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Millionen für eine verrückte Tourismus-Idee

Anneliese Langheinrich vom „Kulmberghaus“: „Ich wünsche mir als Nachfolger und Investoren diejenigen mit der verrücktesten Idee. Was einst ein Aprilscherz aus dem Jahre 1969 war, sollte jetzt Wirklichkeit werden können.“

Ein Unternehmer-Konsortium (über dessen Zusammensetzung Vertraulichkeit vereinbart wurde) aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt erarbeitet derzeit ein ehrgeiziges Seilbahn-Projekt von Remschütz zum Kulm. 500 Menschen könnten mit der Kabinenbahn (jede Kabine fasst 35 Menschen sowie Fahrräder) pro Stunde befördert werden. Ergänzend dazu würde eine sogenannte Zip-Line von der Saale nach oben führen. Das Investitionsvolumen läge im zweistelligen Millionenbereich. Für die Planung zeichnet der Weltmarktführer im Seilbahnbau verantwortlich.

Am gestrigen Nachmittag informierten sich im Kulmberghaus Landrat Marko Wolfram, die Bürgermeister Matthias Graul (Saalfeld) und Andrea Wende (Unterwellenborn) sowie Dagmar Schmidt (IGZ) und Wirtschaftsförderer Matthias Fritsche über die ambitionierte Idee. Mit der Seilbahn, so die potenziellen Investoren, würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits entstünde ein überregionaler touristischer Anziehungspunkt, andererseits ein attraktives Naherholungsziel für alle im Städtedreieck. Nahezu alle touristischen Nachfragen könnten befriedigt werden. Wanderer kämen ebenso auf ihre Kosten wie Mountainbiker, Paddler auf der Saale könnten in Remschütz ebenso um- und einsteigen wie Motorrad- und Autofahrer. Sowohl individuell als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre die Talstation gut erreichbar.

Von der Saale bis zum Kulm würde ein Höhenunterschied von 340 Metern überwunden. Eine Seilbahn-Lösung, die im Freistaat ihresgleihen suchen würde.
Von der Saale bis zum Kulm würde ein Höhenunterschied von 274 Metern überwunden. Eine Seilbahn-Lösung, die im Freistaat ihresgleichen suchen würde.
Möglichst viele aus der Region in das Projekt einzubinden, nannten die Investoren als oberste Priorität. Aus dem ehemaligen Kulmberghaus würde ein „Berggasthof Kulm“ mit völlig neuem gastronomischen Konzept, wofür die Immoblie auch ein verändertes Gesicht bekäme. Nach einer Seilbahnfahrt und Einkehr auf dem Kulm wären für Wanderer zahlreiche attraktive Ziele ringsum auf Schusters Rappen erreichbar.
Rund um den Berggasthof sind komfortable Berghütten aus Holz ebenso geplant wie ein Klettergarten. Der ehemalige Parkplatz unterhalb des Kulmberghauses könnte künftig für Events genutzt werden. Denkbar wäre auch ein Mini-„Legoland“ ganz anderer Art: Miniaturen aus allseits bekannten Ankerbausteinen könnten ein Zugfperd für Kinder werden.
Der Landrat und die beiden Bürgermeister signalisierten, dass an ihnen das Projekt gewiss nicht scheitern würde. Weiterer Abklärungsbedarf entstünde allerdings. Das für die Talstation benötigte Grundstück im Besitz der Stadt Saalfeld wäre zu erwerben, so Matthias Graul. Die Querung einer 110 kV-Stromleitung stelle ein lösbares technisches Problem dar, verlautbarte seitens der Investoren. Die Machbarkeit hinge nicht nur vom lokalen und regionalen Umfeld ab, sagte Wirtschaftsförderer Fritsche. Denn im nächsten Stadium sind nun die Hüter einschlägiger Gesetze und Vorschriften gefordert, auch was die Frage der Förderfähigkeit anbelangt.

Kulm SaaleJournalHintergrund: Das Kulmberghaus in jetztiger Gestalt wurde im Oktober 1969 seiner Bestimmung übergeben. Seit 1972 bewirten Anneliese Langheinrich und Eva-Maria Koch einkehrende Gäste auf der höchsten Erhebung bei Saalfeld. Bereits 1920 gab es auf dem Kulm eine Schutzhütte, seit 1923 ein erstes Kulmberghaus mit Fremdenzimmern. Eine Kutsche fuhr regelmäßig hinauf.
Der 20 Meter hohe Kulmturm ist einer der ältesten Stahlfachwerktürme in Deutschland. Der denkmalgeschützte Turm wurde 1884 von der Königin Marienhütte errichtet. Nach umfassender Sanierung kann seit 2012 die 18 Meter hohe Aussichtsplattform, die genau auf 500 Metern Höhe liegt, wieder bestiegen werden.

Kulm 2
Die sogenannte Zip-Line ist eine Seilbahn, die anderswo auch als Flying Fox, Tyrolienne oder Guerillarutsche bekannt ist. An einer Rolle oder an einem Karabinerhaken hängend werden Personen transportiert. Überall dort, wo es solche Attraktionen gibt, ist die Zip-Line ein Touristenmagnet. Beispiele: Hirschgrund im Schwarwald, Ochsenkopf im Fichtelgebirge, Eifel Adventures. Auch mit der Doppelseilrutsche an der Rappbode-Talsperre könnte sich das Kulm-Projekt durchaus messen.

7 Replies to “Millionen für eine verrückte Tourismus-Idee

  1. Seit Kind schon,ist das Kulberghaus meine lieblings Gaststätte.
    Eine Seilbahn,wäre der Hammer. Ein Spendenaufruf über die Medien,könnte,bei der Finazierung helfen.
    Ich bin dabei.Es müssen ja nicht immer die Japaner oder Chinesen sein.

    gutes Gelingen und liebe Grüsse aus Weimar
    Hartmut Schütze

  2. Seit Jahren ist das Kulmberghaus meine Lieblingsgaststätte.
    Die Seilbahn wäre der Hammer.Ich würde eine Sammlung,ins Leben rufen,um zu testen wie groß das Intresse ist.
    Vieleicht ist der Bereich Rudolstadt-Saalfeld schon in derLage,mit seinen Einwohnern und Firmen Ansiedlungen die Kohle aufzubringen. Ich bin dabei. Es müßen ja nicht immer die Jspaner und Chinesen ein.

    Viele liebe Grüsse an meine Geburtsstadt Rudolstadt und gutes Gelingen

  3. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das dieses Projekt auch nur ansatzweise die Hürde der Inkompetenz überspringt. Nichts ist im Großraum SLF-RU seit vielen, vielen Jahren so eingefahren wie die inkompetente Handlungsweise der jeweils Verantwortlichen in Stadt und Landrat. So feiert heute noch die Stadt Saalfeld einen Bürgermeister der es schaffte 1548 nach einer 2 wöchigen „Probephase“ die Universität in Saalfeld zu schließen um diese dann in Jena errichten zu lassen. Mit der Begründung nur der Bergbau habe Zukunft verbaute dieses Genie der Stadt eine Zukunft die glänzender hätte nicht seien können. Zum Dank dafür läuft Herr Kelz immer an vorderster Front bei Festumzügen und trägt stolz einen Straßennamen. Es wird schon daran scheitern das der gemeine Rudolstädter nicht einsehen will, warum der Startpunkt dieser Bahn ausgerechnet in Saalfeld stehen soll (Recht hat er) also wenn gebaut werden soll dann bitte mit 2 Startpunkten einem in SLF und einer in RU.
    Nichts ist seit vielen hundert Jahren so beständig wie der Niedergang eine wunderschönen Region, gescheitert am Kleingeist des Thüringers und seiner völligen Inkompetenz seiner Entscheidungsträger. Das ist Schade und traurig aber wahr. So sehr ich diesem Projekt auch den Erfolg wünsche, so wissen wir doch alle wie es ausgehen wird……….

  4. Um Gottes Willen dann wäre wieder ein Stück Natur zerstört . Außerdem sind dort Ruhezohnen für das Wild . Diese sind dann auch unwiederbringlich zerstört Wo sollten die vielen Touristen herkommen man schneidet uns doch von der ICE Strecke ab .

  5. Super Sache. Eine Idee, die einfach unsere schöne Region aufwerten würde. Mir graut es aber jetzt schon wieder vor dehnen. die alles zerreden und aus dann bestehenden Lösungen neue Probleme machen. Ich wünsche der Idee viel Erfolg und verrückt ist die Idee nicht. Wie ich Anneliese Langheinrich so kenne. hätte sie diese Bahn schon 40 Jahre früher gerne gehabt.

    Mit farbenfrohen Grüßen
    Malermeister Reginald Hanke

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