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MdL Wirkner: Kreisgebietsreform würde Entdemokratisierung beschleunigen

Bereits im April diesen Jahres hatte der Rudolstädter CDU-Landtagsabgeordnete Herbert Wirkner medial für Furore gesorgt. Sein Vorschlag einer großen Stadt Rudolstadt-Schwarzburg schlug hohe Wellen – auch in Kreisen der eigenen Partei. Nachdem die rot-rot-grünen Pläne zur Thüringer Kreisgebietsreform nun auf dem Tisch liegen, sprachen wir mit ihm über seine aktuellen Intentionen.

“Die im Rahmen einer Gebietsreform von der rot-rot-grünen Landesregierung geplanten Großstrukturen sind falsch und zerstören zudem die Strukturen Thüringens. Wenn zukünftig ganze Gemeinden – und somit die Bevölkerung – die Entscheidungskompetenzen in Angelegenheiten des Ortes verlieren, kann ich das nicht gut heißen.“ Ferner sieht der Landtagsabgeordnete kritisch, dass bei der geplanten Reform der ländliche Raum die Zeche für hochverschuldete Städte zahlen könnte. Für einen kapitalen Fehler hält Wirkner, dass die Verwaltungsgemeinschaften um jeden Preis zerschlagen werden sollen.

Ähnlich wie andere Mandatsträger hat Wirkner beachtliche Bauchschmerzen, was das künftige ehrenamtliche Engagement der Bürger anbelangt. “Ich befürchte, dass kommunhalpolitisch ehrenamtlich Tätige drei Mal überlegen werden, ihr Engagement beizubehalten bzw. sich erstmals einzubringen. Da wird wohl ein potenzieller Kandidat -z. B. aus dem Obereren Schwarzatal – erst einmal schauen, welchen Anfahrtsweg er künftig bewältigen muss. Es mag ein hehres Wort sein: Aber die geplante Reform ist leider dazu geeignet, eine Entdemokratisierung zu beschleunigen!”

Ob der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt nun mit dem Saale-Orla-Kreis oder mit Weimar oder dem Weimarer Land zusammen gehen soll? Herbert Wirkner: “Ich fühle mich strikt an den Kreitagbeschluss gebunden, der den Erhalt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt und den Erhalt von Saalfeld als Kreissitz zum Inhalt hat.”