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Notstand bei alten weißen Männern

(Gastbeitrag) Haltet mich für altmodisch, aber ich finde wirklich, dass wir einen akuten Männer Notstand in unserem Land haben. Und zwar einen „alte-weiße-Männer-Notstand“. Ich meine jetzt nicht DIE alten Männer, die faul und träge mit Bierbauch auf der Couch liegen und nichts anderes mehr im Kopf haben, als die Fußball-Bundesliga und die Lottozahlen.

Ich habe nichts gegen Fußball und einen dicken Bauch. Aber wenn es darüber hinaus nichts mehr gibt, das diese Männer interessiert und antreibt, für das sie kämpfen und einstehen, dann ist das einfach nur traurig.

Aus Büchern und alten Filmen kennt man noch eine Spezies Mann, die heute so gut wie ausgestorben ist und zwar den Gentleman. Den Herrn alter Schule, den Ehrenmann. Den Mann, der einer Frau die Tür aufhält und ihr in den Mantel hilft. Den Mann, der das Herz einer Frau erobern möchte und der nicht glaubt, er könne es in einem Sprint erledigen, sondern einer, der sich auf einen 10.000 Meter-Lauf einstellt. Früher machte der Mann einer Frau den Hof. Früher ließ die Dame ein Taschentuch fallen und der Auserwählte hob es für sie auf.
Waren das nicht wunderschöne Gesten?

Gut Ding will Weile haben, heißt es doch. Kaum einem ist mehr etwas heilig und von Wert. Alles muss schnell und billig verfügbar sein. Jederzeit und überall. Lieber stellt Mann (!) sich heute stundenlang bei Regen und Kälte an, um das neueste Smartphone zu erwerben, als dass er sich die Mühe macht, das Herz seiner Angebeteten zu erobern.

Durch falsch verstandenen Feminismus wurden die Gentlemen peu à peu umerzogen. Wenn heute ein Mann einer Frau die Tür aufhält und ihr in den Mantel hilft, dann heißt es oft von Frauenseite: „Das können wir doch selbst“. Solche Männer werden dann von ihnen als Chauvinisten und ewig Gestrige tituliert.

Und Euch Frauen frage ich jetzt als Frau: Wie wenig Frau seid Ihr, dass Ihr so etwas Schönes so abtut und als negativ anseht? Was ist nur aus Euch geworden? Genauso wie man den Männern das „Mann-sein“ aberzogen hat, so hat man Euch Frauen das „Frau-sein“ aberzogen.

Es sollte wohl eher heißen: Neue Frauen braucht das Land!

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