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Lutz, Flip & Flop

Der Lutz ist ein Sprung im Eiskunstlauf. Er kann einfach, doppelt, dreifach oder vierfach gesprungen werden. Um einen Lutz auszuführen, nimmt der Läufer rückwärts Anlauf und verlagert das Gewicht auf das linke Bein. Der linke Arm ist vorne vor dem Körper und der rechte zeigt in etwa in Laufrichtung (beide parallel zum Eis). Nun sticht der rechte Schlittschuh nach hinten ins Eis ein. Gleichzeitig wird vom linken Bein abgesprungen (von der Auswärtskante, andernfalls wird der Sprung als Flip gewertet, der einen geringeren Basiswert hat).

So viel zum Eiskunstlauf, zurück ins Leben. Steffen Lutz, 2017 im Bürgermeisterwahlkampf in Saalfeld unterlegener SPD-Kandidat und in diesem Jahr Sozen-Spitzenkandidat für den Stadtrat Saalfeld, schafft regelmäßig weder Lutz noch Flip, dafür aber den x-ten Flop. Lassen wir mal den Volksmund sprechen, seine politischen Gegner verwenden gern den Hashtag #gelutzt:
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Wenn man schon gegen den Wind pinkelt, sollte man zuvor wenigstens die Hosen runterlassen.

„Die AWO tut hier mehr auf dem Immobilienmarkt, als ihr sozialer Zweck es nötig macht“, erklärte Steffen Lutz heute. „Normale Wohnungsvermietung dürfte nicht der Zweck der AWO sein.“ Irgendwie sieht das sein eigener SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee gänzlich anders. Er konstatierte vor wenigen Tagen auf dem Parteitag der Thüringer SPD, „seine Partei stehe dafür, dass wieder mehr Wohnungen in öffentliche Hand kommen oder von gemeinnützigen Trägern betrieben werden“. Seinem Landeschef zu widersprechen – alle Achtung!

Nicht jeder, der schießt, hat auch das Pulver erfunden.

„Städtischer und sozialer Wohnungsbau und Stadtentwicklung sind eigentlich Sache der stadteigenen WOBAG Saalfeld, die aber mit hohem finanziellem und personellem Aufwand ein Hospiz in der Kleiststraße, statt Wohnungen baut. Eigentlich auch keine Aufgabe der WOBAG.“
Es ist vollkommen egal, wessen „Aufgabe“ es ist, Hospize zu bauen. Jeder, der noch einen Funken menschlicher Regung im Leibe hat, weiß, wie wichtig diese sind. Hospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase palliativ zu versorgen. Fernab eines „Geschäftsmodells“! Wohnungen gegen ein Hospiz auszuspielen ist unterste Schublade! Da muss sich auch der Saalfelder Ober-Sozi ein Zitat aus „Shooter“ ins Stammbuch schreiben lassen: „Ihr moralischer Kompass ist so im Arsch, ich wäre geschockt, wenn Sie auch nur den Weg zum Parkplatz fänden.“

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Sozi Steffen Lutz schießt auch gleich mal gegen den Saalfelder Bürgermeister Dr. Steffen Kania und dessen Funktion im Thüringer AWO-Landesverband. Der Thüringer AWO-Landesverband, in dem der Saalfelder Bürgermeister im Vorstand sitzt, unterhält keinerlei geschäftliche Beziehungen zur Stadt Saalfeld. Es gibt kein Gesetz, dass Stadtoberhäuptern verbietet, caritativ tätig zu werden. So what?

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit jungen Felsen werfen.

Ferner kritisierte der SPD-Fraktionschef die fortbestehende Mitgliedschaft Kanias im Rotary-Club Saalfeld. Politiker sollten „da nicht mitmischen, da in solchen Netzwerken viele Dinge vorbesprochen werden“. Was Lutz vergisst: Unter den ca. 80 Mitgliedern der Rotarier in Saalfeld-Rudolstadt befinden sich (paritätisch) nur je fünf herausgehobene Sozis und CDUler. Unter den Parteigängern des ehrenwerten Steffen Lutz: Andreas Spahn (Stadtratsmitglied in Saalfeld), Dr. Eberhard Köhler (Ex-Stadtratsmitglied in Saalfeld) und unübersehbar Oliver Weder (Kreistagspräsident und SPD-Direktkandidat für den Thüringer Landtag) sowie Christoph Majewski (Loser bei Mandatskämpfen und BZ-Chef in Saalfeld). Wer sollte hier mit wem kungeln?

Dicht daneben ist auch vorbei.

Lutz kritisiert zudem die Aktivitäten des AWO-Kreisverbandes auf dem Immobilienmarkt am Beispiel des AWO-Wohnbauprojekts an der Wüste Köditz. Dabei übersieht er, dass die Liegenschaft vom Landkreis übernommen wurde. Landrat ist wer??? Federführend war das Planungsbüro Dr. Rainer Lindenmann, Gatte der Ex-Landrätin Marion Philipp und Sozi. Ein Schelm, …
Andreas Kühn