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Giftige(r) Kräuter

Liebe Leser, bevor Sie jetzt über (Rainer) Kräuter lesen, trinken Sie besser einen Kräuter(likör) – dann wird es für Sie bekömmlicher. Der Linken-Cheffe im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt arbeitet sich derzeit an der AfD und am linken Fraktionsvorsitzenden im Kreistag ab.

Er schreibt u. a.: „In diesem Kontext erwarte ich, dass alle Anträge der AfD in den Kommunalvertretungen unter diesen Aspekten betrachtet und begründet zur Ablehnung geführt werden. Auch wenn Anträge in Sachfragen Forderungen und Zielsetzungen linker Politik entsprechen, so beruht die Basis dieser Anträge doch auf dem menschenverachtenden Weltbild der AfD.“

Heißt im Klartext: Auch wenn die AfD beantragen würde, dass 2 + 2 = 4 ist, sollen die Linken behaupten, das Ergebnis sei 4,5. Geht`s noch?

Es kommt aber noch besser: „Wegen eines Wahlvorschlags ihres Fraktionsvorsitzenden Hubert Krawczyk bei der Konstituierung des Kreistages sieht sich die Fraktion der LINKEN kritischen Bemerkungen gegenüber. … Der Kreisvorstand darf erwarten, dass eine enge Abstimmung erfolgt. Das gilt gleichermaßen für Anträge und Wahlvorschläge. Zu diesem konkreten Wahlvorschlag hat es keine Abstimmung mit dem Kreisvorstand gegeben. Wer als MdB für Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland stimmt oder gestimmt hat, ist aus meiner Sicht nicht geeignet, Gegenstand eines Wahlvorschlages der Partei DIE LINKE zu sein.“ Krawczyk hatte es gewagt, die CDU-Kreisrätin Carola Stauche als Stellvertreterin des Kreistagsvorsitzenden vorzuschlagen!

Kleine, aber doppelte Nachhilfe: Die stellvertretende Kreistagsvorsitzende der Linken, Franziska Kölbl, wurde von der AfD-Fraktion geschlossen mitgewählt. Kräuterscher Logik zufolge müsste sie die Wahl nachträglich ablehnen?

2014 hat CDU-Kreisrat Dr. Jochen Tscharnke eben jene Franziska Kölbl als stellvertretende Kreistagsvorsitzende vorgeschlagen. Glücklicher Weise hat Kräuter dieses Sakrileg bis dato nicht bemerkt.

Kleines who is who: Vor fünf Jahren war er noch mit Listenplatz 24 in den Thüringer Landtag gerutscht. Am vergangenen Wochenende sortierten ihn die roten Schwestern und Brüder auf dem aussichtslosen Listenplatz 40 ein.
Bereits 2014 hatte es im Kreistag Saalfeld-Rudolstadt nur zum Nachrücker gereicht. Als Kräuter dann nachrücken durfte, waren dem Vernehmen nach selbst linke Fraktionäre not amused.
Im Mai 2019 gab es magere 524 Stimmen für den Kreistagskandidaten Rainer Kräuter. Damit überholte er zwar immerhin 29 der 39 angetretenen SPD-Kandidaten, aber nur zwei der 16 AfD-Bewerber um ein Kreistagsmandat.
Auf Listenplatz 8 als Stadtratskandidat in Königsee angetreten, wurden am Wahlabend 61 Stimmen abgerechnet. Leider beim Souverän durchgefallen.
Und dann war da noch das.

In einem Facebook-Posting legt der Linken-Boss heute dann noch eine Schippe drauf. Mutmaßlich ist jetzt eine Regionalzeitung hart am Rande des Ruins, weil ein linker (noch) MDL sein Abo kündigt.

Was Kräuter nicht benennt: Als Kreisvorsitzender der Linken ist er dafür verantwortlich, dass seine Partei sowohl im Kreistag als auch in anderen Kommunalparlamenten kräftig dezimiert wurde. Der Volksmund sagt da: Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Demut wäre angebrachter.

Im Oktober tritt Rainer Kräuter zum zweiten Male im Wahlkreis 28 als chancenloser linker Direktkandidat an. Möglicher Weise werden ihn dem Verrnehmen nach dennoch viele einstige Kollegen aus den Reihen der Polizei wählen: Ihre Hoffnung, dass er da bleibt, wo er ist, stirbt zuletzt. Eine Wiedersehensfreude ab November wäre arg gedämpft …

Bis zur Wahl eines neuen Kreisvorsitzenden der Linken ist es nicht mehr sehr weit. Wetten, dass der neue Chef nicht Kräuter heißt, wären aussichtsreich.
Andreas Kühn