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MINT ist nach wie vor männlich

Derzeit arbeiten im Agenturbezirk Jena nur knapp ein Drittel (32.017 Menschen) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in klassischen MINT-Berufen. Hinter der Bezeichnung „MINT“ verstecken sich Berufe und Studienfelder rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In den MINT-Berufen sind nur 21,6 Prozent Frauen. Bei den Auszubildenden beträgt der Anteil der Mädchen nur 13,3 Prozent.
„Da ist noch Potential zu finden“, so Birgit Becker, Leiterin der Jenaer Arbeitsagentur. „MINT-Berufe bieten auch in unserer Region attraktive und zukunftssichere Chancen“, erklärt Becker „nicht nur mit dem Girls’Day, sondern auch in der täglichen Berufsorientierung weisen wir auf die MINT-Perspektiven vor Ort hin“. Die Wunschberufe der Mädchen weichen leider oft von den naturwissenschaftlichen Angeboten ab.
Mädchen und Jungen wählen nach wie vor klassische Berufswege. Im Agenturbezirk Jena waren 2015 1.521 Bewerber für eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung registriert. Ein Blick auf die Berufswünsche zeigt, dass MINT-Berufe nach wie vor männlich sind. 475 Jugendliche möchten einen MINT-Beruf erlernen. Davon sind 83 Prozent Jungen. Bei den Mädchen äußerten nur 17 Prozent diesen Wunsch.
Für Jungen und Mädchen gibt es vielfältige Angebote zur Berufsorientierung, so z.B. den “Girls‘ und Boys’Day”, der in diesem Jahr am 28. April 2016 stattfinden wird. Seit 2001 wird der “Girls’Day” in Deutschland genutzt, um insbesondere Mädchen den Einstieg in naturwissenschaftliche und technische Berufsfelder zu erleichtern.
Eine weitere gute Hilfe kann der Chancenatlas sein, der von den Agenturen für Arbeit für die Bundesländer Thüringen und Sachsen-Anhalt konkret gefragte Berufe und Trends in und für die Regionen vorstellt. „Mit dem Chancenatlas informieren wir über Perspektiven, Arbeitsinhalte und Verdienstmöglichkeiten zu aktuellen Berufen. Hier ist die steigende Bedeutung der MINT-Berufsfelder zunehmend sichtbar“, so Manuela Schrodt, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Jena. „Informieren und probieren ist dennoch für die Berufswahl unverzichtbar“. Erhebungen zeigen auch, dass mit den MINT-Berufen höhere Einkommen und eine bessere Arbeitsplatzsicherheit gegeben sind, als in anderen Berufsfeldern.
Durch Information und praktische Einblicke werden falsche Vorstellungen entkräftet oder Begeisterung für den passenden Ausbildungsberuf entfacht. „Eine gute Wahl kann nur treffen, wer eine Auswahl wirklich kennt“, betont Becker, „es lohnt sich also über die MINT-Chancen im individuellen Gespräch mit unserer Berufsberatung zu informieren“.