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„Ich muss mir kein Plätzchen im Himmelreich verdienen“

(Von Udo Kellmann) – Da mir ab und an im Zusammenhang mit meiner konstanten Kritik an der Migrationspolitik der Kanzlerin vorgeworfen wird, ich wäre ein „hartherziger“ Mensch und würde die christlichen Werte nicht genügend achten: Ja, das stimmt!

Denn ich gehöre leider nicht zu den bewundernswerten Zeitgenossen, deren oberste Aufgabe es zu sein scheint, möglichst vielen anderen Menschen auf diesem Planeten helfen zu müssen. Oder zumindest diesen Anschein zu verbreiten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mir kein Plätzchen im Himmelreich verdienen muss, und weil ich weiß, dass mein Leben einmalig und zeitlich stark limitiert ist, und ich mit 61 Jahren schon ein Gutteil davon verbraucht habe.

Und nein, ich bin zwar kein selbstloser Altruist, aber beileibe auch kein Egoist. Das Wohlergehen meiner beiden Kinder ist meine alleroberste Priorität. Danach kommen meine Frau, mein Vater und meine Schwester, dann ich, meine vielfältige Verwandtschaft, meine Freunde und Mitarbeiter, meine Nachbarn und alle die ich kenne. Wenn es meinem Nachbarn schlecht geht, dann geh ich rüber und frage wie ich helfen kann, weil mich das bewegt und ich mich um ihn sorge.

Meine Sorge und mein Mitleid verhalten sich aber ähnlich wie die Schwerkraft in Newtons Gravitationsgesetz, sie sinken nämlich proportional zur Entfernung. Mag sein, dass mich das zu einem schlechteren Menschen macht. Ich persönlich glaube aber, dass die Natur das aus gutem Grunde so eingerichtet hat. Denn angesichts des immensen Elends auf unserem Planeten würden wir alle durchdrehen, wenn wir uns um jeden Menschen auf gleiche Art sorgen würden oder gar müssten.

Darum meine Botschaft an alle meine Mitmenschen der Gattung „homo superior moralis“. Fahrt gerne fort in eurem Bemühen den Menschen dieser Welt zu helfen, oder helfen zu wollen, tut soviel ihr könnt, ich bewundere euch dafü, ehrlich. Aber macht das bitte aus eurer eigenen Tasche und mit der eigenen Münze, und nicht mit Geld, dass ihr anderen Leuten für eure eigene Mildtätigkeit wegnehmen wollt. Und erhebt euch nicht wegen eurer guten Taten über uns andere, denn das konterkariert die christlichen Werte:

„Habt Acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden.“
Matthäus 6, 1-2

Udo Kellmann ist erfolgreicher Unternehmer und Mitglied der CDU-WerteUnion.