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Kommentar: Empörte ohne Parkplatz

Die Ausländerbehörde im rot-grün regierten Hamburg hat rechtskonform dafür gesorgt, dass ein afghanischer Intensivstraftäter in seine Heimat abgeschoben wurde. Der rechtskräftig wegen Diebstahls, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte 23-Jährige wählte nach seiner Rückkehr in Kabul den Freitod. Gegen ihn hatten zum Zeitpunkt der Abschiebung noch weitere Strafanzeigen – unter anderem wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung – vorgelegen. Der nun tote Afghane war also hierzulande bestens integriert – in die deutsche Kriminalstatistik. Da der Abgeschobene bereits im zarten Alter von 15 Jahren nach Deutschland einreiste, dürfte die sozialtherapeutische Begleitung seiner kriminellen Karriere nebst Abschiebeflug den deutschen Steuerzahler einen mittleren sechsstelligen Betrag gekostet haben.

Schon unmittelbar nach Bekanntwerden seines Todes begannen die üblichen medialen und politischen Verdächtigen aus dem rot-rot-grünen Lager moralisch zu hyperventilieren. Die Liste der Betroffenheitsheuchler ist lang: Die in solchen Fällen unvermeidlichen Katrin Göring-Eckardt und Claudia Roth (Grüne), Ulla Jelpke (Linke), Ulla Schmidt (SPD), Kevin Kühnert (SPD) und viele andere mehr. Auch Karl Lauterbach (SPD) twitterte Empörung, nachdem wohl (zu) lange die Fliege zu eng gebunden worden war. Meist wurde – Freude über 69 Abschiebungen zu seinem 69. Geburtstag unterstellend – sogleich auch der Rücktritt von Innenminister Horst Seehofer (CSU) gefordert.

Die Nachricht schaffte es auch sogleich online in die „Tageschau“. Eben jene zwangsgebührenfinanzierte Nachrichtensendung der ARD, die es sonst vorzieht, über Tötungsdelikte (nicht Selbstmorde!) von Migranten an Deutschen nicht zu berichten, weil es sich entweder wie in Freiburg um „Ereignisse regionaler Bedeutung“ oder wie in Kandel um „eine Beziehungstat“ handelte: „Die ,Tagesschau’ berichtet über gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse. Da zählt ein Mordfall nicht dazu.“ Die „Tagesschau“ hält also den Suizid eines Intensivstraftäters im fernen Kabul für ein „relevantes Ereignis“.

Die Ursachen für einen Freitod sind sehr individuell. Nicht umsonst nehmen die meisten Menschen ihre Beweggründe, aus dem Leben zu scheiden, mit ins Grab. Im Fall des hochkriminellen Afghanen allerdings weiß das Gutmenschentum einen Schuldigen zu benennen – den Innenminister. Den „Empörten“, „Faktenfindern“ und „Qualitätsjournalisten“ sei deshalb ein Zitat aus dem Klassiker „Shooter“ ins Stammbuch geschrieben:

„Ihr moralischer Kompass ist so im Arsch, ich wäre geschockt,
wenn Sie auch nur den Weg zum Parkplatz finden würden!“

PS: JEDE Abschiebung ist (meist nach Ausschöpfung des Rechtswegs durch die Betroffenen) der Vollzug geltenden deutschen Rechts. Nicht weniger, nicht mehr. Dass dies immer öfter gelingt, darf auch freuen. Wer den Rechtsstaat mit der Moralkeule bearbeitet, muss sich fragen lassen, wie es um sein Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung dies Lande bestellt ist!

Andreas Kühn