Allgemein Politik Thüringen

„Nazi-Schweinkram“ oder „öffentliche Hinrichtung“?

Nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl forderte der Parteivorsitzende Björn Höcke Ronny Poppner (seinen eigenen Stellvertretr im Kreisverband der AfD NEM – Nordhausen – Eichsfeld – Mühlhausen) auf, sich nicht für ein Landtagsmandat zu bewerben. Grund sei ein vor zwei Jahren geteilter Beitrag der NPD in sozialen Netzwerken. „Wir haben mit der NPD nichts zu tun“, sagte Höcke. Ihm gehe es darum, die AfD vor Schaden zu bewahren.

Poppner verließ daraufhin mit knapp zwei Dutzend anderen Teilnehmern des Parteitages unter lautstarkem Protest den Saal. Protest kam auch von der „Alternativen Mitte“. Jens A. Sprenger sprach von „öffentlicher Hinrichtung“. Poppner kündigte an, einen Sonderparteitag des nordthüringischen Kreisverbandes einberufen zu wollen. Dort solle der Kreisvorsitzende Höcke die Vertrauensfrage stellen.

Unterstützung bekam Höcke von der Mehrheit der Stimmberechtigten. Überraschend war nach den internen Querelen der vergangen 24 Stunden plötzlich Bundessprecher Alexander Gauland in Arnstadt aufgetaucht, der ein Grußwort sprach und Höcke stützte: „Wer Nazi-Schweinkram teilt, hat in der Partei nichts verloren.“