Lengefeld-Denkmal in Reschwitz eingeweiht

Die in Gründung befindliche Carl Christoph von Lengefeld-Stiftung hatte am vergangenen Samstag zu einem Familienwandertag eingeladen, um Lengefeld auch an dem Ort, an dem er seine Jugend verbrachte, zu würdigen. Zum 300. Geburtstag stand der Rudolstädter Forstmann Carl Christoph von Lengefeld bereits im vergangenen Jahr in Rudolstadt im Mittelpunkt einer Wiederentdeckung. Unter Geleit von Herzog Johann Ernst alias Lothar Bock wurde zum Auftakt der Wanderung am Ortsausgang von Reschwitz an der Ehrlichswiese das Lengefeld-Denkmal eingeweiht.
Die Initiative war von Roland Beyer ausgegangen, der mit Unterstützung der Leader-Aktionsgruppe und des Forstes ein Naturdenkmal initiiert hat, das dem Rudolstädter Wegbereiter der Forstwirtschaft angemessen ist. An den Enden einer dreieckigen Fläche symbolisieren Tanne, Fichte und Kienbaum das Lebenswerk Lengefelds, der bisher eher als „posthumer“ Schwiegervater Schillers bekannt war. Barocke Sitzbänke wurden in Dresden gefertigt. Der Lositzer Hubert Schünzel war am Bau des Denkmals maßgeblich beteiligt.
Tanne, Fichte und Kienbaum spielten zuvor schon in der Reschwitzer Kirche die Hauptrolle – in einer Mischung aus Andacht, Lesung und Konzert gestalteten Pastorin Ina Winter, Ines Hommann und die beiden Musikschullehrerinnen Claudia Firl und Mirella Prekup eine besinnliche Stunde rund um Lengefelds Erkenntnisse über die heimischen Nadelwälder. Vor der Kirche und am Denkmal sorgte die Jagdhornbläsergruppe Mägdesprung aus Langenorla für forstlich stimmungsvolle Musik.
Am Lengefeld-Denkmal lenkten schließlich Ex-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (Präsidentin des Thüringer Wanderverbandes) und der Schwarzburger Prof. em. Helmut Witticke, der derzeit wohl beste Lengefeld-Experte, den Blick auf die Verdienste des Forstmannes. Trotz schwerster Behinderung seit seinem 29. Lebensjahr durch eine Lähmung in Arm und Bein blieb er ein Leben lang als Oberforstmeister, Gutachter und Forstwissenschaftler tätig und lieferte die Grundlagen für die moderne Forstwirtschaft. Dass ihn Friedrich der Große als Preußischen Landforstmeister zu gewinnen suchte – wenn auch vergeblich – zeigt seinen großartigen Ruf schon bei den Zeitgenossen.
Mit der Wanderung wurde noch eine weitere wichtige Persönlichkeit geehrt – der 2014 verstorbene Imker Günter Beyer, Initiator des Bienenlehrpfades. An ihn erinnert jetzt ein Gedenkstein neben dem kleinen Bienenhaus.

Foto: LRA / Martin Modes