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Neuer Leitfaden: Subventioniert denunzieren

Von Archi W. Bechlenberg – Ganz weit vorne putzt bei Facebook bekanntlich die Amadeo Antonio Truppe unter maßgeblicher Führung der früheren DDR-Spitzelfachkraft IM Victoria. Und deren Feudel hält in seinem Lauf nun wahrlich nichts mehr auf. Der Zweck heiligt im Kampf gegen rechte Hetze wie eh und je alle Mittel, und so gibt Kahanes Kaderschmiede in einer Broschüre Hilfestellung, wie man ohne Skrupel und unter Einsatz konspirativer Mittel seinem Denunziationstrieb nachgehen kann: „Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, eine Anzeige auch anonym aufzugeben. Der einfachste Weg ist eine Anzeige per Email von einem Fake-Account direkt an die E-Mail-Adresse der zuständigen Staatsanwaltschaft zu schicken.

Natürlich ist in der Broschüre ausschließlich von Rechtsextremisten und deren Wirken die Rede. „Rechtsextreme führen Listen, teilweise auch öffentlich, und es kommt immer wieder zu Bedrohungen. Linker Radikalismus kommt in der Broschüre an keiner Stelle vor, da es den ja offenbar gar nicht gibt (wie war das noch mit den von Linksradikalen veröffentlichten Listen rund um den AfD Parteitag in Stuttgart? Wie war und ist das nochmal mit Anschlägen gegen kritische Politiker und deren Parteibüros?)

Lesenswert sind die „Handlungsempfehlungen“ allemal, so die Auflistung „häufiger rassistischer Hetze“. Zu dieser gehören „Kulturrassismus“, „(Nationalistische) Relativierungen“ und die „Gegenüberstellung“ von „Wir“ und „Die“, des Weiteren „abwertende Bezeichnungen“ wie „Wirtschaftsflüchtling“ und „Lügen über Geflüchtete und angebliche Kriminalität“ und selbst Beschwerden über Zensur kritischer Meinungen („wo ist meine Meinungsfreiheit, wenn ihr meine Kommentare löscht?“)  Kurz: wer in der Migrantenfrage nicht 100 Prozent auf Zentralkomitee-Linie mitstechschreitet, ist ein rassistischer Hetzer und gehört angezeigt. Das ganze ungeheuerliche Traktat, gefördert vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend findet man hier.

Archi W. Bechlenberg, Jahrgang 1953, ist studierter Bau- und Kunsthistoriker und arbeitet heute in verschiedenen kreativen Disziplinen, so als Journalist und Autor, aber auch als Maler und Fotograf. Er ist der typische Flaneur, der die beim meist ziellos Umherstreifen gewonnenen Erlebnisse und Eindrücke interpretiert und kreativ umsetzt. Im Internet gibt er unter dem Motto „Mit Geist, Genuss und Gelassenheit“ das Portal „Herrenzimmer“ heraus, zu dessen Botschaften Hedonismus und political incorrectness gehören. Zur persönlichen Webseite. Sein vorstehender Beitrag erschien zuerst hier.