshalb stellen wir hohe Anforderungen an die Ausbildung der jungen Leute, die den Wald künftig bewirtschaften sollen.“ In nur einem Jahr Bauzeit investierte ThüringenForst rund 1,1 Millionen Euro Landesmittel in das neue Ausbildungsgebäude. Damit steht den derzeit 52 Forstwirt-Auszubildenden sowie nachfolgenden Lehrlingsgenerationen ein hochmodernes Ausbildungsgebäude mit vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit dem Neubau werden die aktuellen technischen, ergonomischen wie auch energetischen Voraussetzungen an moderne Ausbildungsstätten hervorragend erfüllt.
„Neue Anforderungen an eine stark technikgeprägte Berufsausbildung haben dazu geführt, dass bisherige über 50 Jahre alte Ausbildungsgebäude abzureißen und völlig neu zu erstellen“, so Volker Gebhardt. Dabei hat es das bauplanende Ingenieurbüro Egbert Gebauer aus Erfurt verstanden, von Anfang an die Anforderungen der späteren Nutzer wie die Ausbilder und Arbeitslehrer des FBZ intensiv in die Planung einzubeziehen. In dem Ausbildungsgebäude lernen die angehenden Forstwirte forstliche, jagdliche und touristische Einrichtungen zu bauen, aber auch Nisthilfen oder Fischtreppen zu montieren.Keller 3Die staatliche Ausbildung zum „Forstwirt“ schließen Interessierte in der Regel nach drei Jahren Lehrzeit ab. Dabei wirkt das FBZ als landesweit einzige überregionale Ausbildungsstätte für den Forstwirtsberuf und ergänzt das schulische Angebot des staatlichen Berufsschulzentrums Ilmenau. Rund fünf Wochen pro Jahr sind die Auszubildenden hierzu im Internat des FBZ untergebracht, wo sie auch ihre Zwischen- und Abschlussprüfungen ablegen.
Neben der Forstwirtausbildung dient das FBZ auch der Fortbildung von Forstwirten aller Waldbesitzarten, der Forstmaschinenführerausbildung, der Weiterbildung zum geprüften Natur- und Landschaftspfleger sowie der allgemeinen Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesforstanstalt. Damit wird wesentlich die Sicherung von Fachkräften im ländlichen Raum unterstützt. Das FBZ ist außerdem der landesweit größte Anbieter von qualifizierten Motorsägenlehrgängen für private Brennholzwerber.