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Gretchenfrage: Umgang mit privaten Daten

Wer ein Smartphone, ein Navigationsgerät oder eine Kreditkarte nutzt oder im Internet einkauft, gibt automatisch Informationen und Daten über seine Kauf- und sonstigen Gewohnheiten preis, die im Hintergrund gespeichert werden. Wie sensibel ist die Bevölkerung bei der Herausgabe von persönlichen Daten? Hätte eine monetäre Vergütung Einfluss auf ihre Bereitschaft, private Daten herauszugeben? Und: Welchen Organisationen trauen die Menschen einen sorgsamen Umgang mit Daten zu? Antworten liefert der Data Monitor 2015, den SAS im Auftrag des Meinungsforschungsinstituts FORSA erstellte.

Die Befragten wurden zunächst gebeten anzugeben, welchen Dienstleistern sie einen sorgsamen Umgang mit ihren Daten zutrauen. Schlusslichter sind erstaunlicher Weise die Branchen, die stark für Innovation und die Etablierung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle stehen: Telekommunikationsunternehmen (29%) und Internetanbieter (19%).

Die Mehrheit der Befragten (76 %) gibt an, immer genau und sorgfältig darauf zu achten, wem sie welche Daten im Internet über sich zur Verfügung stellt. 19 Prozent haben im Prinzip keine größeren Bedenken, Daten über sich preiszugeben – am wenigsten die unter 30 Jahre alten Befragten. Am ehesten würden die Befragten nach eigenen Angaben ihr Einverständnis für die Nutzung von Daten über ihre Hobbies (58 %) oder über ihre Person, wie z.B. Alter oder Anschrift (48 %), erklären. 42 Prozent meinen, sie seien mit der Nutzung der Daten über ihr Kaufverhalten einverstanden. Mit der Nutzung von Daten über ihren Gesundheitszustand (23 %), über ihre persönlichen Kontakte (12 %) oder über ihre Finanzen (7 %) wären nach eigenen Angaben jeweils nur wenige Befragte einverstanden.

Frauen würden nach eigenen Angaben etwas häufiger als Männer ihr Einverständnis für die Nutzung von Daten über ihr Kaufverhalten erklären. Die über 50 Jahre alten Befragten würden bei den meisten Daten seltener als die jüngeren Befragten ihr Einverständnis zur Nutzung dieser Daten erklären. Befragte mit formal weiterführender Bildung geben seltener als Befragte mit niedrigeren Bildungsabschlüssen ihr Einverständnis für die Nutzung von Daten über ihre Hobbies und ihren Gesundheitszustand erklären, während sie Daten über ihr Kaufverhalten etwas häufiger zur Nutzung zur Verfügung stellen würden.

Eine sogenannte Telematik-Box im Auto, die das Fahrverhalten analysiert und speichert und bei vorsichtiger Fahrweise zu einem günstigeren Tarif bei Versicherungen verhilft, würden 32 Prozent aller Befragten ganz bestimmt oder wahrscheinlich nutzen. 30 Prozent würden eine Telematik-Box im Auto wahrscheinlich nicht, weitere 30 Prozent nach eigenen Angaben bestimmt nicht nutzen.

Mediziner und Krankenversicherungen arbeiten daran, dass die gesundheitlichen Daten der Bürger laufend automatisch an eine Ärztezentrale übermittelt werden können. Die Ärzte in dieser Zentrale können dann bei gesundheitlichen Problemen Empfehlungen aussprechen. Ein solches Angebot würden 53 Prozent aller Befragten ganz bestimmt oder wahrscheinlich nutzen. 29 Prozent würden dies wahrscheinlich nicht, 14 Prozent bestimmt nicht nutzen.

Nur bei einer Minderheit aller Befragten von insgesamt 20 Prozent hätte eine monetäre Vergütung Einfluss auf die Bereitschaft, ihre Mobilitäts-, Kaufverhaltens- und Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen. Bei 70 Prozent hätte der Erhalt von Geld keinen Einfluss auf ihre Bereitschaft, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. Am ehesten wären die jüngeren, unter 30 Jahre alten Befragten bereit, ihre Daten gegen Geld zur Verfügung zu stellen.