Justizminister Lauinger im Zwielicht

Thüringens Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) soll sich laut einem Bericht des Magazins „Focus“ (Samstagausgabe) massiv dafür eingesetzt haben, dass seinem Sohn eine für alle Gymnasiasten verpflichtende Prüfung in der 10. Klasse erlassen wird. „Focus“ beruft sich dabei auf Schriftwechsel verschiedener Behörden sowie Zeugenaussagen. Demnach soll Lauinger wegen der Privatangelegenheit sowohl im Thüringer Bildungsministerium als auch in der Staatskanzlei interveniert haben. Am Ende konnte sich der Grünen-Politiker gegen den Widerstand der zuständigen Fachabteilung im Bildungsministerium durchsetzen und für seinen Sohn die gewünschte Lösung herbeiführen.

Lauinger verlautete, er habe „ausschließlich als Vater und damit als Privatperson“ gehandelt. Zu keiner Zeit habe es „eine Vermischung privater und dienstlicher Angelegenheiten“ gegeben. „Den Vorwurf von Drohungen, Amtsmissbrauch oder unrechtmäßiger Einflussnahme weisen wir daher auf das Schärfste zurück“, so Lauinger und dessen Frau in einer Mail an „Focus“. „Wenn sich dieser Vorwurf bestätigt, dann ist Dieter Lauinger als Justizminister untragbar und muss zurücktreten. Die Sache muss schnell und transparent aufgeklärt werden“, sagte zu den Vorwürfen Stefan Möller, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Mehr.