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Kommentar: Zwei Loser in Potsdam und Dresden

Die Wahlen in Brandenburg und Sachsen haben trotz der Zuwächse der Grünen nur einen wirklichen Gewinner: Die AfD. Die Regierenden in beiden Bundesländern wurden vom Wähler abgestraft, obwohl sie stärkste Kraft blieben. Die sächsische CDU (einst mit absoluter Mehrheit regierend) verlor 7 Prozent, die SPD in Brandenburg büßte knapp sechs Prozent ein. Was für eine Talfahrt! Blaumachen erfährt hingegen eine neue Wortbedeutung.

Ein Fakt in Sachsen: Die AfD hat mehr Stimmen bekommen als die Grünen, die Linken und die Sozis zusammen. Dennoch muss Kretschmer mit zwei dieser Loser eine Koalition bilden. Einige AfD-Sitze könnten wegen des Listenentscheids leer bleiben. In Sachsen könnte somit mit unter 40% Stimmenanteil regiert werden. Dass die Menschen da das Vertrauen in die Demokratie verlieren, ist nicht verwunderlich.

Die Stärke der AfD hat einen gemeinsamen Nenner: Deren Wähler glauben nicht (mehr) daran, von Politik, Parteien und Politikern vertreten zu werden. Es hat sich genau nicht bewahrheitet, dass eine hohe Wahlbeteiligung die sogenannten Ränder schwächt. Die Linke hat in Brandenburg und Sachsen als Volkspartei ausgedient – sie wurde auf Einheitsmaß gestutzt. Ironie des Schicksals: Eine in Sachsen zur Splitterpartei geschrumpfte SPD wird benötigt, damit Kretschmer eine Mehrheit zusammenzimmern kann.

Summa summarum: Künftig werden (wie bereits in den vergangenen fünf Jahren in Thüringen) die Grünen das Stöckchen halten und Sozis (Brandenburg) und CDU (Sachsen) werden springen. Was jetzt folgt, sind weniger Koalitionsverhandlungen als vielmehr die Aufführung einer Komischen Oper.

Ja, Michael Kretschmer hat in Sachsen die Kurve gekriegt. Aber um welchen Preis? Er muss nun mit den Grünen koalieren. Um jeden Preis. Eine Kenia-Koalition schafft aber nicht Weimarer, sondern afrikanische Verhältnisse! Wenn der Thüringer CDU-Chef das als „Rückenwind“ ansieht: Gute Nacht, Thüringen!
Andreas Kühn

Stimmen zum Wahlausgang:

Der CDU-Kreisvorsitzende der CDU Saalfeld-Rudolstadt, Dr. Steffen Kania, freut sich über das sehr gute Ergebnis der sächsischen CDU, ist aber enttäuscht ob des Abschneidens der Brandenburger CDU. „Die Koalitionsverhandlungen in Sachsen werden nicht einfach sein“, so Dr. Kania.

Der AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt II, Prof. Dr. Michael Kaufmann: „Mit der AfD gibt es wieder eine glaubwürdige, demokratische Alternative zur Politik der Altparteien. Der Gewinner ist die Demokratie, denn die Wahlbeteiligung in Sachsen und Brandenburg war sensationell hoch. SPD, CDU, Linke und FDP wurden verdient abgestraft, denn die Bürger wollen einen Stopp der illegalen Masseneinwanderung, Durchsetzung von Recht und Ordnung und eine Politik, welche die Schaffenden unterstützt. In ihrer ideologischen Blindheit erkennen die Regierenden nicht, dass die AfD ein Symptom und das Ergebnis der Politik der letzten zehn Jahre ist? ‚Inhaltlich gestellt‘ hat die AfD bisher niemand. Beschimpfungen der AfD und ihrer Wähler führen unterm Strich zu einstelligen Ergebnissen – siehe die SPD in Sachsen.“

Namen bitte beliebig einsetzen:
„Zuerst einmal danke ich allen Wählerinnen und Wählern.“

„Dies ist jetzt nicht die Stunde der Koalitionsaussagen.“

„Darüber werden wir in den Gremien beraten.“

„Ein bitterer Augenblick.“