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Die Sache Europa, einfach für Frau Nahles erklärt

(Kommentar von Gunter Linke) – Genau solche Leute wie Sie, Frau Nahles, sind die Motoren der Fliehkäfte eines geeinten Europas. Ihre Partei, aber auch fast alle anderen dort im Europahaus etablierten Parteien befeuern doch das Auseinanderbrechen Europas täglich, ja stündlich neu mit ihren sinnbefreiten Hirngespinnsten. Ich baue Ihnen jetzt mal, verehrte Frau Nahles, eine Metapher zum besseren Verständnis meiner Behauptung.

Wir wissen: Europa besteht aus zurzeit 26 Mitgliedsstaaten. Jeder kennt die guten alten Neubauplattenbauten. Da gab es 40 WE, 24 WE 8 WE und noch einige andere Typen mehr. Also nehmen wir mal an, die Europäische Union ist so ein Plattenbau mit eben 26 WE (Wohneinheiten), also ein zusammenhängendes Haus. Lustig wir alle nennen es ja auch unser gemeinsames Haus Europa. In jeder dieser 26 WE (Wohnungen) wohnt ein Land und jede in sich geschlossene Wohnung sind die dementsprechenden Ländergrenzen des jeweiligen Landes.

Bis dahin alles klar?
Ok.

Also in jeden Wohnblock (Haus) sind die Leute, die da drinnen wohnen eine Hausgemeinschaft, die sogar früher in der DDR, ich weiß jetzt nicht ob das in die westlichen Bundesländern auch so üblich war, durch gemeinschaftliches Wirken und Schaffen in ihrer Hausgemeinschaft goldene Hausnummer erringen konnten. Aber Spaß beiseite.

Jede einzelne Wohnung im Haus hat eine Wohnungseingangstür, die die Einwohner mit ihren persönlichen Wohnungsschlüssel aufschließen, betreten und wieder verschließen. Wenn Sie ihre Wohnung verlassen, wiederholt sich der Vorgang nur andersherum, damit keine Diebe und andere böse Gestalten dort ihren Unfug treiben können. Wenn es an der Wohnungstür schellt, geht man hin, schaut raus und wenn ein Hausnachbar dort steht, kann man ihn – wenn man ihn gut leiden mag – in seine Wohnung lassen.

Wenn man dann den Hausnachbar als Gast in seine Wohnung eingelassen hat, benimmt sich dieser ordentlich und fragt nach bestimmten Verhaltensregeln seines Gastgebers, wie zum Beispiel Schuhe ausziehen oder Rauchen.

Sollte sich der Gast oder der Besucher nicht an die Regeln des Gastgebers halten, hat dieser das Recht, denjenigen dann als nunmehr ungebetenen Gast aus der Wohnung zu verweisen, ohne das er sich dafür rechtfertigen muss. (Diesen erweiternden Aspekt bekam ich von meinen guten Freund Franz-Josef Link, der selbst immer wieder gern ein guter Gastgeber ist.) Falls man aber denjenigen der an der Wohnungstür klingelt nicht in seine Wohnung lassen möchte, ja dann spricht man eben im Treppenhaus (im für alle neutralen Schengen-Raum) miteinander.

Ja, so einfach und für alle Seiten kompatibel ist das Zusammenleben in einer Hausgemeinschaft geregelt. Und ich erinnere mich, unsere Hausgemeinschaft hat früher viele lustige gemeinsame Tage erlebt und auch gefeiert, bzw. auch gemeinsam zur Erhaltung des Hauses und der Anlagen miteinander gearbeitet. Das war echt richtig Klasse, selbst nach der Wende 1989 noch.

Ich habe noch nie, nicht einmal im Sozialismus je gesehen, dass die Hausgemeinschaften ihre Haus- und Wohnungseingangstüren ausgebaut hätten, um so jeden, jederzeit Ein- und Austritt zu gewähren, wie es eben jeder gerade mag und wie er lustig ist. Das ist in unserem Lande sogar versicherungstechnisch untersagt und wenn man es doch machen würde, verliert man seinen Versicherungsschutz.

Und Sie Frau Nahles und ihre politischen Embryos in den Schaltzentralen der Macht und des Geldes, wollen genau das nicht. Sie zerstören gerade das, was die Pioniere des bisher friedlichen Europas mit viel Mühe und Verstand aufgebaut haben. Sie wollen das das Haus Europa alle seine 26 Wohnungseingangstüren, samst Haustür aus dem gemeinsamen Haus Europa raus schmeißt und im Großen und Ganzen dann völliger Durchzug herrscht und jeden nach Beliebe und Gusto freier Lauf gewährt wird.

So, Verehrteste, und nun gehen wir nochmal auf Anfang zurück und fragen uns, warum wohl gerade Europa auseinander fällt, Frau Nahles.