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MdB Stauche: „Kann Schwächung des ländlichen Raums nicht mittragen“

„Die geplante Kreisgebietsreform lehne ich generell ab, sowohl das Modell der Landesregierung als auch ein Zusammengehen von Saalfeld-Rudolstadt mit dem Saale-Orla-Kreis. Mit beiden Modellen würden funktionierende Strukturen zerschlagen und es würden Großkreise entstehen, die in vielerlei Hinsicht schwierig wären: Schulen, Sparkassen, Zweckverbände, Öffentlicher Personennahverkehr – alles würde zentralisiert und damit für die Bürgerinnen und Bürger, die nicht in den Zentren wohnen, schwerer zu erreichen. Die geplante Reform wäre ein deutliches Signal gegen den ländlichen Raum“, positioniert sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Carola Stauche.

Auch das oft gebrachte Argument der finanziellen Einsparungen könne sie nicht gelten lassen. Bisher sei nicht nachgewiesen worden, dass es solche Einsparungen tatsächlich geben würde. Die Erfahrungen in anderen Bundesländern mit entsprechenden Reformen ließen ebenfalls keine Schlüsse darauf zu, dass größere Kreise finanziell vorteilhafter seien. Im Gegenteil: eine solche Reform werde zunächst Geld kosten. Ob sie mittel- oder langfristig Geld einspare, sei höchst ungewiss.

Stauche weiter: „Ehrenamtliches Engagement, egal ob im kulturellen, sozialen, sportlichen oder kommunalpolitischen Bereich, würde ebenfalls schwierigen Zeiten entgegengehen. Auf Kreisebene wird hier sehr viel getan. Das wird in anonymen Großkreisen allein schon durch die Entfernungen erschwert. Ehrenamtlich Tätige werden sich künftig genau überlegen, ob sie diese Strecken und die finanziellen Belastungen tragen möchten. Im kommunalpolitischen Bereich auf Landkreisebene werden dann wahrscheinlich weniger Personen gewählt, als vielmehr Parteien, da Kandidaten schlicht und ergreifend nicht mehr überall bekannt sind. Eine solche Entwicklung möchte ich nicht unterstützen. Zusammenfassend muss ich also leider noch einmal betonen, dass die Vorschläge zur Kreisgebietsreform für mich alle nicht zielführend sind, und ich sie deshalb ablehne. Gerade die absehbare Schwächung des ländlichen Raumes kann und will ich nicht mittragen.“