Allgemein Kommentar Lokales & Regionales

Hoher Verfolgungsdruck für Straftäter

Anteil der Landespolizeiinspektionen am Gesamtstraftatenaufkommen des Freistaates Thüringen
Anteil der Landespolizeiinspektionen am Gesamtstraftatenaufkommen des Freistaates Thüringen
Nach Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2015 für den Freistaat Thüringen erfolgte nun die dezentrale Auswertung für den Schutzbereich der Landespolizeiinspektion (LPI) Saalfeld. Die zwei besten Nachrichten vorweg: Es gab 2015 im Bereich der LPI keinen Mord aufzuklären. Straftaten lohnen sich nicht, denn mit einer thüringenweit beeindruckenden Aufklärungsquote von 68,9 Prozent ist der Verfolgungsdruck außerordentlich hoch.
Die Landespolizeiinspektion Saalfeld (der Bereich umfasst die Kreise Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla mit fast einer Viertelmillion Einwohner) zählte 2015 insgesamt 14.523 Straftaten, von denen bei 6.366 Delikten Sachschäden in Höhe von insgesamt 15.735.188 € entstanden. (Anmerkung: Bei der hier benannten Zahl 14.523 handelt es sich um die Straftaten, die tatsächlich in den Landkreisen des Schutzbereiches begangen wurden. Die in der PKS genannte Zahl 13.837 für die LPI Saalfeld sind die dort bearbeiteten Fälle. Die PKS spiegelt das polizeiliche Ermittlungsergebnis bei Aktenabgabe an die Staatsanwaltschaften oder die Gerichte wider.)
Signifikante Rückgänge der Fallzahlen waren u. a. bei der Gewaltkriminalität, Rauschgiftdelikten oder auch Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Bei Gewaltkriminalität und Sexualdelikten liegen die Aufklärungsquoten mit 90 Prozent bzw. 97 Prozent sehr hoch.
Vergleich der Thüringer Landespolizeiinspektionen Alle Grafiken und Tabellen: LPI Saalfeld, PKS 2015
Vergleich der Thüringer Landespolizeiinspektionen Alle Grafiken und Tabellen: LPI Saalfeld, PKS 2015
Erstmals seit 2013 stiegen schwere Diebstähle und Einbrüche leicht an. Die Schäden sind allerdings beträchtlich: Im Bereich der Diebstahlsdelikte in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und dem Saale-Orla-Kreis wurden 3.649 Fälle erfasst, bei denen ein Schaden von insgesamt 5.608.879 Euro registriert wurde. Davon wurden in 2.145 Fällen des einfachen Diebstahls 2.803.146 Euro Schäden durch die Täter verursacht. Somit werden für 1.504 Fälle des schweren Diebstahls (dazu gehören auch Einbrüche) 2.805.733 Euro an Schäden registriert.
Unter den insgesamt 5.938 Tatverdächtigen, die im gesamten Schutzbereich im Jahr 2015 ermittelt wurden, sind 470 Nichtdeutsche registriert. Beim Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen gab es einen Anstieg zu verzeichnen. Die häufigsten Nationalitäten: Serbien gefolgt von Rumänien, Türkei, Polen, Syrien, Mazedonien, Schweiz, Albanien, Russische Föderation, Eritrea, Tschechien, Kosovo, Afghanistan.PMKDelikte im Bereich der politisch motivierten Kriminalität (PMK) waren auch 2015 weiter ansteigend. Allein 66 linke und 35 rechte Delikte am 1. Mai 2015 spiegeln sich deutlich in der Gesamtzahl der Straftaten wider. Mit 337 registrierten Straftaten hat die Landespolizeiinspektion Saalfeld einen Anteil von 16,3 Prozent am Straftatenanfall im Freistaat Thüringen und liegt damit über der Fallerfassung des Jahres 2014. Die Aufklärungsquote beträgt 56,7 Prozent: 39,0 Prozent der links- und 66 Prozent der rechtsmotivierten Straftaten wurden aufgeklärt.