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Landkreis SLF-RU konnte rund 760.000 Euro von säumigen Unterhaltsschuldnern eintreiben

Im Juli 2017 trat das neue Unterhaltsvorschussgesetz in Kraft. Es regelt die Unterhaltszahlungen an Kinder, wenn säumige Elternteile ihrer Pflicht nicht nachkommen. Mit der Neuregelung ist die Zahl der anspruchsberechtigten Kinder erheblich gestiegen. Wegen der geänderten Rechtslage stiegen die Ausgaben für den Landkreis von 1,8 Millionen Euro 2017 auf 3,3 Millionen Euro 2018.

Ein Teil dieser Summe wird von den säumigen Zahlungspflichtigen wieder eingetrieben. Dabei war der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowohl in absoluten Zahlen als auch bei der sogenannten Rückholquote mit Abstand Spitzenreiter in Thüringen. So wurden im vergangenen Jahr rund 760.000 Euro wieder eingetrieben. Das entspricht einer Rückholquote von 22,7 Prozent. Der Thüringer Landesdurchschnitt lag lediglich bei 11 Prozent. Zum Vergleich: Die Landeshauptstadt Erfurt hat mit 681.000 Euro eingetriebenem Unterhaltsvorschuss zwar in Summe das zweitbeste Ergebnis, zahlt jedoch auch mehr als doppelt so viel Vorschussleistungen aus. Damit liegt die Quote in Erfurt lediglich bei 8,4 Prozent.

Insgesamt ist jedoch bei allen Landkreisen und kreisfreien Städten die Rückholquote deutlich gesunken. In Saalfeld-Rudolstadt von 33,7 auf 22,7 Prozent. Ursache ist die dramatisch gestiegene Anzahl der neuen Anträge. Die Zahl der Anspruchsberechtigten hat sich durch die Neuregelung von 743 im Jahr 2016 auf 1334 im Jahr 2018 beinahe verdoppelt. In diesem Jahr wird wieder ein größeres Augenmerk auf die Inanspruchnahme der Zahlungsverweigerer gelegt. Der Landkreis nimmt bereits zum dritten Mal in Folgen den Spitzenplatz bei der Eintreibung ausstehender Unterhaltsleistungen ein. Trotz des Rückgangs liegt die Quote deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der von 23 Prozent im Jahr 2016 auf lediglich 13 Prozent im Jahr 2018 gesunken ist.