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Kriegserklärung der Umverteiler

Kann man sich mit gesundem Menschenverstand nicht ausdenken! Es sei denn, man ist Spezialdemokrat. SPD-Chefin Andrea Nahles will wieder einmal die Umverteilungsmaschinerie auf Hochtouren laufen lassen: Ältere Arbeitslose sollen bis zu 33 Monate (im Einzelfall gar bis zu drei Jahre) Arbeitslosengeld I erhalten. Klingt erst einmal sehr schön. Bezahlen würden dies all diejenigen, die arbeiten gehen und Beträge in die Arbeitslosenversicherung entrichten.

Damit wäre allerdings niemandem geholfen: Die Arbeitsmarktforschung kann belegen, dass eine lange Bezugsdauer unterm Strich dazu führt, dass die Arbeitslosigkeit auch lange andauert. Die vermeintliche soziale Wohltat von Sozen (die fast immer nicht rechnen können!) führt somit zu noch höherer Langzeitarbeitslosigkeit. Wer älteren Arbeitslosen wirklich unter die Arme greifen will, muss ihnen dabei helfen, schnell in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Wer einen längeren Verbleib in der Arbeitslosigkeit organisiert, bewirkt das Gegenteil und schröpft das Vermögen der Solidargemeinschaft.

Die Arbeitslosenversicherung ist eben kein Sparvertrag wie die Rente, sondern eine zeitlich begrenzte Absicherung gegen ein Lebensrisiko. Im Grunde nicht anders wie bei einer Krankenversicherung. Wer aus einer Versicherung Leistungen im “Schadensfall“ bezieht, muss sich auch der Verpflichtung stellen, den „Schaden“ bestmöglich zu begrenzen. Eine längere Bezugsdauer darf kein vorgezogener Ruhestand durch die Hintertür werden.

Zwischenzeitlich hat Finanzminister und Nahles-Parteifreund Olaf Scholz festgestellt, dass die Steuerkasse doch nicht so gut gefüllt ist – und statt dessen ein 24,7 Milliarden Euro-Loch bis 2023 darin klafft. In dieser Rechnung sei bereits das komplette Aufbrauchen des Finanzpuffers für den Umgang mit „Flüchtlingen“ enthalten, die derzeit mit 35,2 Milliarden Euro gefüllt sei. Im Klartext: Es gibt vorerst nichts zu verteilen! Nackte Fakten haben allerdings Sozen noch nie daran gehindert, irrsinnige Vorschläge zu kommunizieren. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) will auch noch eine Grundrente für Weiblein und Männlein mit mindestens 35 Beitragsjahren ohne Bedürftigkeitsprüfung. Bis zu vier Millionen Geringverdiener würde dies betreffen. Der sozialdemokratische Schönrechner beziffert die Kosten dafür auf jährlich vier bis 6,5 Milliarden Euro.

Und nun dürfen Sie; liebe Leser; sich fragen, wer das alles bezahlt? SIE! Wer sonst! Falls Sie – wie ich – kurz vorm Rentenalter sind oder bereits Rente beziehen: Ihre Kinder, Enkel und Urenkel werden nie dagewesene Abgaben leisten, wenn die feuchten sozialdemokratischen Träume Wirklichkeit werden würden. Und jetzt dürfen Sie sich gern überlegen, was wichtiger ist: Zwei Mallorca-Urlaube mehr auf SPD-Ticket oder die Zukunft ihrer Nachfahren.

Die Pläne der Sozen sind sowohl eine Kriegserklärungen an nachfolgende Generationen als auch eine Aufkündigung der sozialen Marktwirtschaft! Ich hoffe, dass Sie gut schlafen können, wenn Sie sich für für die Pläne von Nahles & Co. erwärmen können.
Andreas Kühn

Gegen eine angemessene Besteuerung von „reichen“ Menschen ist sicherlich nichts einzuwenden. Das Problem ist nur, die „Sozialdemokratie“ und ich haben gänzlich unterschiedliche Ansichten darüber, wer in unserem Lande reich ist und wer eben nicht. Für mich – als Arbeiterkind aus Marxloh – ist jemand reich, der in der Lage ist ohne jede Arbeit ein sorgenfreies Leben führen zu können, der sich nicht fragen muss, wie er all seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann, und der nicht zur Mitte des Monats damit anfängt, sorgenvoll seinen Kontostand zu beobachten.

Für mich ist jemand reich, dessen Häuschen ihm selber gehört, und nicht der Bank, und der sich um seine Rente und seine Krankenversicherung nicht sorgen muss. Für mich ist jemand reich, der dafür Sorge tragen kann, dass es seinen Kindern an nichts mangelt, und dass sie eine gute Schul- und Ausbildung bekommen. Für mich ist jemand reich, der am sozialen und kulturellen Leben unsere Gesellschaft teilnehmen kann, ohne sich fragen zu müssen, was denn die Theater- oder Konzertkarte aktuell so kostet.

Für die Sozis aber ist jemand schon reich, wenn er mehr verdient als der Durchschnitt, denn schon ab diesem magischen – und mageren – Wert beginnen sie von „sozialer Gerechtigkeit“ zu fabulieren, letztlich nur ein Euphemismus für eine den sieben Todsünden, den blanken Neid. Und ja, nach den Maßstäben der Sozis bin ich wahrscheinlich „schweinereich“, weil ich in einem großen Haus (mit Hypotheken) wohne, und weil ich ein „dickes“ Auto fahre, Leasingraten inklusive. Und ja, mir geht es wirtschaftlich wahrscheinlich deutlich besser als 99 % meiner Mitbürger, oder heißt es Mitbürgenden …?

Dafür landet aber auch durchgerechnet gut 70 % (direkt und indirekt) meines Bruttoeinkommens beim Fiskus, und mein längster und einziger Urlaub in den letzten 10 Jahren waren sieben Tage in Istanbul. Und ja, wenn’s meine Waschmaschine dahinrafft, dann ruf ich einfach beim Fachhändler an, und lass mir ‘ne neue liefern, ohne dass wir dafür am Kühlschrankinhalt sparen müssten, wie viele andere Menschen in unserem Land.

Und ja, ich hafte für mein Unternehmen, auch und insbesondere für die Sicherheit der Arbeitsplätze meiner 70 Mitarbeiterinnen, seit vielen Jahren höchstpersönlich und mit allem, was ich besitze. Darum kotzt es mich an, wenn die Sozialisten immer und immer wieder auf der Trommel des Sozialneides gegen den sogenannten „Klassenfeind“ lärmen.
Udo Kelllmann ist Unternehmer und CDU-Mitglied

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