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Hohe Aufklärungsquote in Thüringen bei deutlichem Anstieg nichtdeutscher Tatverdächtiger

Thüringen verzeichnet eine Aufklärungsquote von 66,1 Prozent, das ist die beste Quote seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1995. Bei insgesamt 94.688 Straftaten konnte die Thüringer Polizei mindestens einen Tatverdächtigen ermitteln. „Obwohl bundesweit noch nicht alle Kriminalitätsstatistiken veröffentlich wurden, kann ich jetzt schon sagen, dass wir auch 2018 unseren Spitzenplatz bei der Aufklärungsquote verteidigen“, so der Thüringer Innenminister Georg Maier bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2018. So weit der Lichtblick. Die Schattenseiten: „Sorge bereiten mir“, so der Minister, „der erneute Anstieg der Zahl der Gewaltdelikte nach dem erfreulichen Rückgang im Vorjahr und steigende Zahlen bei Brandstiftungen, Automatendiebstählen und bei der Rauschgiftkriminalität. Diese Werte sind zum Teil auf erhöhten Kontrolldruck zurückzuführen, bedeuten also eine intensivere Ausleuchtung krimineller Dunkelfelder.“Negativ zu bewerten sei auch, dass vermehrt Senioren Opfer von Straftaten wurden (plus 9,9 Prozent) und dass es auch einen deutlichen Anstieg bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen zu verzeichnen gab (plus 10,5 Prozent). An der Gesamtzahl der Tatverdächtigen haben Nichtdeutsche 2018 einen Anteil von 17,4 Prozent gehabt (Ausländeranteil an Thüringer Gesamtbevölkerung: 4,5 Prozent). Das ist der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre.

Entwicklung der Zahlen der nichtdeutschen Tatverdächtigen
Bei den erfassten Körperverletzungsdelikten im Jahr 2018 ist ein Anstieg um 275 Fälle (+1,7 %) zu verzeichnen. Dieser Anstieg zeigt sich bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen (+81 Fälle; +4,9 %), aber vor allem bei der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung (+255 Fälle; +2,2 %). Zur Körperverletzung mit Todesfolge sind 5 Fälle (2017: 2 Fälle) registriert.Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weisen gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 264 Fälle (+18,3 %) aus. Es wurden insgesamt 1.709 Fälle registriert (2017: 1.445 Fälle). Im Berichtsfeld „Sexuelle Übergriffe/sexuelle Nötigung im besonders schweren Fall“ stellen Nichtdeutsche einen Anteil von 24,6 Prozent. Bei „Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge“ lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei 23,9 Prozent. „Sexuelle Belästigung gemäß § 184i StGB“ hatte einen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger von 36,4 Prozent.

Link zur Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2018

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