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Kommentar: Kein Zweck heiligt politisch motivierte Gewalt

„Lasset die Geister aufeinanderprallen, die Fäuste aber haltet stille.“ Mit diesem Satz von Martin Luther appellierte der Wittenberger Pfarrer und Publizist Friedrich Schorlemmer 1989 an seine Landsleute in der DDR, bei ihrem Widerstand gegen das SED-Regime auf jede Gewalt zu verzichten.

Man kann (und darf!) hart in der Sache argumentieren und unterschiedliche Ansichten haben, aber Gewalt gegen Sachen und Personen ist völlig inakzeptabel. Kein vermeintlich guter Zweck heiligt solche Mittel. Und da darf es auch kein wie auch immer geartetes „aber“ geben!

Wer seinem Unmut über Politiker oder Parteien jeglicher Couleur Ausdruck verleihen möchte, kann jederzeit (friedlich) demonstrieren. Oder am 27. Oktober in der Wahlkabine seine beiden Kreuze auf dem Stimmzettel entsprechend setzen.

Egal, welche Wahlplakate derzeit abgerissen, angezündet oder beschmiert werden: Wer so etwa tut, ist kriminell, es handelt sich um eine Straftat! Wer Politiker mit Mord bedroht, egal ob es sich um einen AfDler, einen Christdemokraten oder einen Linken handelt, begeht ein Verbrechen. Wer den Anspruch erhebt, Demokrat zu sein, muss Gewalt ächten, unabhängig davon, gegen wen oder was sie sich richtet.

Gewalt darf nicht relativiert werden. Es gibt keine gute (linke) oder schlechte (rechte) Gewalt. Für beide gibt es keine Rechtfertigung. Es handelt sich bei den linken und rechten Plakatbeschmierern um Brüder im Geiste. Nur deren Kappen tragen unterschiedliche Farben.

PS: Parteien werden in nicht unerheblichem Maße aus Steuermitteln finanziert. Indirekt zerstört somit jeder Krawallo Eigentum, dass er selbst mit erarbeitet hat. Das zu begreifen überfordert aber offensichtlich den beschränkten Horizont dieser Kriminellen.
Andreas Kühn

Foto: Mit Kot beschmiertes Wahlplakat.

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